Knotenpunkt entzerren

Sanierung der Peitinger Straße mit Geh- und Radweg 2022

Peitinger Straße Friedrich-Haindl-Straße Schongau Kreuzung
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Neuralgischer Punkt: Die Kreuzung von Peitinger und Friedrich-Haindl-Straße soll mit Ampeln entschärft werden.

Schongau – Nach der Beendigung der Baumaßnahmen an der Mühlkanalbrücke steht nun die Sanierung der Peitinger Straße auf dem Plan. Dabei spielt neben dem Knotenpunkt mit der Friedrich-Haindl-Straße vor allem auch die Optimierung der Radwegeführung eine große Rolle. In der jüngsten Stadtratssitzung am vergangenen Dienstag wurden hier verschiedene Varianten vorgestellt.

Holger Theisen vom Ingenieurbüro Schneider und Theisen in Sonthofen, der auch schon den Kreisverkehr am Schulzentrum geplant hatte, präsentierte dem Gremium seine Lösungsansätze. Hauptaugenmerk seiner Planung liegt dabei auf dem Knotenpunkt zwischen Peitinger und Friedrich-Haindl-Straße.

Durch die Zufahrt zur Firma UPM herrscht hier reger Schwerlastverkehr. Gerade im Kurvenbereich hin zur Lechbrücke hätten die Lkw häufig Schwierigkeiten aneinander vorbeizukommen, so der Planer. Hinzu kommen an dieser Stelle ein „unglücklicher Fußgängerüberweg“, eine Unterführung unter der Lechbrücke hindurch sowie der Bahnübergang. Die Fahrbahn der Peitinger Straße ist außerdem sanierungsbedürftig. Sie weist Spurrillen auf, weshalb hier derzeit auf Tempo 30 beschränkt ist, und außerdem fließt Wasser schlecht ab. „Die Friedrich-Haindl-Straße ist ebenfalls in schlechtem Zustand“, so Theisen.

Zum Knotenpunkt

Bereits 2016 hat es hierzu ein Verkehrsgutachten gegeben. Damals wurde sowohl an einen Kreisverkehr gedacht, als auch an eine beampelte Kreuzung. Der Kreisverkehr sollte laut ­Theisen jedoch nicht weiterverfolgt werden. Dieser hätte zwar eine annähernd ähnliche Leistungsfähigkeit, jedoch würde er auch die Geschwindigkeit sehr rausnehmen, wodurch es wieder zu langen Rückstaus kommen könnte. Gegen einen Kreisel an dieser Stelle sprechen außerdem ein deutlich höherer Flächenverbrauch, weniger Sicherheit für Radfahrer sowie die Problematik der Grundstücksanbindungen.

Die deutlich flexiblere Variante und damit den Favoriten stellt eine Kreuzung mit intelligenter Ampelanlage dar. Nach dem Abriss der beiden Haindl-Häuser könnte der Knotenpunkt weiter nach Osten verlagert werden. Dadurch entstünde eine deutlich längere Anfahrt zur Bahnlinie, wodurch der Planer sich weniger Rückstau erhofft. Dazu beitragen soll eine eigene Rechts- und Linksabbiegerspur Richtung UPM.

Die Ausbaulänge betrage rund 550 Meter. Die Fahrbahnbreite wird dann 3,50 Meter sein, die der Abbiegespur 3,25 Meter. Hinzu kommt die Friedrich-Haindl-Straße mit einer Länge von rund 270 Metern. Eine erste Kostenschätzung gibt Holger Theisen mit circa 2,74 Millionen an – inklusive Ampelanlage, aber noch ohne Geh- und Radweg. Rund eine Million Euro würde dabei die Stadt Schongau tragen müssen. Zwar sei dies vorerst nur eine Schätzung – der Baubeginn soll erst 2022 sein – jedoch sei das Ziel dennoch eine finanzielle Punktlandung, so der Planer.

Vier Radweg-Varianten

Drängend ist auch die Verbesserung der Radwegesituation entlang der Peitinger Straße. Vor allem der in beide Richtungen freigegebene Radweg auf der Nordseite, welcher durch die vielen Grundstückszufahrten problematisch ist, wird seit langem bemängelt. Hier stellte Holger Theisen vier Lösungsansätze vor.

Bis zu 2.000 Kraftfahrzeuge pro Stunde passieren die Peitinger Straße, darunter einiges an Schwerlastverkehr. Daher sei eine Trennung zwischen Rad- und Autoverkehr aus Sicherheitsgründen dringend geboten. Eine der vorgestellten Varianten, die einen Fahrradstreifen vorsieht, fällt dadurch schon einmal weg.

Eine vorgestellte Variante sieht einen eigenen Radweg nördlich der Bebauung vor. Dafür müsste aber über den Mühlkanal eine eigene Brücke errichtet werden. Für diese allein würden schätzungsweise rund 800.000 Euro anfallen. Insgesamt käme die Maßnahme auf etwa 1,81 Millionen Euro, die zu 100 Prozent von der Stadt getragen werden müssten. Theisen stellte hier auch die Akzeptanz in der Bevölkerung in Frage.

Bleiben also nur noch zwei Varianten, die beide einen Radweg entlang der Peitinger Straße vorsehen. Eine davon lehnt sich an den derzeitigen Bestand an und sieht einen überbreiten Zweirichtungsradweg auf der Nordseite und einen Gehweg auf der Südseite vor. „Das Konfliktpotenzial mit den Zufahrten bleibt, ebenso die Problematik an der Lechbrücke“, sagte der Planer zu dieser Lösung.

Die vom Landratsamt, der Polizei, dem Rettungsdienst, der Feuerwehr und dem Ersteller des Radwegekonzeptes favorisierte Variante beinhaltet einen beidseitigen Geh- und Radweg mit einer Breite von 2,50 Metern und einer baulichen Querungshilfe östlich der Mühlkanalbrücke. Die Kosten hierfür liegen bei rund 770.000 Euro, 320.000 Euro entfallen dabei auf die Stadt.

Der Stadtrat stimmte der Ampel-Kreuzung und dem beidseitigen Geh- und Radweg einstimmig zu. Andreas Lenker vom Staatlichen Bauamt Weilheim versicherte auf Nachfrage von Friedrich Zeller (SPD), dass die Radfahrer durch die Ampelanlage nicht ausgebremst werden. Es handele sich dabei um intelligente Ampeln, die Hauptrichtung – nämlich die Peitinger Straße – soll hier Vorrang haben. Nur bei Bedarf springt sie auf rot.

Ein Baubeginn ist für 2022 geplant. Zunächst erfolgen nämlich Arbeiten an der Umgehung (wir berichteten). Anschließend soll die Staatsstraße bis zum Loamer Stichl beziehungsweise bis zum Märchenwald ebenfalls saniert werden. Ilona Böse (SPD) meinte dazu, dass dort dann der Radweg verbreitert werden müsste. Bettina Buresch (Grüne) fügte an, dann auch die hinter der Mühlkanalbrücke befindliche Parkbucht zu entfernen, da es sich dabei um eine äußerst gefährliche Stelle für Radler handele – nicht nur durch einbiegende Fahrzeuge, auch durch die Schwellen im Boden. Lenker nahm die Anregungen mit. Diese Maßnahmen sind allerdings noch Zukunftsmusik.

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