Radwegekonzept rund ums Schulzentrum

Mehr Abstellanlagen

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Stadtbaumeister Sebastian Dietrich (links) und Tiefbauchef Martin Blockhaus (rechts) erläuterten den Mitgliedern des Bauausschusses vor Ort die Details zum Radwegekonzept.

Schongau – Wie sollen die Radfahrer rund um das Schulzentrum geführt werden, wenn dort der geplante Kreisverkehr errichtet wird? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Bauausschuss nun eingehend während eines Ortstermins. Das Thema sollte eigentlich bereits in der vorangegangenen Woche im Stadtrat behandelt werden, wurde jedoch dann verschoben, um sich vor Ort ein besseres Bild machen zu können.

Rund 13.500 Fahrzeuge passieren jeden Tag die Marktoberdorfer Straße. Am Schulzentrum und dem dort geplanten Kreisverkehr muss die Stadt daher eine Lösung finden, um die Verkehrssituation auch für Fahrradfahrer sicherer zu gestalten. Das geschieht unabhängig von der Erstellung eines gemeinsamen Radwegekonzepts mit den Nachbargemeinden Altenstadt und Peiting (wir berichteten).

An Ort und Stelle konnten Stadtbaumeister Sebastian Dietrich und Tiefbauchef Martin Blockhaus den Mitgliedern des Bauausschusses doch einige Gegebenheiten anschaulicher erläutern als auf einem Plan. So zeigte Blockhaus im Bereich zwischen der Einmündung Fanschuhstraße bis zur Spinne auf, dass die Straßenbreite hier nicht für einen Bedarfsradweg ausreicht. Mit Fahrbahnbreiten von 7,07 bis 7,65 Meter sei zu wenig Fläche für einen Schutzstreifen von 1,28 bis 1,57 Meter Breite verfügbar, erläuterte der Tiefbauchef.

Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, sprühte Blockhaus provisorisch einen solchen Streifen auf die Straße. Die vorbeifahrenden Autos überfuhren alle diese Markierung. „Die Maße unterschreiten die Empfehlungen für die Breite von Schutzstreifen“, so Blockhaus. Nach Ansicht des Bauamtes und auch der Schongauer Polizei sei eine Verbesserung der derzeitigen Situation durch einen Schutzstreifen nicht zu erwarten, da dieser dauerhaft befahren werden würde.

Anders sah das Bettina Buresch: „So ein Schutzstreifen ist immer positiv“, so die ALS-Rätin. Im normalen Verkehr würde ein Streifen nicht stören und sowohl Sicherheit als auch Aufmerksamkeit erhöhen. Dabei handele es sich einfach um ein Signal an die Autofahrer, ähnlich wie bei einem Zebrastreifen, so Buresch.

Kein Schutzstreifen

Wenn der Schutzstreifen aber dauerhaft überfahren werde, sei das schlichtweg nicht zielführend, entgegnete Blockhaus und verwies auf eine entsprechende Stellungnahme der Polizei. Mit 6:3 Stimmen lehnte der Bauausschuss die Markierung eines Schutzstreifens zwischen der Fanschuhstraße und der Kreuzung Spinne ab. Mit einer Gegenstimme beschloss der Bauausschuss außerdem, auch zwischen dem Kreisverkehr Schulzentrum und der Einmündung Fanschuhstraße keinen Schutzstreifen für Radfahrer anzulegen.

Im und um den Kreisverkehr

Laut dem beauftragten Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen (SVK) soll der Radverkehr über die Kreisfahrbahn geführt werden. Das sei außerdem der Standardfall innerorts für kleine Kreisel. Auch Stadtbaumeister Sebastian Dietrich bescheinigte einer solchen Verkehrsführung eine gute Eignung. Eine zusätzliche Markierung soll verhindern, dass Fahrradfahrer im Kreisel überholt werden, so Dietrich.

In die andere Richtung zum Rößlekellerberg hin, hatten die Planer einen zusätzlichen Radweg vom Kreisverkehr bis zur Unterführung im Bereich der geplanten Parkplätze des Landrats­amtes vorgeschlagen. Auch der bestehende Realschulparkplatz solle laut SVK verlegt werden, um den Radweg zum Rößlekellerberg weiterzuführen. Diesen Vorschlag hat der Stadtrat aber bereits im vergangenen Jahr abgelehnt. Stattdessen wurde von Seiten des Bauamtes vorgeschlagen, am Kreisel eine öffentliche Rad­abstellanlage zu prüfen und gegebenenfalls zu realisieren. Dem stimmte der Bauausschuss einstimmig zu.

Fahrradstraße?

Richtung Altstadt bzw. Lech­umlaufberg soll der Fahrradverkehr vorrangig über die Bürgermeister-Lechenbauer Straße erfolgen. Das Planungsbüro hatte vorgeschlagen, diese als Fahrradstraße mit dem Zusatz „Bus frei“ zu kennzeichnen. Diesbezüglich verwies Stadtbaumeister Sebastian Dietrich darauf, dass sich so ein Konflikt zwischen Fahrradfahrer und Fußgänger verschärfen könnte, wenn eine vermeintliche Bevorrechtigung der Radler gegenüber kreuzenden Fußgänger stattfinde. Auch eine vergleichbare individuelle verkehrsrechtliche Anordnung sei denkbar. Hier müssten außerdem die besonderen Belange des Fahrradverkehrs, der Lehrkräfte und der Nutzer der Lechsporthalle berücksichtigt werden. Dem folgte das Gremium einstimmig. 

Astrid Neumann

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