Rettung ganz nach Plan – Vermisster Arbeiter im Klärwerk: Großübung des THW erfüllt das Ziel

Dunkelblau war am vergangenen Wochenende die dominante Farbe auf dem großen Parkplatz am „Plantsch“. Denn zahlreiche Fahrzeuge des Technischen Hilfswerks (THW) mit etwa 250 Helfern hatten sich dort eingefunden und nahmen an einer Großübung, die in Schongau und der näheren Umgebung stattfand, teil.

„Man merkt vor Ort, wo die Schwachpunkte, aber auch die Stärken liegen“, sagte Manfred Bock, Geschäftsführer der Geschäftsstelle Bad Tölz, unter deren Federführung die Großübung, die den Titel „Bergung – Pfaffenwinkel 2009“ hatte, abgehalten wurde. Basiseinheiten aus neun Ortsverbänden trainierten an neun Übungsstationen in insgesamt 36 Stunden den Ernstfall. Das Gebiet, für das die Geschäftsstelle Bad Tölz zuständig ist, ist größer als das Saarland. Es erstreckt sich vom Chiemsee bis zur westlichen Weilheim- Schongauer Landkreisgrenze, was einer Länge von 128 Kilometern entspricht. Seine maximale Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 93 Kilometer. Die neun Übungsgruppen kamen aus Bad Aibling, Garmisch-Partenkirchen, Geretsried, Landsberg, Miesbach, Rosenheim, Schongau, Starnberg und Weilheim. Jeweils 90 Minuten hatte ein Team an den entsprechenden Übungsstellen Zeit, die teilweise relativ kniffligen Aufgaben zu lösen. Eine Station war das Klärwerk Schongau. „Nach Wartungsarbeiten wird ein Arbeiter vermisst. Es gilt, diesen unter besonders schwierigen Bedingungen zu finden, zu retten und zu versorgen“, lautete die Aufgabenstellung. Im Faulturm des Klärwerks hatten sich giftige Dämpfe gebildet. Atemschutzgeräteträger drangen in das Gebäude ein und bargen den Verletzten. Schwierig war auch die Bergung eines Verletzten auf dem Terrain der Herzogsägmühle: „Bei Baumfällarbeiten in einem schwierigen Waldgebiet wurde ein Arbeiter schwer verletzt, den es zu retten und zu versorgen gilt“, lautete die Kurzbeschreibung. Mit den Koordinaten des Unglücksortes versehen machte sich ein Zug auf. Der Waldarbeiter, dessen Beine unter einem schweren Baumstamm begraben worden waren, musste so geborgen werden, dass der Baumstamm nicht talwärts rollte und den Verletzten tötete. Nachdem die Helfer eine etwa zehn Meter hohe, steile Kante mit Leitern überbrückt hatten, konnten Gerät und Trage zum Unfallort geschafft werden. Hebekissen mit 300 bar Druck hoben den Baumstamm soweit an, dass der Schwerverletzte – es handelte sich immer um einen Dummy – auf die Trage und nach oben zum Rettungswagen geschafft werden konnte. „Übungsziel ist es, den Ausbildungsstand der Bergungsgruppen sowie der Führungs- und Versorgungsinstrumente festzustellen, Schwachstellen aufzuzeigen und im Rahmen der Nachbereitung der Übung Ausbildungs- bedürfnisse aufzuzeigen“, verdeutlichte Bock und freute sich, dass das Übungsziel gut umgesetzt worden war.

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