Sanierungsarbeiten an der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Damit die Wand sicher steht

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Auf dem Dachboden: von links Bernhard Riefler, Franz Barusch und Lehrling Johannes Seitz von der Zimmerei Reichart. Rechts die Westwand, die mit Gewindestangen ebenso wie mit der Diagonalschalung am Boden wird.

Schongau – Vorarbeiter Bernhard Riefler von der Zimmerei Reichart (Marktoberdorf) zeigt eine Gewindestange her, die einen Meter lang und etliche Kilogramm schwer ist. Davon sind neun Stück sind auf dem Dachboden der Schongauer Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in das Mauerwerk getrieben worden, um es fest mit dem mächtigen Deckenbalken zu verankern. Die Stabilisierung der Westwand, die sich vom Gewölbe gelöst hat, ist die wichtigste von drei aktuellen statischen Maßnahmen an diesem Gotteshaus, das den gleichen Baumeister hat wie die Wieskirche, nämlich Dominikus Zimmermann.

Nach Pfingsten haben die Zimmerer aus dem Ostallgäu mit der statischen Ertüchtigung begonnen. Bis Ende September sind die Arbeiten abgeschlossen, erklärt Bernhard Riefler auf der Baustelle. Neben der Stabilisierung der Westwand, die sich wegen fehlender Elemente zur Aussteifung nach außen Richtung Pfarrhof geneigt hat, war das Sakristeidach eine zweite Baustelle. 

Dort waren die Fußpunkte der Balken weitgehend mit Schutt bedeckt. Die Folge war Fäulnis. Die Dachkonstruktion drückte auf das Gewölbe, so dass innen Risse sichtbar geworden sind, wie das Ingenieurbüro Schütz aus Kempten in einem Schreiben an die Bischöfliche Finanzkammer darlegt. 

Zuerst musste über der Sakristei der Schutt mühsam entfernt werden. Erst dann konnten die Balken, die am Mauerwerk aufsetzen, am Fuß erneuert werden. Diese Sanierung ist mittlerweile abgeschlossen. Notwendig war dafür ein Gerüst. 

Ein dritter Bereich, wo an der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt baulich Handlungsbedarf besteht, ist die Lage mit den Deckenbalken unter dem Turmhelm. Die Spannungen im Holz seien „grenzwertig“, erklärt das Ingenieurbüro Schütz. 

Und noch mit einem weiteren Thema muss sich die Kirchenverwaltung befassen. Bestimmte Bereiche der Stadtpfarrkirche sind vom Holzwurm befallen. Besonders auffällig ist dies an den Bänken auf der ersten Empore, wo am Boden das weiß-gelbe Sägemehl liegt. 

Wie da weiter vorgegangen wird? Dies werde besprochen, nachdem ein Restaurator im Auftrag der Diözese die betroffenen Stellen begutachtet habe, erklärt Kirchenpfleger Markus Nagel. Er beziffert die Kosten für die aktuellen Arbeiten auf 85000 Euro. Davon übernimmt das Bistum Augsburg 51000 Euro, also 60 Prozent. Die Stadt Schongau beteiligt sich mit 17000 Euro. Genauso hoch ist der Eigenanteil der Kirchenstiftung Mariä Himmelfahrt, ergänzt Nagel, der 2013 das Amt des Kirchenpflegers übernommen hat.

jj

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