Florian Hallmann aus Schongau gewinnt Rasenmäher Cup

Formel 1 der Rasenmäher

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Zweimal fährt Florian Schmid mit der Nummer 45 seinem Kontrahenten Florian Hallmann (Nummer 111) am Start davon, doch Hallmann gewinnt durch seine überzeugende Aufhohljagd.

Schongau – Mit einer beeindruckenden Fahrleistung auf seinem roten Flitzer mit der aufgedruckten schwarzen 111 hat Florian Hallmann vom Racing Team Märchenwald am Samstag den zehnten Pfaffenwinkler Rasen- mäher Cup in der offenen Klasse gewonnen. Bei zwei von drei Durchgängen siegte Hallmann und sicherte sich so den einen so wertvollen Punkt Vorsprung zum Sieg.

Motorengeknatter und Benzingeruch liegen in der Luft, einige Mechaniker noch unter den kleinen Rennmaschinen. Die letzten Feineinstellungen an Vergaser und Benzinpumpe werden getätigt. Das Rennfieber erhöht sich von Minute zu Minute. Zigaretten werden schier gefressen. Zwölf Fahrer zwängen sich in ihre Rennbekleidung. 

10. Schongauer Rasenmäher Cup

Halt! Auch eine Fahrerin ist mit dabei: Katharina Schmid vom Team Schwarzfahrer aus Maxhütte ist unter den jungen Wilden. Durch ihre Brüder vom Rennfieber infiziert. Die sind schon öfters in Schongau dabei gewesen. Für die 19-Jährige ist es quasi eine Jungfernfahrt. Doch das Mädchen verfehlt am Ende nur knapp einen Podestplatz. Katharina landet auf dem undankbaren vierten Platz. In der offenen Klasse, wohlgemerkt – der Formel 1 der Rasenmäher. 

In drei Klassen wird gestartet. Normal bis 20 PS – verbessert und offen mit etwas mehr Schmackes unter der Haube. So wie bei Florian Schmid, dem Bruder von Katharina. Er ist in Schongau das fünfte Mal dabei. Rennerfahrung hat er genug. Die Rennen sind Lebenselixier für ihn. Nach dem Wettkampf im Sommer in Böbing hat er den Motor seiner Kiste völlig neu überarbeitet und abgestimmt. Er wollte den Lokalmatadoren Martin Sinn, Walter Ott und Andreas Schmid vom Rennstall Misgurnus Fossilis Paroli bieten. Diese gingen aber zu seinem Bedauern in diesem Jahr nicht an den Start.

Doch ein anderer harter Knochen ist da, ein steinharter: Florian Hallmann. Der Schongauer hat sich perfekt auf das Rennen vorbereitet. Sein Einpeitscher, Betreuer und Lehrmeister ist Vater Max. Mit wenigen Ausnahmen immer an seiner Seite. Da rückt ihm eine kleine süße Blondine dem Rennfahrer auf den Leib. Das gibt Motivation. Doch trotz weiblicher Reize geht braucht das Märchenwald Team noch ein Mannsbild: Erich Wielenhammer aus Hohenpeißenberg. Er ist der Chefmechaniker an der roten 111. Einer vom alten Schlag. Immer das Ohr an Getriebe und Motor. „Ohne Erich geht nichts“, sind die lobenden Worte von Max. Erich steuert die perfekte Technik, Vater Max das nötige Kleingeld dazu. „Mit satten 12 000 Euro bist Du dabei“, flüstert er ganz nebenbei. Da bleibt einem die Luft weg. 

Nicht so den Fahrern. Drei Läufe á 15 Minuten müssen sie überstehen. Kurven, Hügel, Schlaglöcher – und alles auf diesem ungefederten Bock. Da werden den Teilnehmern schnell Grenzen aufgezeigt. Unaufmerksamkeit – Fehlanzeige. Zweimal muss Hallmann seinen stärksten Konkurrenten Florian Schmid am Start wegziehen lassen, doch die Aufholjagd lässt selbst die Zweifler staunen. Hallmann erkämpft sich den Sieg. In der verbesserten Klasse stellt einmal mehr Stefan Holzmann aus Steingaden sein fahrerisches Können unter Beweis. Er liefert sich Rundenkämpfe mit Fritzi Eicher – ebenfalls Steingadener – und gewinnt. Dahinter ein Familienwettstreit zwischen Vater und Sohn. Frank Feldmann, ein alter Hase, muss seinem Junior Dominik Stifter den Vortritt lassen. 

Johann Mayer aus Peiting, Erkennungszeichen weißer Sturzhelm Marke Vorkriegsmodell, wird heuer für seine Standhaftigkeit belohnt. Neun Jahre dabei, jetzt Platz eins in der Normalklasse. Gratulation!

Von Hans-Helmut Herold

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