Gut besuchte Bürgerversammlung

Böbing lebt vom Ehrenamt

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Klaus Wörmann, Stefan Schmid mit Landrätin Regina Bartusch (v. links) freuten sich über ihren Gewinn.

Böbing – Am letzten Mittwoch vor Ostern strömten die Einwohner Böbings zur alljährlichen Bürgerversammlung im Gasthof Haslacher. Wie immer war die Veranstaltung gut besucht.

Mit den Haushaltszahlen wollte sich Bürgermeister Peter Erhard nicht lange aufhalten. Diese bieten auch kaum Angriffsfläche für Diskussionen, denn Böbing steht finanziell hervorragend da. So konnte das Pro-Kopf-Guthaben, das im Jahr 2017 noch bei 540 Euro pro Einwohner lag, 2018 auf 715 Euro gesteigert werden; bei gleichzeitigem Anstieg der Einwohnerzahl von 1.911 auf 1.920. Gewerbe- und Grundsteuer bleiben seit Jahren auf dem gleichen Niveau. Und das obwohl stetig investiert wird.

Der Breitbandausbau mit Glasfaser ist beinahe abgeschlossen. Hiervon werden nicht nur Privatleute, sondern auch das für den Ort wichtige Gewerbegebiet profitieren. Auch beim Mobilfunk, schon seit dem Jahr 2014 ein Thema im Ort, wurde investiert. Böbing ist kein „weißer Fleck“, wie viele andere ländliche Gebiete.

Die Wasserversorgung wurde mit Klärschlammpressung und Filtratwasserbecken modernisiert. „Das Kanalnetz ist das größte, vergrabene Kapital der Gemeinde“, so Erhard, da sei das Geld gut angelegt.

Aber auch in die Kinder wird weiter investiert. Das Digitale Klassenzimmer hält Einzug in Böbings Grundschule. So ist momentan ein Klassenzimmer in der Ausschreibung, mehr gibt die Förderung nicht her. Ziel ist es aber, vier Klassenzimmer mit moderner Technik auszustatten.

Neben Bücherei und Mittagsbetreuung wurde auch in die Projekte für die ganz Kleinen kräftig Geld gesteckt. Im letzten Jahr hat die Gemeinde den Kindergarten St. Hedwig gekauft und nun werden die Räumlichkeiten ausgebaut. Bei den Gesamtkosten für Kauf und Umbau wurden rund eine Million Euro veranschlagt, gut ein Drittel davon erhält die Gemeinde als staatliche Zuschüsse.

Dazu passt, dass weiteres Bauland erschlossen werden soll, wie im Ammerblick II, Im Luß, Am Kinderheim und in Pischlach Moos. Es sei wichtig, dass jungen Familien Platz geboten werde, damit sie im Dorf bleiben können. Und da müssen natürlich auch die Unternehmen profitieren, die die entsprechenden Arbeitsplätze in der Region schaffen. Daher wird auch das Gewerbegebiet weiter entwickelt.

Immer wieder betonte Bürgermeister Peter Erhard während seiner Rede die vielen Ehrenamtlichen, die in den Vereinen und darüber hinaus „unwahrscheinlich wichtige Arbeit“ für das Leben im Dorf leisten. „Das tut allen gut und es wird überall gut zusammengearbeitet.“

Da ärgerte ihn besonders ein Bericht der Schongauer Nachrichten, der den in tagelanger unentgeltlicher Leistung von Peter Schweiger und Helmut Schilling geschnitzten Holzbrunnen am Maibaum in die Schmuddelecke stellte. „So kann man das Ehrenamt auch beschmutzen“, wetterte er.

Erfreut verkündete Erhard, dass der aus seiner Sicht dringend notwendige Ausbau der WM 24 von Böbing nach Schönberg nun endlich angegangen wird. Jedoch ohne Radwege, wie Erhard nach Rückfrage aus dem Publikum einschränkte. Dies hätte ansonsten das komplette Projekt in Frage gestellt. Allerdings, so versicherte er, sei das Thema nicht vergessen. Die Erweiterung der Straße Richtung Granerhof wird in einem zweiten Schritt in Angriff genommen.

Zur Reduzierung der Raser, besonders an den Ortseinfahrten und den 30er-Zonen, werden demnächst Blitzer aufgestellt. Eventuelle Überschüsse aus den Blitzeraktionen werden übrigens nicht in den normalen Haushalt einfließen, sondern einem sozialen Zweck zugeführt.

In einer kleinen Verlosung bedankte sich das Gemeindeoberhaupt bei allen Anwesenden. Über ein Kfz-Kennzeichenhalter mit der Aufschrift „BÖBING im Pfaffenwinkel – da bin I dahoam!“ freuten sich die beiden Gewinner Stefan Schmid und Klaus Wörmann. Überreicht wurde der Gewinn von der stellvertretenden Landrätin Regina Bartusch. Sie informierte die Bürger über die größten Projekte und Investitionen im Landkreis mit besonderem Augenmerk auf der Gesundheitsversorgung und der Bildung.

„Die hohe Kreisumlage ist also gut angelegt!“ resümierte Erhard mit einem Augenzwinkern den Vortrag von Bartusch. Er schloss die Veranstaltung mit dem Dank über das gute Miteinander im Dorf und dem Aufruf an alle, etwas gelassener zu werden im Leben.

spe

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