Reaktivieren oder auflassen

Wie geht es weiter mit dem Spielplatz in der Schongauer Weidenstraße?

+
Seit fünf Jahren liegt der Spielplatz an der Weidenstraße mittlerweile brach – über eine Auflassung oder Reaktivierung soll nun entschieden werden.

Schongau – Seit 2014 ist der Spielplatz an der Weidenstraße wegen sicherheitstechnischer Mängel gesperrt. Aus der Nachbarschaft gibt es offenbar sowohl eine Unterschriftenaktion für die Reaktivierung, als auch eine dagegen. Der Bauausschuss hat sich nun dazu entschlossen, erst einmal den tatsächlichen Bedarf abzufragen. Das Grundstück aufgeben, will man nämlich nicht so schnell.

Thomas Ola, beim Stadtbauamt zuständig für Spielplätze, erläuterte zunächst die Geschichte des Kinderspielplatzes. Der wurde in den 1990er Jahren gemeinsam mit dem Wohngebiet an der Rösenaustraße errichtet. Wegen der sicherheitstechnischen Mängel und weil 2013 im Bauausschuss bereits angeregt wurde, den Spielplatz aufzulösen – damals war auch der Spielplatz im benachbarten Wohngebiet Lechänger bereits fertig –, wurde er schließlich gesperrt.

Allerdings befindet sich das 754 Quadratmeter große Grundstück nicht im Besitz der Stadt, sondern wurde ihr lediglich für die Zwecke eines Kinderspielplatzes kostenfrei zur Nutzung überlassen. Würde man die Fläche anderweitig bebauen oder verwenden, wäre der Spielplatz für das Quartier damit natürlich verloren, betonte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich.

In dem Einzugsgebiet für den Spielplatz wohnen, laut der Auskunft des Einwohnermeldeamtes, insgesamt 49 Kinder und Jugendliche, so Liebermann. Für diese solle vermieden werden, dass stark befahrene Straßen auf dem Weg zum Spielen überquert werden müssen. Als Beispiel nannte der Bauamtsmitarbeiter hier die Rösenaustraße, die von den Kindern passiert werden müsste, die von der Weidenstraße Richtung Spielplatz am Lechänger wollen.

Laut einer Siedlungsanalyse, die im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) durchgeführt wurde, leben in dem Ortsteil um die Rösenaustraße mehr als 25 Prozent der unter 18-jährigen Bevölkerung. Damit zähle dieser zu den „jüngsten“ Ortsteilen von Schongau.

Im Vergleich zum Forchet und den westlichen Ortsteilen ist die Anzahl der Kinderspielplätze, laut Liebermann, in den östlichen und nördlichen Ortsteilen sowie der Altstadt wesentlich geringer. Das gehe mit längeren Wegstrecken und dadurch mit einem höheren Risiko für die Kinder einher.

Das seien – so die Sicht der Verwaltung – alles Gründe, den Spielplatz an der Weidenstraße nicht aufzulösen, sondern instand zu setzen. Auch sollten insbesondere für Kinder unter sechs Jahren Spielmöglichkeiten dort geschaffen werden. Haushaltsmittel sind dementsprechend bereits eingeplant, eine Ausführung könnte bereits im Spätsommer oder Herbst dieses Jahres erfolgen.

Doch so schnell wird es nun voraussichtlich nicht gehen. „Wo wohnen denn diese ganzen Kinder?“, wollte CSU-Stadtrat Helmut Hunger zunächst wissen und bezeichnete die Instandsetzung des Spielplatzes an dieser Stelle als Verschwendung. „Hier könnten wir als Stadt mal Geld sparen“, so die Überzeugung des ehemaligen Jugendreferenten. Den Spielplatz habe in der Zeit, in der er geschlossen war, niemand vermisst. Die wenigen Kinder, die dort wohnen, würden außerdem alle zum Spielplatz am Lechänger gehen. „Den nimmt nachher keiner her, weil ihn keiner findet“, so Hungers Überzeugung. Sein Vorschlag stattdessen: Bauplätze auf dem Grundstück schaffen.

„Junge Familien werden nachkommen und auch dieser Spielplatz wird irgendwann wieder von Interesse sein“, hielt Stephan Hild (UWV) dagegen. Schade wäre es allerdings, wenn das Grundstück dann weg wäre. Er schlug deshalb vor, alles so zu belassen und abzuwarten.

Wie denn der tatsächliche Bedarf aussieht und wie viele kleine Kinder bis zwölf Jahre n in der Gegend wohnen, wollten Nina Konstantin und Bettina Buresch (beide ALS) erst einmal geklärt haben. Da der Spielplatz allerdings seit 2014 geschlossen ist, könne der Bedarf derzeit einfach nicht ermittelt werden, so Thomas Ola vom Bauamt.

Statt einer Instandsetzung beschloss der Ausschuss, nun zunächst den Bedarf vor Ort abzufragen. Dabei sollen auch die Jugendreferenten Mona Maucher und Thomas Schleich einbezogen werden und vor allem auch Wünsche der Anwohner und potentiellen Nutzer ermitteln. „Erst dann entscheiden wir über eine Auflassung oder Reaktivierung“, so Bürgermeister Falk Sluyterman. 

asn

Auch interessant

Meistgelesen

Gewinnen Sie 6 Tage zu zweit im 4*S Verwöhnhotel am Achensee
Gewinnen Sie 6 Tage zu zweit im 4*S Verwöhnhotel am Achensee
Führungswechsel bei der Schongauer SPD
Führungswechsel bei der Schongauer SPD
Peitinger SPD benennt ihre Kandidaten für Kommunalwahl
Peitinger SPD benennt ihre Kandidaten für Kommunalwahl
"Von Saege bis Brecht" unterhält Besucher
"Von Saege bis Brecht" unterhält Besucher

Kommentare