Kompromiss gefunden

Platz für Gaplast-Erweiterung

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Die neue Planung: Grau markiert sind die Gewerbeflächen, die bei der Firma Gaplast im Süden Peitings bis an die gelb dargestellte Abfahrt an der Umgehung heranreichen.

Peiting – Zu einem Kompromiss ist es in der Frage gekommen, wie das Überschwemmungsgebiet nördlich der B472 mit Erweiterungsflächen für die Firma Gaplast vereinbart werden kann. Dazu gab es ein Gespräch im Wasserwirtschafts­amt, bei dem Bürgermeister Michael Asam sowie Fabian Kreitl und Bettina Habersetzer vom Marktbauamt die Peitinger Belange darstellten.

Die Überschwemmungsgebiete wurden neu ermittelt. Infolge der Berechnungen wurde der Umfang der Flächen, die als Gewerbegebiet ausgewiesen werden können, insgesamt reduziert. Die südliche Abgrenzung der gewerblichen Bauflächen ist im neuen Flächennutzungsplan, den die Marktgemeinderäte zusammen mit dem Landschaftsplan mehrheitlich billigten, so gewählt, dass eine Erweiterung der Firma Gaplast machbar ist.

Zwar muss dafür ein Ausgleich geschaffen werden, dessen Volumen auf 1.240 Kubikmeter beziffert wird. Dieser kann aber im Umfeld des Überschwemmungsgebietes verwirklicht werden. Marktbaumeister Fabian Kreitl verweist gegenüber dem Kreisboten darauf, dass nahe der Bundesstraße eine Mulde geschaffen werden müsse, um im Fall eines Hochwassers eine dämpfende Wirkung zu erzielen.

Die Wiesen zwischen dem Gewerbegebiet Peiting und der Umgehungsstraße B472 werden nach wie vor landwirtschaftlich genutzt. „Die Felder da draußen, das sind die besten Böden Peitings“, betonte CSU-Gemeinderat Gerhard Heiß, der in Ramsau wohnt.

Manfred Barnsteiner von der Bürgervereinigung äußerte daran Kritik, dass der Flächennutzungsplan für bebaute Flächen im Wohnbau und fürs Gewerbe künftig 433 Hektar vorsieht. Bisher sind es 385 Hektar. Das seien „48 Hektar wertvolle Flächen“, die für die Landwirtschaft verloren gingen.

Die alte Planung: Grau markiert sind die Gewerbeflächen, die bei der Firma Gaplast im Süden Peitings bis an die gelb dargestellte Abfahrt an der Umgehung heranreichen.

Bürgermeister Michael Asam meinte dazu, das Verhältnis der für Bebauung vorgesehen Fläche sei schon gut so. Es sei ein Kompromiss erreicht worden, der auch mit der Firma Gaplast abgesprochen worden sei, für die das Erweiterungspotenzial „enorm wichtig“ sei.

Falls es bei der Firma Gaplast Richtung Süden zu einem Vollausbau kommt, ist eine Änderung des Bebauungsplanes notwendig. Innerhalb dieses Verfahrens werden dann Festsetzungen zur Hochwassersicherheit des Betriebs getroffen, aber auch dazu, wie die Retentionsfläche zum Abdämpfen des Hochwassers (Stichwort Muldenlösung) verwirklicht wird.

Die Planung für den Flächennutzungsplan und Landschaftsplan sollte eigentlich schon im vergangenen Jahr gebilligt werden. Doch wegen der Thematik mit der Gaplast-Erweiterung und den Überschwemmungsflächen – ursprünglich sollte wegen eines Jahrhunderthochwassers das ganze Feld frei von Bebauung bleiben – wurde dies verschoben.

Zudem sind noch weitere Änderungen vorgenommen worden, wie Tobias Ehnes von der Bürogemeinschaft Narr/Rist/Türk neulich im Gemeinderat erwähnte. Dies betrifft eine Baulücke an der Ammergauer Straße, das Streichen von Kiesabbauflächen beim Weiler Riedhof, das Sondergebiet bei der Kläranlage am Lech und auch Herzogsägmühle, wo Flächen am Roten Berg als Wohnbaugebiet dargestellt werden.

jj

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