Neue Satzung für Peiting

Was im Friedhof erlaubt ist

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Im neuen Friedhof von Peiting am Bühlach.

Peiting – Was in den Friedhöfen der Marktgemeinde Peiting erlaubt ist und was nicht, das steht in einer ausführlichen Satzung, die zirka 40 Paragrafen umfasst. Ausführlich haben neulich die Peitinger Marktgemeinderäte das Schriftstück vorberaten. Ein Beschluss ist noch nicht gefasst worden. Einige Änderungen dienen auch dazu, das Ganze zu vereinfachen. Dennoch bleiben viele Vorgaben.

Länger als eine Stunde befassten sich die Räte in der letzten Sitzung mit der „Satzung über die Benutzung der Friedhöfe und Bestattungseinrichtungen des Marktes Peiting“, wie diese Ausarbeitung genau heißt. Der geschäftsleitende Beamte Stefan Kort erläuterte die einzelnen Punkte. Im Kreisboten bringen wir einen Auszug dazu, was in der Satzung festgehalten wird.

  • Die Öffnungszeiten unterscheiden sich – in der „hellen Jahreszeit“ und in der „dunklen Jahreszeit“. Die Gemeinde kann in besonderen Fällen, falls z.B. eine Exhumierung notwendig ist, eine kurzzeitige Schließung anordnen.
  • Kinder bis zu sechs Jahren dürfen nicht allein auf den Friedhof. Kommentar Herbert Salzmann: „Unter sechs Jahren geht gar net“.
  • Hunde müssen draußen bleiben. Allerdings wird „ein Auge zugedrückt“ (Bürgermeister Michael Asam), wenn z.B. ein „altes Mütterle“ zum Grab des Mannes möchte und den Hund dabei hat. Dazu hatte Michael Deibler nachgefragt.
  • In der Satzung steht auch, dass die Gemeinde eine Abmahnung oder gar eine außerordentliche Kündigung aussprechen kann, wenn Mitarbeiter von Bestattungsinstituten gegen die Würde des Friedhofs verstoßen. Z.B. bei einer Brotzeit mit Bier und lauter Musik.
  • Es gibt eine einfache und eine zweifache Tieferlegung, wenn Särge übereinander eingebracht werden.
  • Künftig können in eine Nische drei Urnen gegeben werden. Wird die Asche eines Verstorbenen im Erdreich beigesetzt, muss die Urne wasserdicht sein.
  • Bei Grabstätten wird eine Länge von 1,50 Meter als ausreichend erachtet – vom Stein bis zur hinteren Kante am Weg. Dieses Maß ist nicht zu verwechseln mit der Sarggröße.
  • Der Vorerwerb eines Grabnutzungsrechtes ist in Peiting nur in Ausnahmefällen möglich. „Wir müssen aufpassen, damit nicht ein Wettbewerb um die besten Grabstätten ausbricht“, stellte Peter Ostenrieder einen Vergleich an – nicht dass es ähnlich gehe wie bei der Vergabe von Bauplätzen.
  • Die Gemeinderäte sind dafür, dass spätestens sechs Monate nach der Beisetzung das Grab wieder würdig hergerichtet wird. Norbert Merk wollte sich da mehr an einer Mustersatzung orientieren, die drei Monate vorgibt. Franz Seidel und Pankratia Holl plädierten für ein halbes Jahr; über den Winter könne man nicht verlangen, dass Angehörige schon in drei Monaten das Grab herrichten, meinte Franz Seidel.
  • Provokative Zeichen sind im Friedhof tabu.
  • Mehr Freiheiten lässt die Satzung bei den Gewächsen zu. Ob jemand auf dem Gottes­acker auch Tomatenpflanzen oder Kartoffeln setzten kann, wollte Norbert Merk wissen. Stefan Kort erklärte, vieles werde freier gehandhabt, aber ein fünf Meter hoher Baum am Grab sei nicht gestattet.
  • „Das Bewusstsein für alte Grabsteine soll erhalten werden“, befand Gerhard Heiß in der Diskussion. Dennoch wird z.B. die Möglichkeit eingeräumt, Glaselemente oder Bergkristalle in einen Grabstein einzusetzen. Ein Passus ist der so genannte Erlaubnisvorbehalt. Dies bedeutet, dass die Gemeinde keine detaillierten Vorschriften machen möchte, aber kurz vor Anlage der Grabstätte den Entwurf gern zu sehen bekommen möchte – damit z.B. Kunststoff als Werkstoff außen vor bleibt. Alte, verwitterte Holzkreuze, wie sie im neuen Friedhof oft zu sehen sind, sollen nicht mehr erlaubt sein.
  • Bei Hecken wird auf die Höhe auf 1,40 Meter begrenzt. Aus Sicht von Peter Ostenrieder ist dies sinnvoll, damit Erwachsene im Friedhof drüber schauen können und ein Gefühl von Weite verspüren.
  • Die Mehrheit der Räte ist gegen eine einheitliche Schrift auf den Grabsteinen. Herbert Salzmann wünschte sich „wenigstens ein bisschen Individualität“. Die Farbe Rot solle möglich sein. Er wolle das mal so, sagte der Gemeinderat aus der SPD-Fraktion mit einem Schmunzeln.

Johannes Jais

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