Stadtrat vertagt Abstimmung

Sauna-Erweiterung im Plantsch wird teurer

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Die Sauna-Erweiterung ist in zwei Schritten geplant: Begonnen wird mit dem rot markierten Anbau, bei Bedarf folgt die blau gefärbte Erweiterung.

Schongau – Seit letzter Woche gibt es im Plantsch zwei neue Sauna-Attraktionen. Nächstes Jahr sollen es noch mehr werden, wenn im Frühjahr die Arbeiten am neuen Anbau beginnen. Doch der wird teurer als zunächst erwartet.

„Gewisse Mehrkosten“ für den ersten Bauabschnitt sind inzwischen abzusehen. Die seien allerdings „zu verkraften und zu vertreten“, sagte Ulrich Knecht in der letzten Stadtratssitzung. Es sei völlig normal, dass die Zahlen vom ersten Entwurf – der stammt von Dezember 2012 – nicht mit der Realität übereinstimmen, erklärte der Stadtbaumeister. Zudem sei der „überhitzte Baumarkt“ Schuld an der Preissteigerung. Rund 1,2 Millionen Euro soll der erste Bauabschnitt kosten. Brutto sind das 149773 Euro mehr als im ersten Entwurf, der im Dezember präsentiert worden war. 

Geplant ist ein Anbau mit großer Aufgusssauna, weiträumigem Liegeraum, Sanitätszimmer, Massageraum, Garderobe und Duschen sowie einem Barfußpfad und einem Schwimmteich im Freien. In dem 125 Quadratmeter großen Liegebereich könnten mindestens 33 Liegen Platz finden, erläuterte Planer Christian Gößwald. Die Gesamtfläche des Anbaus wurde etwas erweitert, statt 353 Quadratmetern soll er nun 380 Quadratmeter groß werden. Dafür wird dann auch alles barrierefrei sein, damit auch Rollstuhlfahrer die Saunalandschaft genießen können. 

Für Mehrkosten sorgt auch die Teilunterkellerung. „Die Lüftungsanlage ist so groß, dass sie nicht in den bestehenden Keller passt“, machte Gößwald die Notwendigkeit deutlich. In einem möglichen zweiten Bauabschnitt würden weitere Duschen und Umkleiden ergänzt und die Anbindung an den bestehenden Bereich umgesetzt werden. Um unnötige Kosten zu vermeiden, soll die Lüftungsanlage im ersten Abschnitt so gebaut werden, dass ein Anschluss problemlos machbar ist. Das macht 11500 Euro mehr aus, spart aber bei einem potenziellen zweiten Anbau deutlich. Insgesamt würde letzterer laut Knecht „grob geschätzt“ 700 000 Euro kosten. Optisch soll alles zusammenpassen. „Es ist ein sehr kompliziertes Gebäude. Die Formensprache soll in den beiden Teilen neu interpretiert werden“, sagte Gößwald. 

„Wenn der Bauabschnitt II kommt – und ich denke, er kommt – ist es sinnvoll, wenn man mehr ausgibt“, sprach sich Robert Bohrer (SPD) für diese Variante aus. „Wie das „Amen in der Kirche“, war auch Peter Blüml (CSU) davon überzeugt, dass der zweite Part kommt. Bauchschmerzen mit der Planung hatte indes Michael Eberle. „Die Planung ist super gelungen, die neue Sauna wird ein Magnet sein“, sagte der CSU-Fraktionsvorsitzende zwar. Er habe jedoch die Sorge, dass sich ein „Superprojekt“ mit immer höher steigenden Kosten entwickeln könnte. 

„Der Fluch der ersten Zahl holt uns ein“, schätzte es Stephan Hild (UWV) ein. Dennoch sprach auch er sich dafür aus, weiterzumachen und gleich die größere Lüftung zu nehmen. „Es ist wichtig, dass wir was tun. Wir müssen die Attraktivität steigern, damit wir nicht vom Markt verschwinden“, betonte auch Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl (SPD). „Jetzt zurückgehen wäre kein richtiger Schritt“, warb er für die Zustimmung der Stadträte. 

„Wenn sich die vermuteten Besucherzahlen bestätigen, dann würde sich der erste Bauabschnitt finanzieren“, versuchte Gößwald die Sorgen mancher Räte zu vertreiben. Das wäre der Fall, wenn etwa 25 Prozent mehr Besucher kämen und 1,50 Euro mehr für die Sauna bezahlen. 

Nachdem sich die Stadträte nicht ganz einig waren, ob denn eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für beide Teile nötig sei oder nicht, wurde letztendlich mit 15 zu fünf Stimmen beschlossen, genau diese noch einzufordern und die weitere Abstimmung erst einmal zu vertagen.

Ursula Gnadl

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