Bundesverdienstkreuz verliehen

Unermüdlicher Einsatz

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Landrat Friedrich Zeller (Mitte) bei der Übergabe der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik an Siegfried und Renate Müller.

Schongau – Eine Verdienstmedaille des Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland bekommt man nicht alle Tage verliehen. Umso größer war daher die Freude von Renate und Siegfried Müller, die die Auszeichnung jüngst für ihr soziales und politisches Engagement entgegennehmen durften.

Die Verdienstmedaille ist die unterste Stufe des Bundesverdienstkreuzes, das seit 1951 für besondere Leistungen in Politik und Gesellschaft verliehen wird. Dass sich das Ehepaar Müller in diesem Sinne verdient gemacht hat, daran ließ Landrat Friedrich Zeller in seiner Laudatio im Landratsamt Schongau keinen Zweifel. 

Besonders die Umwelt habe den Müllers immer schon sehr am Herzen gelegen, führte Zeller aus. Mit der Umweltinitiative Pfaffenwinkel kämpfen sie seit 30 Jahren gegen „umweltschädliche Missstände im Landkreis“. Den Müllers sei es auch zu verdanken, dass es heute den Verein Freundeskreis Asyl in Schongau gebe. Dieser sei nämlich aus dem Engagement entstanden, dass beide seit Bestehen der Asylunterkunft in der Lechstadt über Jahre hinweg den dortigen Bewohnern entgegengebracht hätten, erklärte der Landrat.

Zu guter letzt ging Zeller auf die Politikkarriere des Ehepaars ein. 17 Jahre gehörte Renate Müller dem Kreistag als Mitglied von Bündnis90/Die Grünen an, sechs Jahre als Fraktionssprecherin. Ihr Mann gründete die Alternative Liste in Schongau und zählte von 1990 bis 2012 zum Stadtrat, als ihn gesundheitliche Gründe zur Aufgabe des Amtes zwangen. Im kommenden Jahr wird sich Müller jedoch wieder zur Wahl stellen. Zehn Jahre saß er zudem im Kreisrat. 

„Sie haben sich ehrenamtlich in vielfältiger Weise für unsere Gesellschaft engagiert und im demokratischen Sinn um unser Land verdient gemacht“, schloss Zeller. „All ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten haben Sie stet unter hohem persönlichen Einsatz zum Wohle der Umwelt und des Bürgers erbracht – unter Zurückstellung Ihrer privaten Interessen.“ 

Den lobenden Worten schloss sich auch Schongaus Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl an. „Ihr habt euch über viele Jahre für Themen engagiert, die nicht bequem sind und seid dafür am Anfang oft gegen Mauern gerannt.“ Dafür gebühre den Müllers der Dank der Stadt und ihrer Bürger. 

Bescheiden reagierten die Geehrten selbst. „Ich bin total überrascht, damit hätte ich nie gerechnet“, sagte Siegfried Müller, der auch mit einer gewissen Genugtuung auf die Veränderungen in der politischen Landschaft hinwies. „Ich bin damals im Stadtrat nicht mit Begeisterung aufgenommen worden. Zum Glück aber sind die Zeiten, in denen man als ALSler als Mitglied einer rechtsextremistischen Gruppierung begrüßt wird, endgültig vorbei.“

Christoph Peters

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