Wegen Steigung und Aushub:

Skepsis beim Wiesen-Radweg

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Ein Radweg von Schongau nach Birkland ist der Plan. Die enge Kurve in der Steigung (im Hintergrund) steht dem Vorhaben jedoch im Weg.

Birkland – Eher skeptisch fielen die Reaktionen auf einen Vorschlag aus, der im Süden von Birkland einen 750 Meter langen Fuß- und Radweg abseits der Straße vorsieht. Dieses Stimmungsbild ergab die Bürgerversammlung im Gasthof Neuwirt.

Kritisch gesehen wurde vor allem, dass der geplante Weg über Wiesen führt und dabei beträchtliche Steigungen bzw. Gefällstrecken aufweist. Die Skizze dazu stellte der neue Mitarbeiter im Marktbauamt, Fabian Kreitl, den Besuchern der Bürgerversammlung vor.

Laut Bauingenieur Kreitl müssten für die Variante 1 (asphaltierter Belag) zirka 5.900 Kubikmeter Material abgetragen werden. Das Gelände steigt dort in einem Abstand von 83 Metern um zehn Meter an bis zur Kuppe, die sich auf 750 Meter über Meereshöhe befindet. Die Kosten würden 170.000 Euro betragen.

Zweite Variante sei ein Schotterweg, der im Winter bei Eis und Schnee nicht zu benutzen sei. Dafür müsste man 70.000 Euro investieren. Mehrere Redner brachten dazu aber Bedenken vor, dass es diesen Weg bei Regen stark auswaschen würde und er regelmäßig hergerichtet werden müsse. Eine Deckschicht sei ein Muss, hieß es aus dem Kreis der Birkländer Bürger.

Bürgermeister Michael Asam merkte dazu an, ein kombinierter Geh- und Radweg, der nicht zu steil angelegt werden dürfe, bedeute einen „zu starken Einschnitt“ in die Topografie. Ein weiterer Nachteil der „Wiesen-Variante“ sei, dass zwei Anlieger oberhalb der gefährlichen Kurve an der Staatsstraße 2014 (von Schongau nach Birk­land) keine Anbindung an eine solche Trassenführung hätten. Der Rathauschef gab den Ausblick, die Gemeinde werde nochmals Gespräche mit dem Eigentümer aufnehmen, der bislang nicht bereit dazu sei, für einen gut zwei Meter breiten Geh- und Radweg entlang der St 2014 einen 30 Meter langen Streifen abzutreten. Eine solche Variante würde 300.000 Euro kosten; dabei könne die Gemeinde jedoch mit Zuschüssen rechnen.

Die enge Kurve in der Steigung, bevor es nach Birkland hineingeht, wird allgemein als Gefahrenstelle Nummer eins bewertet. Man müsse sich wundern, dass dort noch nicht mehr passiert sei, meldete sich ein Birkländer zu Wort. Die knapp 30 Kilometer lange Staatstraße 2014 zwischen Schongau und Dießen ist nur in wenigen Abschnitten ausgebaut worden. Ein Großteil der Strecke ist kaum sechs Meter breit und enthält gefährliche, unübersichtliche Kurven.

„Der Verkehr nimmt wahnsinnig zu“, rief ein Mann in der Gaststube nach vorn; es müsse gehandelt werden. Ein anderer Bürger sprach gar von „lebensgefährlichen“ Situationen. Es käme vor, dass Autofahrer einen Fußgänger oder Radler mitten in der Kurve überholen.

Der Vorschlag, die Kurve zu verbreitern und auf der Ostseite einen schmalen Gehweg anzuschließen, wird ebenfalls skeptisch bewertet. Denn dies würde einen gewaltigen Aufwand beim Erstellen des Unterbaues und damit hohe Kosten verursachen.

Nur einen schmalen Fußweg neben der Straße, der nicht den aktuellen Ausbaurichtlinien entspricht, das möchte wiederum die Gemeinde nicht. Der geschäftsleitende Beamte im Peitinger Rathaus, Stefan Kort, verwies da auf die Haftungsfrage, wenn auf einem solchen Abschnitt ein Unfall passiert. Da könne die Kommune sehr schnell dran sein. Wenn die Gemeinde abseits der Vorgaben für Fuß- und Radwege was realisiere, müsse man kritisch hinterfragen, ob das vor dem Gesetz standhalte, sagte Kort. 

Johannes Jais

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