Pistenbetrieb im Schongauer Land

Endlich: "Es rührt sich was" an den Liften

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Wie lange dürfen wir uns über dieses Bild noch freuen? Seit Jahrzehnten lernen die Kleinsten auf den Landkreis-Pisten das Ski-Einmaleins. Doch die Sorgenfalten werden tiefer.

Landkreis – Das letzte Ferienwochenende hielt ein Vergnügen parat, wie es sie nur noch selten gibt: Skifahren, und das direkt vor der eigenen Haustür, war angesagt. Zumindest für die kleineren Pistenhelden. Denn die Lifte im Altlandkreis nahmen ihren Betrieb auf.

Freitag am Dreikönigstag war es, als sich in Schwabsoien, Hohenfurch und am Böbinger Bromberg die Skilifte in Bewegung setzten. „Es ist nicht viel Schnee, aber es langt“, freute sich Georg Bussewitz, Leiter der Ski-Abteilung beim SV Schwabsoien. Von ihrer etwas großzügigeren Seite zeigte sich Frau Holle in Bern­beuren, wo Johann Fichtel, der den dortigen Lift betreut, „beste Bedingungen“ und 30 Zentimeter des ersehnten Weiß vermeldete. Hier wurden schon ab Donnerstag fleißig Schwünge gefahren.

Und die heimischen Pisten haben durchaus ihre Fans. In Schwab­soien herrschte, auch dank einiger Kurse, „viel Betrieb“, so Bussewitz. „Es rührt sich was“, jubelt Albert Kees, Abteilungsleiter beim Ski Club Hohenfurch.

Was die Besucher, die nicht nur aus dem näheren Umland kommen, hier schätzen, wissen die Liftbetreiber ganz genau. Kinder und Familien fänden auf den Pisten ideale Bedingungen vor, dazu sei die Anfahrt kurz und die Preise günstig, unterstreicht Fichtel. „Es gibt keine langen Wartezeiten, geht familiär zu und bei uns ist die Gaststätte direkt nebenan“, sagt Maria Erhard, Mitbetreiberin des Skilifts am Bromberg in Böbing.

Doch das Hochgefühl des Wochenendes ist flüchtig: Wie lange hält der Winterzauber noch an? Und falls es taut, wann fallen die nächste Flocken? Denn, so schön es sei, dass die Lifte zumindest am Ende der Ferien ihren Betrieb aufnehmen konnten, eigentlich sei der Zeitpunkt sehr spät, erklärt Fichtel: „Es ist mittlerweile ein hartes Brot.“ Früher habe man mit den Einnahmen des Liftbetriebs andere Vereinsaktivitäten finanziert. „Heute nutzen wir die Einnahmen vom Weihnachtsmarkt, um den Lift am Laufen zu halten.“ 30 Lifttage sollten es schon sein, rechnet er für Bernbeuren vor. Davon sei man noch ein gutes Stück entfernt. Doch nicht nur der Klimawandel macht Sorgen. „Es gibt weniger Kinder und die haben auch noch viel mehr Schulstress als früher. Wenn wir weiter jedes Jahr draufzahlen, wird der Lift nicht zu halten sein.“ ras

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