Freizeitbad Plantsch

Sauna-Erweiterung muss warten

+
In der vergangenen Woche wurde die neue Zufahrt zum Plantsch geteert.

Schongau – Im Dezember hat der Schongauer Stadtrat die Pläne für eine Erweiterung der Sauna im Freizeitbad Plantsch genehmigt. Noch in diesem Jahr sollte das seit langem angedachte Projekt umgesetzt werden. Doch jetzt sieht alles danach aus, als müsste das Bauvorhaben ein weiteres Jahr verschoben werden.

Die Sonne lacht vom weiß-blauen Himmel, während die Teermaschine die letzte Schicht aufträgt auf die neue Zufahrtsstraße zum Plantsch. Entlang dieser haben Bauarbeiter in den vergangenen Wochen rund 20 neue Parkplätze vor dem Freizeitbad angelegt. Nur noch Beleuchtung und Bäume fehlen. Die Verlegung der Zufahrtstraße nach Westen auf das einstige Gelände des angrenzenden Tennisvereins ist Teil der im Dezember beschlossenen Erweiterungspläne für die Saunalandschaft im Plantsch. Durch sie soll die enge und dadurch gefährliche Verkehrssituation vor dem Bad entschärft und gleichzeitig Raum für den Sauna-Anbau geschaffen werden. 

Andreas Kosian hätte also durchaus Grund zur Freude über den planmäßigen Fortschritt auf der Baustelle vor der Tür seines Bades. Doch diese mag beim Plantsch-Leiter nicht so recht aufkommen, denn an anderer Stelle ist das Projekt gehörig ins Stocken geraten. Das Ziel, bereits im Spätherbst mit neuer finnischer Sauna, Massage-Räumen, 40 zusätzlichen Liegen, Dampfbad, Salzgrotte und Schwimmteich für die Saunagäste aufwarten zu können, ist nicht zu halten. Frühestens im Frühjahr soll die Erweiterung jetzt in Angriff genommen werden.

Schuld daran ist laut Kosian, dass die Ausschreibung für das Bauvorhaben noch nicht angelaufen ist. Diese hätte eigentlich längst beginnen sollen, doch das Bauamt habe sie aufgrund von Personalproblemen verschieben müssen, erklärt der Badleiter. Ohne Ausschreibung liegt das Projekt erst einmal auf Eis. „Ich hoffe, dass wir sie jetzt zumindest über den Winter hinbekommen, damit wir dann im Frühjahr anfangen können“, sagt Kosian. 

Das allerdings scheint eher ein frommer Wunsch zu sein. Stadtbaumeister Ulrich Knecht bestätigt auf Anfrage des KREISBOTEN, dass die Erweiterung der Sauna in diesem Jahr nicht kommen wird. Eine Ausschreibung im Winter hält er derzeit allerdings für wenig wahrscheinlich. „Ich denke, dass wir bestenfalls im Frühjahr damit beginnen können.“ Die Verzögerung liege an den vielen Projekten, die der Stadtbaumeister mit seinem dezimierten Team – Sebastian Dietrich ist in Elternzeit – aktuell vorantreiben muss. Dazu zählt etwa die Ausschreibung für das Schulzentrum und die Erweiterung des Gewerbegebiets Äußerer Westen. Auch die Tiefgarage unter der Münzstraße, die seit Jahren im Gespräch ist, bindet Knecht. Das Vorhaben soll in der nächsten Stadtratssitzung besprochen werden. 

 Für Kosian und die Saunagäste bedeutet das, sie müssen sich erst einmal weiter gedulden. Eine Art Entschädigung hat sich der Badleiter bereits überlegt. Das neue Dampfbad und die Salzgrotte sollen vorgezogen werden und schon für die Wintersaison zur Verfügung stehen. „Das hilft uns zwar nicht beim Platz, aber es wertet die Sauna auf“, sagt Kosian.

Dass die Investition der Stadt von rund 1,15 Millionen Euro für den Ausbau richtig ist, davon ist der Badleiter immer noch felsenfest überzeugt. „Wir haben dieses Jahr schon wieder 2000 Besucher mehr als im Vorjahr, der Trend hält an.“ Das zeigt auch der Blick nach Bad Wörishofen: Dort hat der Betreiber der Therme gerade bekanntgegeben, seinen Sauna-Komplex vergrößern zu wollen – für schlappe 14 Millionen Euro.

Christoph Peters

Auch interessant

Meistgelesen

Beim "Sauren Max"
Beim "Sauren Max"
Erst 2020 barrierefrei
Erst 2020 barrierefrei
Schnittpunkt zwischen Gleis und Straße
Schnittpunkt zwischen Gleis und Straße
Digitale Ergänzung kommt an
Digitale Ergänzung kommt an

Kommentare