Eine Dos(is) Nachhaltigkeit

Plastikmüll vermeiden: Metzgerei Filser stellt auf Mehrwegboxen um

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Nachhaltig, praktisch und vakuumierbar: Barbara und Ludwig Filser zeigen sich von der ecoBox überzeugt. Als erste Metzgerei in Bayern bietet der Altenstadter Meisterbetrieb dieses System an.

Altenstadt – Sie sieht gut aus, hält Lebensmittel länger frisch und trägt das durchdachte Konzept bereits im Namen: ecoBox nennt sich die neue Frischhaltedose aus Medizinischen Kunststoff, die – dank Mehrweg – eine nachhaltige Reduzierung von Plastikmüll ermöglicht. Als erste Metzgerei in Bayern bietet nun die Metzgerei Filser diese ecoBox an. Und wie es aussieht, hat der Altenstadter Meisterbetrieb damit den Nerv seiner Kundschaft getroffen.

Vom Erfolg gleich am ersten Tag, nachdem die Metzgerei die Boxen im Pfandsystem in den Verkaufsvorgang integrierte, war nicht nur Metzgermeister Ludwig Filser selbst sehr überrascht. Auch seine Frau Barbara, die ebenfalls mit ihm im Laden steht und gemeinsam mit ihrem Mann das Rad ins Rollen gebracht hat, zeigt sich beeindruckt von der Bereitschaft der Kunden, die neuen Frischhalteboxen auszuprobieren und sich direkt im Geschäft befüllen zu lassen. „Über ein Viertel unserer Kundschaft ist spontan auf unser Mehrwegsystem angesprungen“, freut sich Ludwig Filser, der bereits seit längerem eine Alternative zum anfallenden Verpackungsmüll suchte. Einen ersten Schritt in Richtung Nachhaltigkeit hatte der Metzgermeister bereits Anfang Juni mit der Umstellung von Alu- auf Papierformen für das hausgemachte Leberkäsbrät gemacht, 2.500 Alu-Formen pro Jahr können so eingespart werden. Zufrieden geben wollte er sich damit aber nicht.

Im Rückblick habe seine Tochter Elisabeth den Ausschlag gegeben, sich näher mit Alternativen zur Vermeidung von Plastikmüll zu beschäftigen. „Wir haben ein Paket bekommen“, erzählt Filser, „dessen Inhalt eigentlich viel zu klein für diesen Karton war“. Viel Füllmaterial blieb deshalb übrig; ein Umstand, der bei Elisabeth zu Erstaunen führte. „Das wird alles weggeworfen?“, hatte sie ihren Vater ungläubig gefragt – und Vater Ludwig zum Lamentieren gebracht. Gleich danach habe er sich an den Computer gesetzt und auf die Suche nach einer Lösung begeben, erzählt er rückblickend. Er sollte nach 1,5 Jahren fündig werden. „Eine Metzgerei in Trier hatte auf ecoBox umgestellt“, erinnert sich Filser. Ein Telefonat später hatte er alles Wissenswerte dazu erfahren – und im Anschluss gleich Kontakt mit der Herstellerfirma der Frischhaltedosen aufgenommen.

Seit Anfang September nun können Kunden der Metzgerei Filser diese durchdachten, in verschiedenen Größen angebotenen ecoBoxen nach Hinterlegung eines Pfandbetrags mit nach Hause nehmen. Ein rotierendes Hygieneprogramm sorgt dafür, dass alle lebensmittelrechtlichen Standards eingehalten werden. „Die Box wird nach Entleerung vom Kunden daheim gespült und beim nächsten Einkauf bei uns wieder mitgebracht und nochmals nachgereinigt“, erklärt Ludwig Filser. Wird dann dort wieder eingekauft, reicht die Fachverkäuferin eine frische Dose über den Tresen – gefüllt mit frischen Fleisch- und Wurstwaren, köstlichen Salaten oder Spezialitäten aus dem Angebot der Metzgerei Filser.

Bis zu 100 Umläufe kann so eine Dose aus BPA (der Weichmacher Bisphenol A) freien Kunststoff dann gehen, bevor sie eventuell aus dem System genommen werden muss und komplett recycelt wird. Viel Verpackungsmaterial, viel Plastikmüll, der beim konventionellen Verkauf im Ladengeschäft anfallen würde, kann so gespart und ersetzt werden. Ein einmal investiertes Pfand ist alles, was in Sachen Verpackungspreis anfällt, der Nutzen ist umso größer. „Unsere Kunden investieren damit in die Umwelt“, fasst es Ludwig Filser abschließend zusammen.

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