20 Jahre Auerbergland

"Wir brauchen Vorbilder wie Sie"

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Eröffneten gemeinsam die Wanderausstellung „20 Jahre Auerbergland“ (v. li.): Renate Dodell (CSU-Landtagsabgeordnete), Andrea Jochner-Weiß (stellvertretende Landrätin), Helmut Brunner (Landwirtschaftsminister), Reinhard Walk (Regionalmanager Auerbergland) und Heimo Schmid (Bürgermeister Bernbeuren).

Bernbeuren – Landwirtschaftsminister Helmut Brunner  ließ es sich nicht nehmen, persönlich in Bernbeuren vorbei zu kommen: Kein Wunder, feierte doch ein besonderes Pilotprojekt sein 20-jähriges Bestehen.

So viel Politikprominenz wie am vergangenen Montag hatte man im Kiebelehaus in Bernbeuren bislang selten angetroffen. Alle Bürgermeister der umliegenden Gemeinden sowie die Landtagsabgeordnete Renate Dodell und die stellvertretende Landrätin Andrea Jochner-Weiß waren der Einladung von Bernbeurens Gemeindechef Heimo Schmid gefolgt, der Eröffnung der Ausstellung „20 Jahre Auerbergland – Rückblick und Ausblick“ durch Landwirtschaftsminister Helmut Brunner im Auerbergmuseum beizuwohnen. Der Ehrengast aus München sparte nicht mit lobenden Worte für die vor zwei Jahrzehnten begonnene interkommunale Zusammenarbeit. 

Es war im Jahr 1992, als die Gemeinden Bernbeuren, Burggen, Ingenried, Schwabbruck, Schwabsoien, Stötten, Roßhaupten und Lechbruck etwas taten, was bis dahin noch keine anderen Kommunen in Bayern gewagt hatten: Sie beschlossen, künftig zusammen die Entwicklung der Region voran-zutreiben – abseits von Regierungsbezirken, Gemeinden- und Landkreisgrenzen. Daraus hervor ging der Verein Auerbergland. 

Viel investiert

20 Jahre später ist die Allianz auf dreizehn Gemeinden angewachsen und der Erfolg gibt dem einstigen Pilotprojekt recht. 62 Maßnahmen hat der Verein bislang angeschoben, darunter Projekte wie den Ausbau der Direktvermarktung von Auerbergspezialitäten, ein dezentrales Hochwasserschutzkonzept oder die Vernetzung des Tourismusangebots. 37 Millionen Euro seien dafür investiert worden, wobei 20 Millionen Euro aus Fördertöpfen von Freistaat und EU stammten, blickte der Landwirtschaftsminister zurück. „Das ist wie ein dauerhaftes Konjunkturprogramm.“ Überhaupt hatte Brunner nur Lobendes über das Auerbergland zu berichten. „Wir brauchen Leuchtbilder und Vorbilder wie Sie“, sagte er. Mittlerweile gebe es in Bayern 80 derartiger Allianzen, in denen sich rund 600 Kommunen zusammengeschlossen haben. „Die Bürgermeister begreifen, dass man voneinander profitieren kann.“ 

Schmid äußert Kritik

Schmid und seine Kollegen freute das Lob des Ministers sichtlich. Zuvor hatte der Bürgermeister allerdings auch eine leichte Kritik in Richtung Staatsregierung geäußert. Da bislang die Bedingungen für die neue Förderperiode ab 2014 nicht bekannt seien, hänge man in Luft. „Es ist fundamental, dass wir so schnell wie möglich die Weichen stellen, wenn wir weiter vorne dabei sein wollen.“ Brunner konnte das Anliegen verstehen. Allerdings wisse man selbst noch nicht genau, was aus Brüssel komme, erklärte er. „Aber warum sollten wir bewährte Strukturen in Frage stellen?“

Anschließend ließ sich der Landwirtschaftsminister Reinhard Walk die Wanderausstellung erläutern. Auf Schautafeln  hat der Regionalmanager mit seiner Tochter Julia die Entwicklung des Auerberglands in den vergangenen 20 Jahren nachgezeichnet. Es sei eine „interessante Aufgabe“ gewesen, sagte Walk: „Ich war selbst erstaunt, wie viel wir schon geschafft haben.“ chpe

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