Urnenlust und Urnenfrust

Rückblick auf die Bürgermeisterwahl in und um Schongau

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Sie blicken sechs Jahren als Bürgermeister entgegen: Andreas Kögl (Altenstadt), Gerhard Schmid (Apfeldorf), Peter Erhard (Böbing), Josef Schuster (Burggen), Guntram Vogelsgesang (Hohenfurch), Thomas Dorsch (Hohenpeißenberg), Georg Saur (Ingenried), Marco Dollinger (Kinsau), Andreas Echtler (Prem), Markus Bader (Rottenbuch), Norbert Essich (Schwabbruck), Manfred Schmid (Schwabsoien), Max Bertl (Steingaden) und Josef Taffertshofer (Wildsteig) (im Uhrzeigersinn, beginnend oben links). In anderen Gemeinden muss erst noch eine Stichwahl die Entscheidung bringen.

Landkreis – Nicht nur, weil sie im Schatten des Coronavirus stattfand, sondern auch weil sie für einige Veränderungen in der Politiklandschaft des Landkreises Weilheim-Schongau sorgt – die Kommunalwahl 2020 wird wohl vielen in besonderer Erinnerung bleiben. Mehrere Bürgermeisterrennen sind noch offen, über sie entscheidet die Stichwahl am Sonntag nächster Woche, 29. März.

Große Aufregung gab es am Wahlsonntag unter anderem in Polling, wo sich die Auszählung der Stimmen bis zum Montag hinzog. Letztendlich konnte sich Martin Pape (CSU) hauchdünn den Sieg sichern und löst somit Felicitas Betz (Wahlgemeinschaft Polling) als Gemeindeoberhaupt im Klosterdorf ab.

Ihren Posten als Stadt- beziehungsweise Gemeindeoberhaupt verteidigen konnten dagegen Klaus Kostalek (Antdorf), Peter Erhard (Böbing), Josef Schuster (Burggen), Georg Leis (Eberfing), Michael Strobl (Habach), Guntram Vogelsgesang (Hohenfurch), Thomas Dorsch (Hohenpeißenberg), Marco Dollinger (Kinsau), Thomas Feistl (Oberhausen), Reinald Huber (Obersöchering), Martin Höck (Raisting), Markus Bader (Rottenbuch), Norbert Essich (Schwabbruck) und Josef Taffertshofer (Wildsteig).

Den Amtsinhabern im Altlandkreis Schongau Erhard (91,2), Vogelsgesang (85,2), Dorsch (96,5), Dollinger (85,5), Bader (83,8) und Essich (81,0) hatte sich kein Mitbewerber gestellt. Dorschs Ergebnis war nach dem seines Antdorfer Kollegen Kostalek (97,3) das landkreisweit zweitbeste. Taffertshofer behauptete sich mit 54,7 Prozent gegenüber Martin Klein (45,3). Ihm gleich tat es Burggens Josef Schuster mit 57,5 Prozent gegenüber Richard Lang (42,5).

Neue Bürgermeister gibt es in Bernried (Georg Malterer), Iffeldorf (Hans Lang), Eglfing (Martin Fortmaier), Huglfing (Markus Huber), Seeshaupt (Friedrich Egold), Sindelsdorf (Andreas Obermaier) und Wessobrunn (Georg Guggemos). Im Altlandkreis Schongau machte eine größere Zahl an bisherigen Gemeindeoberhäuptern freiwillig Platz für neue.

Andreas Kögl und Konstantin Papamichail hatten es beide auf die Nachfolge Albert Hadersbecks in Altenstadt abgesehen. Mit 82,6 Prozent machten die Wähler überaus deutlich, dass Kögl in der mehrheitlichen Gunst vorne liegt. Weniger deutlich war es in Ingenried, wo es Xaver Fichtl im Amt zu beerben galt. Georg Saur setzte sich mit 54,9 Prozent gegen Meinhard Ryba (45,1) durch.

Die kleinste Gemeinde im Landkreis, das 890 Einwohner zählende Prem, wird fortan vom jüngsten Bürgermeister geführt. Der 25-jährige Andreas Echtler kam auf 59,3 Prozent, Mitbewerber Michael Christa auf 40,7. Gleich vier Aspiranten für die Nachfolge Xaver Wörles hatten sich in Steingaden in Stellung gebracht. Insofern war es durchaus eine Überraschung, dass für die Neubesetzung des Bürgermeisterpostens keine Stichwahl nötig wird. Max Bertls 54,2 Prozent hieven ihn auf direktem Weg ins Amt; Bernhard Hollerbach lag mit 27,8 Prozent deutlich dahinter – allerdings immer noch vor Roberta Leimbach und Thomas Illert.

In Schwabsoien und Apfeldorf hatte jeweils nur ein Kandidat Ambitionen angemeldet, die ausscheidenden Siegfried Neumann bzw. Georg Epple zu beerben. In Schwabsoien befürworteten nur 66,1 Prozent dieses Ansinnen Manfred Schmids; Gerhard Schmid schnitt in Apfeldorf mit 83,5 Prozent besser ab.

Wer Peitings nächster Bürgermeister nach der Ära Michael Asams wird, diese Frage bleibt weiter spannend. Das Fünfer-Feld aus Peter Ostenrieder (35,3 Prozent), Annette Luckner (26,9), Andreas Schmid (17,0), Christian Lory (11,8) und Thomas Elste (9,1) hat sich auf zwei Anwärter verschlankt. Die beiden erstgenannten gehen in die Stichwahl. In Wielenbach gehen Harald Mansi (46,3) und Ignaz Jochner (27,1) ins Stechen.

Stichwahl entscheidet

Alles andere als freiwillig bei diesen außen vor sind zwei Bürgermeister, die eigentlich weitermachen wollten. Wenn Peißenberg sich zwischen Frank Zellner (33,4 Prozent) und Robert Halbritter (26,3) entscheidet, spielt die bisherige Amtsinhaberin Manuela Vanni (25,98) noch ebenso wenig eine Rolle, wie Mitbewerber Walter Wuzinger (14,3). Auch Martin Hinterbrandner wäre gerne Bernbeurens Bürgermeister gewesen, die Stichwahl machen aber Karl Schleich und Josef Köpf untereinander aus. Hinterbrandner war auf 28,6 Prozent bekommen. Spannend wird seine Nachfolgersuche allemal. Schleich verbuchte am Sonntag 36,9 Prozent, Köpf landete mit 34,5 nur knapp dahinter. Wer die Hinterbrandner-Stimmen nun auf seine Seite zieht, macht das Rennen.

In Stichwahlen müssen auch mehrere der bereits amtierenden Bürgermeister. Rathauschefin Elke Zehetner (27,5) muss in Penzberg Stefan Korpan (24,3) abwehren; Markus Bocksberger (22,8) ist knapp raus – bei Kerstin Engel (11,95), Armin Jabs (9,7) und Michael Kühberger (3,7) war das schon deutlicher.Amtsinhaber Markus Loth (34,7) bekommt es in Weilheim nochmals mit Angelika Flock (21,7) zu tun. Die weiteren Herausforderer Manuel Neulinger (19,3), Horst Martin (11,2), Romana Asam (3,6), Saika Gebauer-Merx (3,5), Ullrich Klinkicht (3,1) und Reno Schmidt (2,9) mussten dem Duo den Vortritt lassen.

In Schongau fehlte Falk Sluyterman (48,9) nicht viel, um an einer Stichwahl vorbeizukommen. Hans Rehbehn (37,0) nimmt hier einen erneuten Anlauf, Daniela Puzzovio (14,1) nicht.

Sowohl Sluyterman als auch Rehbehn dürften am 29. März auf eine bessere Wahlbeteiligung hoffen. Nur 53,7 Prozent der Schongauer Wahlberechtigten gaben ihre Stimme bei der Bürgermeisterwahl ab. Das ist landkreisweiter Negativrekord. Nur Peißenberg (58,7) blieb ebenfalls unter der Marke von 60 Prozent.

Spitze darin, ihr Recht auf demokratische Mitentscheidung wahrzunehmen, waren dagegen die Wildsteiger (84,7) und die Wessobrunner (81,8).

Auch die Wahl des Landrats muss in die Stichwahl.

kb/ras

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