Raiffeisenbank-Filiale in der Schongauer Altstadt

Nur die Automaten bleiben

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Die Zweigstelle der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel in der Münzstraße wird in eine SB-Filiale umgewandelt. Wann genau, ist noch offen.

Peiting – Die anhaltende Niedrigzinsphase und steigende regulatorische Anforderungen sind zur Belastungsprobe für die Banken geworden. Umso zufriedener ist man bei der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel mit dem abgelaufenen Jahr. Denn trotz der schwierigen Rahmenbedingungen ging der Gewinn nur leicht zurück, die Bilanzsumme sogar deutlich nach oben. Für die Geschäftsstelle in der Schongauer Altstadt sind die Tage dennoch gezählt. Sie wird zur SB-Filiale.

„Uns geht es noch gut“: Diese wichtige Botschaft schickten die beiden Bank-Chefs Mario Lindauer und Stephan Rupprecht bei der Bilanzpressekonferenz gleich vorweg. Tatsächlich zeigten die Zahlen des vergangenen Jahres, die sie präsentierten, fast ausnahmslos nach oben. Die Bilanzsumme stieg um vier Prozent von 686 auf 714 Millionen Euro. Das Kreditgeschäft legte um knapp sieben Prozent von 332 auf 354 Millionen Euro zu. 

Stephan Rupprecht (li.) und Mario Lindauer in luftiger Höhe. Unten der fertige Kreisel vor dem Raiffeisenbank-Gebäude.

Noch stärker, nämlich um 18 Prozent auf 35 Millionen Euro, wuchs die Summe der Kredite, die das Kreditinstitut über Verbundpartner abwickelte. Dies liege vor allem an der starken Nachfrage an langfristigen Krediten. „Die Kunden wollen sich die niedrigen Zinsen verständlicherweise für einen möglichst langen Zeitraum sichern“, erklärte Rupprecht. Wegen des Zinsänderungsrisikos könne man jedoch als Regionalbank nur Kredite bis zu einer Laufzeit von zehn Jahren vergeben.

Die Kundeneinlagen kletterten derweil um drei Prozent auf 493 Millionen Euro. Das gesamte betreute Kundenvolumen betrug damit rund 1,1 Milliarden Euro. „Das ist ein Riesenvertrauensbeweis für unser Haus“, freute sich Rupprecht.

Gut aufgestellt ist die Bank auch bei der Eigenkapitalquote. Sie stieg mit 18,4 Prozent auf den höchsten Stand der letzten Jahre. Nur beim Gewinn gab es einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Er sank leicht von 1,49 auf 1,29 Millionen Euro. Im Vergleich mit den anderen bayerischen Raiffeisenbanken liege man im Spitzenfeld, betonten die Vorsitzenden. Eine Fusion sei derzeit deshalb überhaupt kein Thema.

Dass es der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel trotz der schwierigen Rahmenbedingungen vergleichsweise gut geht, begründeten Lindauer und Rupprecht mit schlanken Strukturen und strenger Kostenkontrolle. Damit diese Rechnung auch in Zukunft aufgeht, wird das Kreditinstitut sein Filialnetz überarbeiten. Betroffen davon ist Schongau: Die Geschäftsstelle in der Münzstraße soll in absehbarer Zeit in eine Selbstbedienungs-Filiale umgewandelt werden. 

Die bislang dort beschäftigten Mitarbeiter ziehen dann in die größere Zweigstelle in Schongau West um, die zu einem Beratungszentrum mit vier neuen Büros ausgebaut wird. Eine umgekehrte Vorgehensweise, also eine Konzentration am Altstadt-Standort, scheitere am fehlenden Platz, erklärte Rupprecht. „Außerdem haben wir in Schongau West genügend Parkplätze.“ Ähnlich war die Bank bereits in Peiting vorgegangen, wo die Filiale am Hauptplatz seit kurzem nur noch Geldautomat und Kontoauszugsdrucker beherbergt und die Mitarbeiter in die Hauptstelle umgezogen sind (der Kreisbote berichtete).

Immer mehr online

Bei Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman sei die Freude über diesen Schritt verständlicherweise eher verhalten gewesen, gab Rupprecht zu. Als Grund für die Entscheidung führten er und Lindauer den digitalen Wandel an. Mittlerweile würden über 60 Prozent der Konten online geführt, immer weniger Kunden würden für die normalen Serviceleistungen wie Überweisungen oder Kontoauszüge die Filiale aufsuchen. „Vor dieser Entwicklung können wir uns nicht verschließen.“ Hinzu komme, dass die Zusammenlegung auch die personelle Organisation, etwa bei Urlaubsvertretungen, erleichtere. Ein genaues Datum für den Umzug steht noch nicht fest. „Wir haben keinen Zeitdruck.“

Nicht mehr in offizieller Funktion erleben wird diesen Karl Graf. Der ehemalige Hohenpeißenberger Bürgermeister und Vorsitzende des Aufsichtsrates hat seinen Platz im Gremium aus Altersgründen geräumt. Nachfolger ist der Peitinger Steuerberater Georg Huber. Wer neuer Vorsitzender wird, entscheidet der Aufsichtsrat in seiner nächsten Sitzung im Juli.

Christoph Peters

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