Bürger mit Eifer dabei

Verkehr, Parken und Lärmschutz Themen der Bürgerversammlung

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Jede Menge Gesprächsbedarf – während und sogar noch nach der Bürgerversammlung: Von links die Gemeinderäte Gerhard Heiß, Herbert Salzmann, Michael Deibler, Herwig Skalitza, Peter Ostenrieder, Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Bürgermeister Michael Asam und Stefanie Wörnzhofer.

Peiting – Endlich mal wieder eine lebhafte Diskussion bei der Peitinger Bürgerversammlung. Das habe es so seit 20 Jahren nicht mehr gegeben, meinte ein altgedienter Gemeinderat nachher. Im Mittelpunkt der Wortmeldungen standen die Themen Verkehr und Parken, vor allem an der stark belasteten Meierstraße mitten im Ort. Aber auch, dass für das geplante Baugebiet Basiliwiese eine Lärmschutzwand am Wellenfreibad erforderlich ist, erregte die Gemüter.

Die Sache mit dem Immissionsschutz als Hemmschuh für zusätzlichen Wohnraum bezeichnete der Peitinger Bürger Konrad Obermeier gar als „Drama“. Bürgermeister Michael Asam hatte zuvor im Beisein von Landrätin Andrea Jochner-Weiß erklärt, die Beamten am Staatlichen Landratsamt würden „nach Gesetz und Vorschrift“ arbeiten. Das Problem seien die Vorgaben des Bundes. Konrad Obermeier hakte nach und meinte, andere Gemeinden würden sich da „auf d‘ Füaß“ stellen und was voranbringen. Diese Bewertung wollte Asam vor 150 Besuchern in der Schloßberghalle nicht so stehen lassen. Er bezeichnete den Kommentar gar als „absolut unqualifiziert“. Der Rathauschef fügte den Satz hinzu: „Wir können verhandeln, aber nicht gesetzeswidrig handeln.“

Andreas Schmid aus Peiting brachte die Überlegung ins Spiel, anstelle des Wellenfreibades, das 45 Jahre alt sei, evtl. woanders ein neues Freibad zu errichten, damit auf der westlichen Seite der Peitnach das Wohngebiet auf der Basiliwiese verwirklicht werden könne. Dort sollen mindestens 45 Grundstücke ausgewiesen werden und auch eine dreigruppige Kindertagesstätte gebaut werden.

Das Thema Bauland hatte Asam in den Mittelpunkt gerückt, als er auf der Bürgerversammlung Bericht erstattete. Er erinnerte an die erste Planung, worin gar eine bis zu sechs Meter hohe Schallschutzwand nahe des Wellenfreibades zur Peitnach hin erforderlich gewesen wäre. Jetzt lägen von einem anderen Büro zwei Varianten vor, die in der Mitte (beim Becken) eine Höhe bis zu vier Meter vorsähen und an der nördlichen Seite etwas flacher seien. Man sei so weit zu sagen, dass im Freibad ein Phantomgerüst mit den Höhen der Schallschutzwände aufgestellt werde, sagte Asam auf der Bürgerversammlung. Er erwähnte auch, dass wenigstens zwölf Bauplätze nahe am kleinen Kreisverkehr in der Lexe erschlossen werden können.

Vorschlag für Haltestelle

Andreas Schmid sprach ein weiteres Anliegen zum Verkehr im Ortszentrum an, konkret zur Oberen Straße. Autos und Lastwagen seien zu schnell unterwegs. Die Obere Straße sei stark frequentiert, und es käme dort zu unübersichtlichen Situationen. Dies betreffe vor allem den Bereich, wo der Bus Richtung Schongau hält – allein in der Frühe bis zu siebenmal.

Schmids Vorschlag war, die Bushaltestelle 20 Meter weiter nach Norden zu verlegen, auf dem noch nicht verkauften Kreuzer-Anwesen am Eck zur Schongauer Straße das Garagentor auszuhängen und so ein provisorisches Wartehäuschen zu schaffen. Zudem sollte dort die Bucht ausgeweitet werden, damit der Bus nicht auf der Straße stehen bleiben müsse, sondern rechts heranfahren könne.

Nach der Bürgerversammlung seien, so schilderte Schmid auf Nachfrage des Kreisboten, noch 25 Leute mit zur Oberen Straße gegangen und hätten sich – wenngleich es nachts um halb elf Uhr war – die Situation vor Ort angeschaut. Eine Verlegung der Bushaltestelle hätte den Vorteil, dass auch der Übergang auf der Oberen Straße von Schulkindern mehr genutzt würde. Außerdem sei dort eine neue Straßenlampe installiert worden, der Platz sei ordentlich ausgeleuchtet.

Rupert Kirchbichler verwies auf den oft stehenden Verkehr auf der viel belasteten Meierstraße in der südlichen Dorfmitte. Dies sei eine Situation, „die man nimmer so lassen kann.“ Des Weiteren schlug Kirchbichler eine weitere Brücke über die Peitnach vor, damit die Wohnsiedlung im Bachfeld auf direktem Weg Richtung Osten an die Ammergauer Straße angeschlossen werde.

Die Gemeinde, so fuhr Kirchbichler fort, müsse darauf achten, dass durch das neulich genehmigte Bauvorhaben für ein Mehrfamilienhaus an der Ammergauer Straße nördlich des V-Marktes (wir berichteten) dem Brückenschlag samt verlängerter Trasse nichts im Wege stünde. Bürgermeister Asam antwortete, durch die Wohnanlage sei der Bau einer Querverbindung nicht zum Scheitern verurteilt.

Ein Vater, der vor zwei Jahren an die Meierstraße zog, forderte dort Geschwindigkeitskontrollen. Eltern mit Kindern bzw. ältere Leute hätten ihre liebe Not, über die Meierstraße zu gelangen. Asam erklärte, da werde man für diese Straße die kommunale Verkehrsüberwachung einschalten.

Dass mittlerweile für Anwohner weniger Parkplätze zur Verfügung stehen, kritisierte eine Frau, die vor zwei Jahren zugezogen ist. Sie bedauerte, dass – wohl wegen des neu eröffneten Euronics-Fachgeschäfts – bislang nicht limitierte Stellflächen nun auf eine Stunde begrenzt worden seien. Diese würden Anwohnern fehlen, monierte die Peitingerin. Asam sagte dazu, die notwendige Zahl der Stellplätze müsse der Hausbesitzer nachweisen, z.B. in einer Tiefgarage. Die Gemeinde würde sonst nicht ihre Zustimmung zum Bauvorhaben erteilen. Außerdem vertrete er schon die Meinung, dass dort Kunden parken sollten – und nicht Angestellte oder Anwohner. 

Johannes Jais

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