Wird der Hettenweg für Biker freigegeben?

Radfahrer und Wanderer am Hohen Peißenberg: Keine Lösung in Sicht

Trail Bike Wanderer Hoher Peißenberg
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Das Anlegen von illegalen Trails im Wald auf dem Hohen Peißenberg hat zu Konflikten und Anzeigen geführt.

Hohenpeißenberg – Die Nutzung der Wanderwege auf dem Hohen Peißenberg durch Downhill-Radfahrer bleibt ein Dauerbrenner-Thema. Konflikte und Meinungen dazu gibt es unter dem Rigi viele. Im Gemeinderat kam im Juni sogar die Frage auf, ob es die anderen Wege entlasten würde, wenn man den „Hettenweg“ für Radfahrer freigibt. 

Wie mehrfach berichtet, werden die Wanderwege immer wieder von Radfahrern genutzt. Das ist aber aus mehreren Gründen problematisch.

Einerseits wird das Wild aufgeschreckt, vor allem wenn die Radler in der Dunkelheit unterwegs sind, zum anderen sind die Wege als Wanderwege geschaffen worden und für die Nutzung durch Radfahrer schlichtweg nicht ausgelegt.

Neue Brisanz

Eine neue Brisanz hat die ganze Angelegenheit nun bekommen, da nicht mehr nur die Wanderwege befahren werden, sondern auch illegale Trails im Wald angelegt wurden. Die bayrischen Staatsforsten waren dadurch gezwungen Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten.

Wie Gemeinderat Rudi Hochenauer (SPD), selbst Anwohner am Hohen Peißenberg, erklärt, war dies aus Haftungsgründen nötig. Denn wenn ein illegaler Trail in einem Waldgebiet entsteht, haftet für Unfälle immer der Waldbesitzer, egal, ob es sich um staatlichen oder privaten Wald handelt.

Daher sollte immer – sobald Spuren eines illegalen Trails entdeckt werden – Anzeige gegen Unbekannt erstattet werden. Sobald erkennbar ist, dass ein Waldgebiet mit dem Rad befahren wird, wird von einer „Duldung“ des Trails ausgegangen und im Falle eines Unfalls hafte dann der Waldbesitzer.

Weiter sagte Hochenauer, dass es eine Frechheit sei, einen solchen illegalen Trail anzulegen, dafür Bäume umzuschneiden und in fremdes Waldgebiet einzugreifen. Immer wieder fallen auch Setzlinge und Jungpflanzen den illegalen Trails zum Opfer.

„Hier wird ohne Rücksicht durch den aufkommenden Nachwuchs gebrettert, weil diese Bäumchen der Ideallinie im Weg sind“, so Hochenauer. Es besteht ein enormes Spannungsfeld zwischen Forstwirtschaft, Naturverjüngung und ökologischen Aspekten einerseits und einem großen Freizeitdruck andererseits.

Wie das Problem in Hohenpeißenberg nun letztendlich gelöst wird bleibt aktuell unklar. Eine Idee wäre es, so Bürgermeister Thomas Dorsch (CSU) eine Kooperation mit dem Tourismusverband zu suchen, um die illegalen Strecken einzudämmen.

An sich könnte Dorsch sich auch die Freigabe des „Hettenweges“ vorstellen, dieser Weg wäre zumindest für die Radfahrer geeignet. Die größte Hürde stellt aber auch dann weiterhin die Haftungsfrage dar.

Stunk vorprogrammiert

Außerdem müsse man auch bedenken, dass es früher oder später zu Kollisionen zwischen Radfahrern und Wanderern kommen würde – und das nicht unbedingt (nur) körperlich, sondern auch verbal.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiter entwickelt. Stand Mitte August hat sich die Lage etwas entspannt, berichtet Rudi Hochenauer: „Es ist seit Anfang Juli bei uns ruhiger geworden, einmal als bekannt wurde, dass Anzeigen erstattet wurden und weil man wieder reisen konnte. Dies, denke ich, hat den Druck aus dem Kessel genommen“.

Susanne Löw

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