Plan für Schutzgebiet vorgestellt – FFH-Gebiet Moorkette von Peiting bis Wessobrunn: Am Runden Tisch Umsetzung diskutiert

Matthias Hett vom Landratsamt Weilheim-Schongau beantwortete Fragen der Zuhörer. Foto: Jungwirth

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ANTON JUNGWIRTH, Peiting – 949 Hektar groß ist das Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiet „Moorkette von Peiting bis Wessobrunn“. Ein „Runder Tisch“ holte letzte Woche Behördenvertreter, Planer, Naturschützer, Land- und Forstwirte und sonstige von diesem Gebiet Betroffene in den Pfarrsaal der Pfarrei St. Michael. Hier wurden die wichtigsten Eckpunkte des im Europäischen Biotopverbund „Natura 2000“ befindlichen Schutzgebiets dargelegt. Der Erhalt der biologischen Vielfalt in natürlichen Lebensräumen sowie der dort lebenden Pflanzen und Tiere ist ein wichtiges Ziel europäischer Naturschutzvorgaben. Grundlage für den Aufbau des europäischen Biotopverbundsystems „Natura 2000“ sind die Fauna-Flora-Habitat- und die Vogelschutz-Richtlinie. Die EU fordert für die Natura-2000-Gebiete einen guten Erhaltungszustand. Dieser wird von den örtlichen Naturschutz- und Forstbehörden in einem „Managementplan“ erfasst und bewertet. Dieser Plan hat für Grundstückseigentümer und Nutzer der im Gebiet befindlichen Flächen Hinweischarakter. Er ist nicht rechtsverbindlich, wobei allerdings für die betreffenden Flächen keine Verschlechterung eintreten darf. Über zehn Kilometer von Nord nach Süd erstreckt sich das FFH-Gebiet „Moorkette von Peiting bis Wessobrunn“ Es liegt nördlich und westlich des Peißenbergs, ist 949 Hektar groß und setzt sich aus mehreren separaten Teilgebieten zusammen. „Hierunter fällt beispielsweise das Naturschutzgebiet Oberoblander Filz, das bereits vor über 70 Jahren als solches ausgewiesen wurde“, erklärte Markus Heinrich vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weilheim. Drei weitere Naturschutzgebiete wurden um 1950 deklariert und gehören somit zu den ältesten Naturschutzgebieten Ober- bayerns. Dies unterstreicht die große naturschutzfachliche Bedeutung des Gebietes, die mit der Meldung als FFH-Gebiet nochmals unterstrichen wurde. Mehrere bedeutende und erhaltungswürdige Lebensräume, wie artenreiche Borstgrasrasen, Pfeifengraswiesen, Waldkiefern- und Bergkiefern-Moorwälder sowie der bundesweit größte Zwergbirkenbestand sollen auf diese Weise geschützt werden. Federführend für das Gebietsmanagement im Gebiet „Moorkette“ ist das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weilheim. Ziel ist es, die zum Teil sehr seltenen Lebensräume mit ihren hoch spezialisierten Tier- und Pflanzenbe- ständen, wie den Skabiosen-Scheckenfalter, den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling oder den Schwalbenwurz-Enzian, zu schützen und der Nachwelt zu erhalten. Dies kollidiert aber teils mit der Nutzung in der Land- und Forst- wirtschaft sowie anderen Interessen. So beklagte Jürgen Krätzig aus Peiting, der 120 Hektar Moorflächen am Hohenpeißenberg besitzt, dass die Ämter ihre Interessen einseitig vertreten würden. Ein in diesem Gebiet befindliches Naturdenkmal sei von Amts wegen noch nie beschützt worden, auch wenn es vom Staat als schützenswert deklariert worden sei. „Ich habe nie jemanden vom Amt gesehen, der sich darum kümmert“, beklagte Krätzig. Und Georg Epple, Bürgermeister von Apfeldorf und Landwirt, beklagte die von den Fachbehörden sehr eng ausgelegten Vorschriften. „Über Jahrhunderte haben die Bauern gewusst, wie sie nachhaltig wirtschaften und jetzt schreiben uns die Behörden vor, was wir zu tun haben“, ärgerte sich Epple. Die Behördenvertreter verwiesen wiederholt darauf, dass der aufgestellte Managementplan nur Hinweischarakter habe. „Bei der Nutzung ist allein das Verschlech- terungsverbot maßgeblich“, klärte Albert Lang von der Regierung auf.

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