Kleine Landesgartenschau in Schongau

Fokus auf Bahnhof und Volksfestplatz

+
Sichtbare Bezüge zum Lech und eine neu gestaltete Uferpromenade: Die Vorschläge der Landschaftsarchitekten stießen im Stadtrat auf geteiltes Echo.

Schongau – Im Frühjahr dieses Jahres beauftragte die Stadt Schongau die Münchner Landschaftsarchitektin Ursula Hochrein mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie über eine möglichen Bewerbung für die kleine Landesgartenschau 2021 unter dem Motto „Natur in der Stadt“. Nun präsentierte Hochrein eine erste Zwischenbilanz.

Viel sei sie in den vergangenen Wochen in Schongau unterwegs gewesen, berichtete Hochrein. Zum Einen zeigte sich die Landschaftsarchitektin begeistert angesichts der bereits reichlich vorhandenen Grünflächen. „Es ist toll, man kommt aus der Altstadt und ist gleich im Grünen.“ Jedoch seien diese Grünflächen überwiegend „zweckgebunden“: Es bestünde wenig Möglichkeit zur freien Freizeitgestaltung. Insbesondere der Bezug Schongaus zum Lech sei kaum mehr sichtbar und sollte eine prägendere Rolle spielen, stellte Hochrein fest.

Schongaus breiter Grüngürtel, der vom früheren Flussverlauf herrührt, müsste auf jeden Fall als „langfristige Geste“ erkennbar bleiben. Er gehöre zum Bild der Stadt und biete vielseitige Möglichkeiten, die Natur einzubinden. 

Für eine mögliche Gartenschau wäre laut Hochrein vor allem das Gelände östlich des Bahnhofs interessant. Da das Bahnhofsgelände als solches offenkundig sanierungsbedürftig sei, setzte sie hier an. Bei einer Landesgartenschau würden viele Besucher mit dem Zug, Bus oder Auto anreisen. Sie könnten dann am Bahnhof ankommen oder parken und sich anschließend über die östliche Bahnhofsseite auf den Weg machen. 

Den Lech entlang ginge es dann in Richtung Volksfestplatz wo ein abgezäuntes Areal den Kern der Schongauer Gartenschau bilden würde. Für Hochrein ist der Volksfestplatz der zweite große Ansatzpunkt, der im Zuge einer Naturierung ins Auge gefasst werden sollte. Er wirke, so die Landschaftsarchitektin, „sehr steril und leblos“. Zudem stelle er eine Verbindung zwischen Altstadt und Lech dar. Würde man außerdem die Promenade am Lech neu gestalten und mehr sichtbare Bezüge zum Fluss herstellen – den Lech „erlebbarer machen“ – würde damit auch der Volksfestplatz aufgewertet: Er bekäme eine Art „Stadtplatzcharakter“. 

Finanziell sei eine Bewerbung für die Gartenschau nicht unrealistisch, betonte sie. Vergangene kleine Gartenschauen kosteten zwischen 2,9 und 4,7 Millionen Euro, berichtete Hochrein. Das nötige Budget für Schongau schätzte sie auf etwas über drei Millionen Euro. 50 Prozent davon würde der Freistaat Bayern übernehmen. 

Neben der Finanzierung stießen die Pläne Hochreins jedoch vor allem in Sachen Verkehrsführung auf Skepsis im Stadtrat. Der Vorschlag der Landschaftsarchitektin beinhaltet nämlich die Sperrung der Lechuferstraße für den Durchgangsverkehr. Die Lechuferstraße sei jedoch zwingend notwendig, konterte Michael Motz. Sie diene als Zufahrtstraße fürs Plantsch und als Zubringer für Schulbusse. Über eine vorübergehende Sperrung könne man reden, so der UWV-Stadtrat, aber auf Dauer sei das nicht möglich.

Am Dienstag wird der Stadtrat über eine Bewerbung für die kleine Landesgartenschau 2021 abstimmen.

Moritz Fink

Auch interessant

Meistgelesen

Erst 2020 barrierefrei
Erst 2020 barrierefrei
Schnittpunkt zwischen Gleis und Straße
Schnittpunkt zwischen Gleis und Straße
Digitale Ergänzung kommt an
Digitale Ergänzung kommt an
Das Pizzakarton-Problem
Das Pizzakarton-Problem

Kommentare