Demo gegen die Strab

"Zeit für Veränderung"

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Rund 500 Menschen aus der Region nahmen am vergangenen Samstag an der Demonstration gegen die Strabs auf dem Schongauer Marienplatz teil.

Schongau – An die 500 Menschen haben am vergangenen Samstag in Schongau gegen die Straßenausbaubeitragssatzung, kurz Strabs, de­monstriert. Aufgerufen hatten dazu die beiden Initiatorinnen der Demonstration gegen die ungeliebte Satzung, Susanne Becker und Petra Anderl. Nicht nur Schongauer Bürger äußerten ihren Unmut gegen das Abkassieren der Anlieger.

Die Liste der Beispiele, wie mit den Bürger umgegangen wird, ist lang – Betroffene aus dem gesamten Landkreis waren angereist, um den Schongauern Mut zu machen in ihrem Protest. Und um von ihren, großteils negativen Erfahrungen mit der Satzung zu berichten, die den Bürgern horrende Kosten für den Ausbau der Straßen – nicht selten fünfstellige Beträge – aufbürdet. Dabei habe es gar keinen Sinn, berichtete ein Weilheimerin, die Anliegerversammlungen im Vorfeld eines Straßenausbaus zu besuchen, wie ein Sprecher geraten hatte. Man werde vor vollendete Tatsachen gestellt, habe kein Mitspracherecht und ohnehin hätten die Stadt- oder Gemeinderäte die günstigste Variante geplant. Es sei eine schleichende Enteignung der Bürger auf dem Land, meinte eine Altenstädterin, während man in den ­Städten wie München oder Starnberg davon verschont werde. Kritik wurde vor allem in Richtung Landesregierung laut, die (konkret Söder) wolle doch die Sorgen der kleinen Bürger ernst nehmen.

Fast zum Schluss der einstündigen Demo auf dem Marienplatz ergriff der Peitinger Gemeinderat Alfred Jocher das Wort. Er habe 20 Jahre lang auf Treu und Glauben umgesetzt, was von der Staatsregierung gekommen sei, so Jocher. „Ein Jahr lang hab ich deswegen ein schlechtes Gewissen gehabt“, gestand der Peitinger, der vor zwei Jahren sogar seiner Partei den Rücken gekehrt hatte. Er rief die Anwesenden auf, sich vorher gegen die Behandlung zu wehren, hinterher gebe es keine Chance mehr. Und weiter: „Die Staatsregierung tut alles, um über die Köpfe der Bürger hinweg zu entscheiden. Die Zeit ist jetzt reif für Veränderung“, machte er Mut.

Am 6. November gibt es im Jakob-Pfeiffer-Haus eine außerordentliche Bürgerversammlung, zu der neben dem Bürgermeister auch die Landrätin Andrea Jochner-Weiß und der Justiziar des Landkreises kommen wollen. 

Oliver Sommer

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