Plakatieren noch verboten

Auf der westlichen Seite des Schongauer Stadions hat der TSV Schongau bereits alle Bandenflächen an Werbekunden verkauft. Jetzt will der Verein auch die östliche Gerade vermarkten. Noch fehlt dazu aber das Okay des Bauausschusses. Foto: Peters

Bandenwerbung ist gut fürs Geschäft: Diese Meinung scheinen zumindest die örtlichen Firmen zu vertreten, denn über mangelnde Nachfrage kann sich die Fußball-Abteilung des TSV Schongau nicht beschweren, seit sie im März damit begonnen hat, die Werbeflächen im Schongauer Stadion zu vermarkten. Im Gegenteil, längst ist auf der östlichen Geraden kein Platz mehr für neue Plakate, weshalb der Verein nun bei der Stadt beantragte, weitere Werbeflächen zu genehmigen. Im Bauausschuss waren die Meinungen dazu allerdings geteilt.

Schon im März hatten die Mitglieder des Gremiums länger darüber diskutiert, ob die Fußball-Abteilung die Möglichkeit, Bandenwerbung zu verkaufen, erhalten sollte. Letztendlich entschied man sich dafür, allerdings beschränkte das Gremium seine Genehmigung auf die Ostseite, aus Sorge, zu viel Werbung könnte das Gesamtbild trüben. Jetzt musste sich der Bauausschuss also erneut mit dem Thema beschäftigen, nachdem die Fußballer schneller als gedacht alle Flächen verkauft hatten. Der Vorschlag des Vereins, auch die Westseite oberhalb der Zuschauertribüne mit einer Werbebande auszustatten, stieß erwartungsgemäß auf keine breite Zustimmung bei den Räten. „Einen Schönheitspreis gewinnen wir damit nicht“, sagte Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl, eine Einschätzung, der auch Robert Bohrer (SPD) beipflichtete. „Schweren Herzens“ könne er jedoch zustimmen, erklärte dieser, schließlich kämen die Einnahmen einem Schongauer Verein zugute. „Wir können dann nur hoffen, dass die Verantwortlichen in Zukunft mit Zuschussanträgen sparsam umgehen.“ Ganz anders sah Helmut Schmidbauer die Sachlage. „Da oben ist der schlechteste Platz für Werbung“, stellte er fest. Als Alternative brachte der Stadtrat die schmale Mauer unterhalb der Zuschauerränge ins Spiel, die er und seine Gremiumsmitglieder im März noch kategorisch abgelehnt hatten. „Wenn wir schon in den sauren Apfel beißen müssen, dann kommt nur die Mauer in Betracht.“ Unterstützung erhielt Schmidbauer von seinem Ratskollegen Heinrich Forster (SPD), während der 2. Bürgermeister Paul Huber (CSU) wiederum einen ganz anderen Vorschlag präsentierte. Er schlug vor, statt der Geraden die beiden Kurven des Stadions als Werbefläche zu nutzen. Angesichts der unterschiedlichen Möglichkeiten regte Stephan Hild (UWV) schließlich an, probeweise ein Stück Bande jeweils oben und unten an der Mauer aufzustellen und sich vor Ort ein Bild zu machen. „Vielleicht stellt sich so schon heraus, dass eine Maßnahme gar nicht machbar ist.“ Seine Idee fand breite Zustimmung unter den Räten. Die Ortsbesichtigung soll nun im Frühjahr erfolgen. Hild: „Jetzt ist ja eh Winterpause, da eilt das ja nicht.“

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