Pfusch am Hohenpeißenberger Badesee

Baumaschinen statt Badespaß

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Nein, dieses Foto stammt nicht aus dem Archiv, sondern ist aktuell aus dieser Woche. Am Hohenpeißenberger Badeweiher ist wieder schweres Gerät zu Gange.

Hohenpeißenberg – Am Hohenpeißenberger Badeweiher rollen wieder die Bagger. Nachdem der See erst letzten Sommer feierlich eingeweiht wurde, müssen jetzt Nachbesserungsarbeiten vorgenommen werden.

Endlich: Das Thermometer bewegt sich jenseits der 25 Grad-Marke. Viele nutzen die heißen Tage und packen spontan Badehose und Handtuch ein und ab geht‘s an den nächsten See, um einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Für viele Hohenpeißenberger klingt dies derzeit jedoch wie blanker Hohn. Rund um den 2012 künstlich angelegten Badeweiher sind zur Zeit wieder Baumaschinen zu Gange; und dort, wo eigentlich der See sein sollte, ist kaum Wasser. 

Lange Gesichter also bei all denjenigen, die sich auf ein Badevergnügen direkt vor der Haustür eingestellt haben. Viele Einheimische wundern sich über die erneuten Baumaßnahmen und es wird natürlich spekuliert: Ist der Untergrund des Sees am Ende etwa undicht? Die Bürger seien nicht richtig informiert, sagt Rupert Fischer vom örtlichen Bauhof. „Wahrscheinlich haben viele die Mitteilung des Bürgermeisters (Rigi-Echo Frühjahr 2013, Anm. d. Redaktion) gar nicht gelesen.“ 

Das mag sein. Zwar kündigte die Gemeinde Hohenpeißenberg eine Verzögerung bei der Fertigstellung des Projekts an, jedoch herrscht offensichtlich ein Kommunikations-defizit. „Fakt ist“, so Fischer, „dass sowohl der Landschaftsarchitekt als auch die Baufirma gepfuscht haben. Und das muss jetzt korrigiert werden.“ Für die anstehenden Arbeiten sei das Wasser deshalb absichtlich abgelassen worden. 

Auf Nachfrage erklärt Hohenpeißenbergs Bürgermeister Thomas Dorsch, dass der beauftragte Landschaftsarchitekt das Gefälle um den See schlichtweg falsch berechnet hatte. Nun müssen rundherum Drainagesysteme nachgerüstet werden. Auf Grund der Hanglage würde sonst bei starkem Regen der Sand am Ufer immer wieder in den See geschwemmt. Außerdem erwies sich das Fließ, das unter dem Sand verlegt worden war, als untauglich. Es handelte sich dabei nämlich um ein wasserundurchlässiges das nun gegen ein wasserdurchlässiges ausgetauscht werden muss. 

Man habe sich auf die Referenzen des Architekten und der Baufirma verlassen, kommentiert Dorsch die vertrackte Situation. Sowohl Architekt als auch Baufirma seien mit dem Projekt jedoch überfordert gewesen. „Das hat uns jede Menge Ärger und einen enormen zeitlichen Aufwand gekostet“, ärgert sich der Bürgermeister. 

Die ursprünglichen Kosten von einer halben Million Euro sollen laut Dorsch durch die Nachbesserungen jedoch nicht überstiegen werden. Es handle sich um einen Versicherungsschaden der zu Lasten der Baufirma gehe. „Für die Gemeinde Hohenpeißenberg werden vorerst keine Mehrkosten entstehen“, sagt Dorsch. 

Der einzige Wehrmutstropfen: Auf die Eröffnung der Badesaison werden die Hohenpeißenberger wohl noch ein bisschen warten müssen. 14 Tage bis drei Wochen werden die Arbeiten voraussichtlich noch dauern. Anfang August soll dann aber alles endgültig so weit präpariert sein und dem Badevergnügen nichts mehr im Wege stehen. Bleibt zu hoffen, dass das sommerliche Wetter so lange anhält.

Moritz Fink

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