Zuschuss für Eislaufabteilung – Beim Eisstadion dauert es noch

Planungssicherheit für den Schongauer Eissport schaffen

Stadtrat Schongau Eisstadion EAS TSV
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Zahlreich waren die Mitglieder der EA Schongau zur jüngsten Stadtratssitzung gekommen, um die Entscheidung im Gremium mitzuverfolgen.
  • Astrid Neumann
    VonAstrid Neumann
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Schongau – Der Defizitausgleich für den Betrieb des Eisstadions sowie die Auflösung der Verbindlichkeiten gegenüber dem Hauptverein standen in der jüngsten Stadtratssitzung ebenso auf der Tagesordnung wie auch die Übernahme der Kosten für die Sanierung des Stadiondaches und den Neubau eines Umkleide- und Technikgebäudes. Während die Kostenübernahmen durchgewunken wurden, muss sich die Eislaufabteilung in Sachen Eisstadion noch in Geduld üben.

Schon vor Beginn der Sitzung richtete Bürgermeister Falk Sluyterman vor dem Jakob-Pfeiffer-Haus das Wort an die TSVler: „Es ist Druck im Kessel, das nehmen wir wahr“, versicherte er. Gleichzeitig machte das Stadt­oberhaupt auch deutlich, dass er davon ausgehe, dass dem Zuschussantrag zugestimmt werde. Zudem sei es aufgrund der Corona-Beschränkungen wohl nicht möglich, dass alle Anwesenden die Sitzung verfolgen können.

Diejenigen, die im Saal Platz fanden, mussten sich noch rund zwei Stunden gedulden ehe ihre Anträge behandelt wurden. Im Jahr 2020 ist es durch die eingeschränkte Öffnung und Vermietung des Eisstadions zu einer Liquiditätsabnahme von 43.087 Euro gekommen, heißt es in dem Antrag des TSV. Bei der Übernahme des Defizitausgleichs durch die Stadt, welche auch schon im Haupt- und Finanzausschuss vorberaten wurde, gab es keine Diskussion. Der Stadtrat stimmte einstimmig dafür.

„Um den Betrieb des Eisstadions aufrechterhalten zu können, werden, sobald der Kontokorrentrahmen des Betriebskostenkontos ausgeschöpft ist, finanzielle Mittel durch den Hauptverein zur Verfügung gestellt“, heißt es im zweiten Teil des TSV-Antrags. Die Verbindlichkeiten des Stadionbetriebs gegenüber dem Hauptverein betragen derzeit insgesamt 89.249,57 Euro. Um die finanzielle Handlungsfähigkeit des TSV Schongau sicherzustellen, sei es notwendig, die Verbindlichkeiten des Stadionbetriebs gegenüber dem Hauptverein aufzulösen. Mit einer Gegenstimme – der von Martin Schwarz (SPD) – stimmte der Stadtrat zu, einen Zuschuss zum Betriebskostenkonto in Höhe von 89.000 Euro zu gewähren.

Alter Sachstand

Etwas anders stellte sich die Lage bei der Übernahme der Planungskosten für die Sanierung des Stadiondachs und für den Neubau des Umkleide- und Technikgebäudes durch die Stadt dar. Für die Dachsanierung wären das rund 15.000, für den Neubau rund 90.000 Euro.

Dieser Antrag basiere noch auf einem alten Sachstand, nämlich vor der Aufnahme des Projekts in den Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten (IPS), wie Stadtbaumeister Sebastian Dietrich erläuterte. Hier hat Schongau nun eine Förderzusage über 960.000 Euro erhalten (wir berichteten). Hier gelte es aber zu prüfen, ob die bisherigen Vorarbeiten ausreichen und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, so Dietrich weiter. „Wir riskieren sonst den Verlust der Förderung“, machte der Stadtbaumeister deutlich.

So schnell wir möglich geklärt haben wollte das Michael Eberle (CSU), der die Förderung als „ein Geschenk des Himmels bezeichnete“. Der Verein brauche schließlich eine ordentliche Ausstattung. Damit ein Eisstadion zu haben ohne es als Stadt zu haben, fahre man eh unglaublich günstig, so Eberle, der das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder lobte. „Wir müssen alles dafür tun, um das Eisstadion zu erhalten“, setzte sich auch Mona Maucher (UWV) für die Abteilung ein.

Anders sah das Gregor Schuppe (ALS). Er könne dem bei der derzeitigen finanziellen Lage der Stadt nicht zustimmen, so lange die Mittelschule noch nicht fertig ist. Zudem halte er eine komplett andere Planung für nötig. „Wollen wir in einem halb offenen Station Eis machen, wenn es im September 25 Grad hat?“, fragte er und verwies auf den Klimawandel. Vielmehr brauche man eine Multifunktionshalle, die das ganze Jahr über nutzbar sei. Zu Eberle gewandt meinte Schuppe: „Das ist kein Geschenk des Himmels, sondern das Geld der Steuerzahler.“

Der Antrag von Eberle, die Verwaltung solle nach der Sommerpause im September über den aktuellen Sachstand berichten, lehnte der Stadtrat mit 10:12 Stimmen ab. Stadtbaumeister Sebastian Dietrich machte auch noch einmal deutlich, dass das so schnell gar nicht möglich sei.

Mit nur zwei Gegenstimmen einigte sich das Gremium auf den Vorschlag der Verwaltung: die Weiterbewilligung der Zuwendungen aus dem Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten zusammen mit dem städtischen Eigenanteil zur Deckung in Aussicht gestellt. Das bedeutet: Sobald die Förderung bewilligt ist, wird diese an den TSV weitergereicht. „Das soll Planungssicherheit für den TSV Schongau schaffen“, so Dietrich. Ein Beschluss zur konkreten Übernahme von Planungskosten soll erst nach Klärung der förderrechtlichen Rahmenbedingungen folgen.

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