Die Landfrauen luden ein

Bauernhofbrunch mit Landtagskandidaten

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Tauschten sich beim Brunch über die Situation der Bauern aus: Angelika Karg, stv. Kreisbäuerin Maria Lidl, Andreas Krahl, Martin Zeil, Susann Enders, Dominik Streit, Harald Kühn sowie Kreisbäuerin Christine Sulzenbacher (v. links).

Altenstadt – Die Bäuerinnen und Bauern stehen vor großen Herausforderungen. Auf der einen Seite werden die Ansprüche und Erwartungen von Verbrauchern und Gesellschaft immer höher und auf der anderen Seite setzen die Märkte und die Handelskonzerne die Erzeugerpreise unter enormen Druck. Um sich hierzu mit Landtagskandidaten verschiedener Parteien auszutauschen und die Anliegen der Landfrauen an die Politiker heranzutragen, luden Kreisbäuerin Christine Sulzenbacher, die stellvertretende Kreisbäuerin Maria Lidl und die Mitglieder der Kreisvorstandschaft der Landfrauen auf den Betrieb der Familie von Kathrin Högg in Altenstadt ein.

„Mit 30 Milchkühen und etwa 30 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche sind wir ein klassischer ‚normaler‘ Milchviehbetrieb im Landkreis“, erklärte Juniorbetriebsleiter Matthias Högg einleitend. Bei den verschiedenen angesprochenen Themenbereichen wurde die Komplexität und Vielschichtigkeit schnell deutlich.

Während Andreas Krahl (Grüne) eine zu hohe Milch­erzeugung in Deutschland als wesentliche Ursache für die schlechten Preise sieht, erteilte Martin Zeil (FDP) einer staatlichen Reglementierung der Milchmenge eine klare Absage. „Die Milchquote war ein Schuss in den Ofen“, so der frühere bayerische Staatsminister. „Mit der neuen Düngeverordnung werden der Landwirtschaft große Steine in den Weg gelegt“, sagte Maria Lidl und forderte die Politik auf, mögliche Spielräume zu nutzen. „Beispielsweise sind die starren Sperrfristen bei der Gülleausbringung oft hinderlich“, so Lidl. Auch bei der geforderten Ausbringtechnik wird gerade für die kleinstrukturierte Landwirtschaft Nachbesserungsbedarf gesehen.

Bei der Weiterentwicklung der Agrarförderung wurden die unterschiedlichen Bewertungen deutlich. Zwar wurde von keinem der Anwesenden die Abschaffung der sogenannten „ersten Säule“ gefordert. In der Gewichtung oder Verteilung zwischen „erster“ und „zweiter Säule“, das heißt zwischen der Betriebsprämie einerseits und einer Förderung nach Kulturlandschaftsprogramm beziehungsweise Vertragsnaturschutz andererseits, würden Andreas Krahl und auch Dominik Streit (SPD) die Gelder in Richtung zweiter Säule verschieben. Dem erteilte Harald Kühn (CSU) eine Absage. Vom Grundsatz solle an der bisherigen Fördergestaltung festgehalten werden. Nach seiner Überzeugung braucht es einen ganzheitlichen Ansatz von Steuer-, Umwelt-, Jagd-, Baurecht, etc. Und hier sei die Politik gefordert, so Kühn.

Zustimmung gab es bei der Forderung von Angelika Karg, die Bildungsarbeit zur Landwirtschaft in den Schulen zu verbessern. „Hier wird oft ein falsches Bild von der Landwirtschaft gezeichnet“, berichtet Karg aus eigener Erfahrung mit ihrem Sohn. Jeder Grundschüler sollte wenigstens einmal einen Bauernhof besucht haben und auch in den weiterführenden Schulen müsse Landwirtschaft thematisiert werden.

Eine Forderung von Kreisbäuerin Sulzenbacher an die Politik war, dass bei der Verpflegung in öffentlichen Einrichtungen Wert auf regionale Produkte gelegt wird und nicht nur nach dem „Billigstprinzip“ einzukaufen sei.

Viel Zustimmung bekam die von Angelika Welz vorgebrachte Forderung nach einer flächendeckenden medizinischen Versorgung im ländlichen Bereich und bei der Geburtsversorgung mit Hebammen. Susann Enders (Freien Wähler) sieht die Ursachen der heutigen Missstände in einer verfehlten Regierungspolitik der letzten Jahrzehnte. „Dabei wäre die Umsetzung einfach, aber das Gesamtprogramm muss stimmen“, so Enders.

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