Romantik und Revolution – Schongauer Altstadtführung ins 19. Jahrhundert am Tag des offenen Denkmals

So sah der Schongauer Maler Nikolaus Augner die biedermeierliche Stadt Schongau im Jahre 1825. Die Ansicht von Südosten zeigt den Bergabriss zum Lech unterhalb des Kasselturms. Im Hintergrund sind die Doppeltürme der Basilika Altenstadt zu sehen. Foto: Privat

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KREISBOTE; Schongau – Das 19. Jahrhundert zählt nicht zu den glänzenden Zeiten der Stadtgeschichte Schongaus. Und dennoch sind viele stadtprägende Überreste dieser vielfach widersprüchlichen und umwälzenden Zeit in der Altstadt zu bemerken. Diese aufzusuchen und die eigene Stadt und ihre Geschichte näher kennen zu lernen, ist das Angebot von Kreisheimatpfleger Helmut Schmidbauer für den Tag des offenen Denkmals am kommenden Sonntag, 11. September. Die Altstadt-Spaziergänge finden vormittags um 10.30 Uhr und nachmittags um 14.30 Uhr statt. Treffpunkt ist jeweils am Schlossplatz. Bei dauerhaft schlechtem Wetter trifft man sich im Stadtmuseum. Der Eintritt ist dort am Denkmalstag frei. Das 19. Jahrhundert beginnt in Schongau mit Krieg. Die Franzosen kommen, die Österreicher müssen sich auf den Schneckenbichl zurückziehen und schließlich ganz heimgehen. Es riecht nach Pulverdampf an der Stadtmauer, die ohnehin finanzschwache Stadt und ihre vielfach verarmten 1 800 Bürger müssen bis zum Wiener Frieden 1815 immer wieder bis zu 9 000 Soldaten beherbergen und samt den Pferden verköstigen. Die politische Neuordnung 1818 trennt Altenstadt als eigenständige Gemeinde ab und stuft Schongau als Landstädtchen dritter Klasse ein. Die 48er Revolution führte in München zur Abdankung des Königs und in Schongau zur tumultuösen Verjagung des Landrichters. Der Bogen des 19. Jahrhunderts spannt sich vom biedermeierlichen ersten Biergarten im Forchet, einem der frühesten im Oberland, von der ganz frühen Einführung des Christbaums in Schongau bis hin zur ersten Eisenbahnverbindung und dem Einzug der Industrialisierung mit der Holzstoff-Fabrik an der Stadtmühle und dem elektrischen Licht auf dem Volksfest. Insgesamt verspricht die Stadtführung zum Denkmalstag einen neuen Blick auf Schongau, einmal nicht vom Mittelalter her, sondern von einer Zeit, die diese Stadt ebenfalls erheblich geprägt hat.

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