Merkle will seine Häuser am Marienplatz verkaufen

1,4 Millionen für 1a-Lage

+
Schnäppchen in bester Lage: 1,4 Milionen Euro will Richard Merkle für seine Häuser am Marienplatz.

Schongau – Im Frühjahr hatte seine Ankündigung eine Art Aufbruchsstimmung ausgelöst. Richard Merkle verkündete damals, in seinen beiden Häusern am Marienplatz einen großen Modemagneten ansiedeln zu wollen. Jetzt sorgte der schon als Retter der Altstadt Gefeierte erneut mit einer Nachricht für Aufregung – allerdings diesmal im negativen Sinn.

Wer Ende vergangener Woche an den Schaufenstern der Sparkassenfilialen in der Schongauer Altstadt vorbeischlenderte und einen Blick auf die dort ausgehängten Immobilienangebote warf, dem sprang ein Exposé sofort ins Auge. Das lag vor allem an der markanten Häuserzeile, die auf dem Bild zu sehen war und die seit Frühjahr jedem Schongauer als Sinnbild für die Aufbruchsstimmung in der Altstadt galt. 

Denn dort am Marienplatz 10 und 12, so hatte es Richard Merkle, der Besitzer der beiden Häuser, damals im Stadtrat angekündigt, solle schon bald wieder Leben einkehren. Das dickste Pfund, mit dem er gemeinsam mit seinem Architekten Manfred Wimmer wucherte, war der von allen lang ersehnte Magnet für die darbende Altstadt. Man sei in aussichtsreichen Verhandlungen mit einer großen Modekette, verrieten die beiden. 

Nur die fehlende Fußgängerzone am Marienplatz stünde dem Vorhaben noch im Weg, sie sei eine Grundbedingung des Interessenten. Schon im April setzte der Stadtrat die Forderung um, die jahrelang umstrittene Fußgängerzone soll bereits im kommenden Frühjahr fertig sein. „Sie wäre eh gekommen, nur durch Herrn Merkles Vorstoß ging es jetzt etwas schneller“, erklärt Bürgermeister Falk Sluyterman. 

Danach war es ruhig geworden um Merkles Vorhaben. Zuletzt trat der Hausbesitzer Anfang Juli in Erscheinung, als er gemeinsam mit Vertretern von Stadt und Denkmalschutzbehörde vor Ort über die möglichen Fassadengestaltungen beriet. Auch Sluyterman hatte seither keinen Kontakt mehr gehabt. Das, was auf dem Exposé im Schaufenster der Kreissparkasse zu lesen war, traf daher auch ihn aus heiterem Himmel. 

Als „ideale Kapitalanlage mit viel Potenzial“ preist der Aushang Merkles Gebäudekomplex. 1a-Geschäftslage, 2300 Quadratmeter vermietbare Fläche und auch den Kaufpreis verheimlicht der Aushang nicht: 1,4 Millionen Euro sollen die insgesamt drei Häuser kosten. „Absolut überrascht“ habe ihn die Nachricht, sagt das Stadtoberhaupt. „Von einem Verkauf sei nie die Rede gewesen.“ 

Endet also das verheißungsvolle Projekt, ehe es richtig begonnen hat? Irritiert wandte sich der Bürgermeister per E-Mail an Merkle und verlangte Aufklärung. Die Antwort sorgte dafür, dass sich Sluytermans Pulsschlag wieder normalisierte. Zwar wolle Merkle die Häuser tatsächlich verkaufen, sollte dies jedoch nicht gelingen, werde er den Umbau und die Entwicklung selbst weiter vorantreiben, zitiert der Bürgermeister sinngemäß aus Merkles Nachricht. „Er hat ja schon viel Geld investiert, das macht man ja nicht einfach so.“ 

Kein Grund also, den Kopf hängen zu lassen, findet Sluyterman, der einem potentiellen Verkauf auch etwas positives abgewinnen kann. „Ein Investor kauft die Häuser ja auch nicht, um sie dann brachliegen zu lassen.“ Und was sagt der Hausbesitzer selbst? Trotz mehrmaliger Nachfrage war Merkle in den vergangenen Tagen nicht zu erreichen.

Christoph Peters

Auch interessant

Meistgelesen

Das sind die ersten 100 Kandidatinnen
Das sind die ersten 100 Kandidatinnen
Jetzt bewerben: Werde das Kreisbote TrachtenMadl 2017
Jetzt bewerben: Werde das Kreisbote TrachtenMadl 2017
7. Tag der Helfer in Peiting - die Bilder
7. Tag der Helfer in Peiting - die Bilder
Messerstecherei in Schongau
Messerstecherei in Schongau

Kommentare