Geld für anstehende Maßnahmen

Unterstützung fürs Plantsch?

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Das Plantsch soll endlich weiter modernisiert werden. Die Kosten für die Stadt könnten sich jetzt durch ein Bundesförderprogramm stark reduzieren.

Schongau – Das Plantsch war der Grund für die vorzeitig beendete Sommerpause des Schongauer Stadtrates. Die Verwaltung wollte es nicht verpassen, einen Antrag beim Bundesförderprogramm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur einzureichen. Da die Frist am Donnerstag jedoch abgelaufen wäre, musste der Stadtrat vorher noch grünes Licht geben, was er am Dienstag auch einstimmig tat.

Das Plantsch hat dank Rekordtemperaturen eine erfolgreiche Sommersaison hinter sich. Seit 11. September ist das Bad geschlossen, die jährlichen Revisions- und Umbaumaßnahmen müssen durchgeführt werden. Während dieser Schließzeiten werden nicht nur Routinearbeiten, die nicht während des Badebetriebs vonstatten gehen können, erledigt, sondern es soll auch Neuerungen geben, wie Geschäftsführer Andreas Kosian ankündigt.

Verbesserungen haben beispielsweise Rollstuhlfahrer zu erwarten. So wird der Übergang von der Badewelt ins Saunaland mit neuer Zutrittstechnik ausgestattet. „Künftig werden Rollstuhlfahrer nicht mehr auf Hilfestellung durch das Personal beim Übertritt angewiesen sein, sondern eine eigens für sie installierte Automatiktüre nutzen können“, so Kosian.

Bei den Duschen im Saunaland-Altbau werden die Trennwände und Regalflächen erneuert. Im Ruhebereich im Neubau sollen einige Liegeflächen zu beheizten Wasserbetten aufgewertet werden. Auch bei der Gastronomie wird es eine Neuerung geben: Ein Kunden-Rufsystem, „mit dem die lautstarke Ausruferei von bestellten Gerichten der Vergangenheit angehört“, hält Einzug.

Am 6. Oktober ist die Wiederöffnung der Badewelt geplant. Ab dann gelten auch die Eintritts­tarife und Öffnungszeiten der Wintersaison, kündigt der Geschäftsführer an. Die gute Nachricht: Die Preise für den Eintritt in Badewelt und Saunaland werden nicht erhöht, die Öffnungszeiten bleiben ebenfalls gleich wie im Vorjahr.

Große Projekte

Neben den jährlichen Arbeiten, stehen aber auch noch größere Projekte im Plantsch an. Da wäre zum Beispiel der Ersatzneubau für die Großwasserrutsche, der schon länger auf sich warten lässt, die Erneuerung der Badewassertechnik sowie der -filter. Dabei handelt es sich um Maßnahmen, die sowieso anstehen, die jetzt aber mithilfe staatlicher Gelder vorangetrieben werden könnten.

Nach Prüfung durch die Verwaltung erfolgte bereits ein Projektantrag für die jeweiligen Bauabschnitte, wie Stadtbaumeister Sebastian Dietrich erklärte. Hier ist vorgesehen, bereits nächstes Jahr die Badewassertechnik inklusive der Gebäudeautomation zu erneuern. 2020 soll dann der Ersatzneubau der Großwasserrutsche und die Sanierung des Rutschenhauses erfolgen. Die Umrüstung der Badewasserfilter auf Glasperltechnik ist schließlich für 2021 vorgesehen.

Wird die Stadt bei der Förderung berücksichtigt, könne man mit einem Satz von 45 Prozent der förderfähigen Kosten durch den Bund rechnen, erläuterte Dietrich in der Sitzung. Der Eigenanteil der Stadt würde sich somit auf 55 Prozent reduzieren. Die Gesamtinvestitionskosten belaufen sich laut dem Stadtbaumeister auf etwa eine Million Euro.

Die Frist für die Einreichung der Projektanträge war allerdings auf die Haupturlaubszeit beschränkt, erklärte Dietrich. Trotzdem habe man es geschafft, einen Antrag einzureichen. Voraussetzung für eine Berücksichtigung war allerdings die Nachreichung eines Ratsbeschlusses bis zum vergangenen Donnerstag.

„Das Förderprogramm kommt zum richtigen Zeitpunkt“, befand Stephan Hild (UBV), der darauf hinwies, dass die drei Punkte sowieso anstehen würden. Den Antrag nicht einzureichen, bezeichnete er als fast schon fahrlässig. Auch Ilona Böse (SPD) befürwortete den Antrag: Die Rutsche sei wichtig, um das Plantsch weiterhin als Familienbad attraktiv zu halten. „Wir sollten alles, was wir an finanziellen Mitteln bekommen können, mitnehmen“, plädierte auch Kornelia Funke (CSU).

Der Beschluss, die Maßnahmen in vorgestellter Art und Weise zu realisieren, fiel demnach einstimmig. Voraussetzung der Realisierung der Bauabschnitte ist die Berücksichtigung im Bundesförderprogramm. Bei einer Nichtberücksichtigung soll eine erneute Prüfung des Realisierungshorizonts sowie der Finanzierbarkeit der Maßnahmen in Abstimmung mit dem Stadtrat erfolgen. 

asn

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