Ein roter Flitzer für die ambulante Hilfe

Sparkassenvorstand Alexander Schmitz und Sparkassendirektor Fritz Lutzenberger. (v. re.) übergaben das gespendete Auto im Beisein von Landrat Friedrich Zeller (3. v. li.) an Ludwig Bertl (Geschäftsführer der ökumenischen Sozialstation), Karen Dippl (stv. Pflegebereichsleiterin) und Ambulanzschwester Andrea Haag. Pfarrer Frieder Nägelsbach und Stadtpfarrer Bernhard Mooser (v. li.) hatten den Wagen zuvor feierlich gesegnet. Foto: Peters

Ludwig Bertl und seine beiden Mitarbeiterinnen strahlten am vergangenen Freitag bis über beide Ohren, als sie den roten VW Golf erblickten, den Sparkassendirektor Fritz Lutzenberger vor der Tür der ökumenischen Sozialstation in Schongau abgestellt hatte. Der Geschäftsführer wie auch die stellvertretende Pflegebereichsleiterin Karen Dippl und Ambulanzschwester Andrea Haag hatten auch allen Grund zur Freude, handelte es sich doch bei dem Auto nicht um den Dienstwagen des Sparkassendirektors, sondern um eine Spende der Bank an die Sozialstation.

Damit löst das Kreditinstitut eines der dringendsten Probleme der sozialen Einrichtung, die sich im Landkreis Weilheim-Schongau seit 35 Jahren mit vielen Dienstleistungen um die ambulante Betreuung von kranken, alten und behinderten Menschen kümmert. „Bislang ist immer viel Zeit dadurch verloren gegangen, dass Mitarbeiter auf ein freies Auto warten mussten. Das wird sich jetzt ändern“, erklärte Dippl. Allein im Bereich Schongau betreut ihr Team rund 200 Patienten, im gesamten Einsatzgebiet, das sich bis nach Murnau erstreckt, sind über 600 Menschen auf die Hilfe der Sozialstation angewiesen. 17 Fahrzeuge standen bislang in Schongau für die Touren am Morgen und Abend zur Verfügung. Der rote Golf ist nun Nummer 18 – oder Nummer 85, wenn man das gesamte Unternehmen betrachte, so Bertl. Dass die Fahrzeuge eine große Rolle bei der ambulanten Hilfe spielt, verdeutlichte Landrat Dr. Friedrich Zeller: „Die Spezialität der Sozialstation ist, dass sie auch bis zum letzten Aussiedlerhof kommt. Gerade die Pflege im ländlichen Raum ist ohne Mobilität nicht möglich.“ Gleichzeitig bedankte sich Zeller bei der Sparkasse für die Unterstützung. Diese könne man „nicht hoch genug anrechnen“. Zustande gekommen ist die Spende übrigens durch einen einfachen Anruf Bertls beim Sparkassendirektor. „Er hat mich gefragt, ob wir nicht ein bisschen Geld für ein Auto dazugeben würden. Da habe ich ihn gefragt, ob ihm nicht ein ganzes Auto lieber wäre“, erinnerte sich Lutzenberger schmunzelnd, woraufhin er dem Geschäftsführer der Sozialstation kurzerhand den Golf aus dem Fuhrpark des Kreditinstituts angeboten habe. Die großzügige Spende begründete der Sparkassendirektor mit dem Erreichen einer Schallmauer und einem anstehenden Jubiläum. „Wir haben gerade die Grenze von 500 Millionen Euro an Kundeneinlagen erreicht. Außerdem wird die Bank zum Jahreswechsel 160 Jahre alt“, erklärte Lutzenberger. „Aber wir wollen uns nicht selber feiern, sondern lieber etwas Gutes tun. Und die Sozialstation mit ihrer alles anderen als leichten Aufgabe hat jede Unterstützung verdient.“ Dieser Meinung schlossen sich auch Stadtpfarrer Bernhard Mooser und sein evangelischer Kollege Pfarrer Frieder Nägelsbach an, die dem Auto gemeinsam den Segen erteilten. Eines ersetze dieser allerdings nicht, scherzte Mooser: „Den Kundenservice müssen Sie trotzdem machen.“

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