Der Schächen muss weichen

Jetzt kommt die Abrissbirne

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Der alte Schächen wird derzeit entkernt und für den endgültigen Abbruch vorbereitet. Als Termin für die Abrissarbeiten ist die erste respektive zweite Maiwoche vorgesehen.

Hohenpeißenberg – Mehr als ein Jahrhundert lang prägte es das Hohenpeißenberger Ortsbild, in ein paar Tagen jedoch rücken am alten Schächengebäude die Abriss-bagger an: Anstelle der ehemaligen Traditionsgaststätte soll ein neues Ortszentrum mit Nahversorger, Café und anderen infrastrukturellen Einrichtungen entstehen.

Früher war der um das Jahr 1900 errichtete Schächen ein zentraler Anziehungspunkt in Hohenpeißenberg. Er beherbergte einen Gaststätten- und Hotelbetrieb sowie im Untergeschoss mehrere Einzelhandelsgeschäfte. Doch seine besten Jahre hat das alte Gemäuer längst hinter sich. Von 1989 bis 2005 hatte es noch als Übergangsheim für Spätaussiedler gedient, bevor es von der Gemeinde gekauft wurde. 

Was folgte waren jahrelange Diskussionen über die künftige Nutzung des Schächen. Aufgrund der maroden Bausubstanz entschied man sich letztlich für den Abriss – und für die Alternative, ein attraktives Ortszentrum zu schaffen. Vor knapp vier Jahren legte die Großhesseloher Investorenfirma „BlauiP“ denn auch konkrete Pläne für den neuen Schächen vor. Demnach sollte ein U-förmiges, mehrstöckiges Gebäude in den Hang situiert und damit ein Vorplatz zur Hauptstraße geschaffen werden. Doch das Projekt geriet ins Stocken. Das Problem: Es konnte kein Betreiber für den als Kernelement geplanten Lebensmittelnahversorger gefunden werden. 

Anfang des Jahres gab „BlauiP“-Geschäftsführer Christoph D. Neumann im Hohenpeißenberger Gemeinderat jedoch grünes Licht: Die Planung wurde baulich etwas abgespeckt und mit einem Münchener Großmarkthändler, der überwiegend regionale Produkte anbietet, ist man sich bezüglich des Lebensmittelnahversorger handelseinig geworden: „Wenn man so einen Laden nicht hat“, erklärte Neumann den Gemeinderäten, „dann kommen keine Leute in den Ort. Städtebaulich ist das enorm wichtig.“ 

Neben dem Nahversorger soll es im neuen Schächen aber auch eine Bäckerei, ein Café, Arztpraxen, eine neue Unterkunft für die Sparkasse, barrierefreie Mietwohnungen und eine Tagesbetreuung für Senioren geben. Und architektonisch setzt man auf den landestypischen Stil: „Es soll nach dem Gebäudetyp Bayerischer Landgasthof gebaut werden“, so Neumann. 

Ob das Projekt tatsächlich realisiert wird, ist allerdings noch nicht ganz in trockenen Tüchern. Das letzte Wort hat der Hohenpeißenberger Gemeinderat – und das nicht ohne Grund. Die Kommune soll beim Lebensmittelnahversorger als Verpächter der Ladenfläche und auch bei der Tagesbetreuung als Co-Finanzierer mit einsteigen. 

Auf die Gemeinde, so hieß es zuletzt bei der Haushaltssitzung Anfang April, werde damit eine „beträchtliche, finanzielle Beteiligung“ zukommen. "Tenor ist positiv" Eine Entscheidung über das Projekt soll spätestens bis zum Sommer fallen, wobei Bürgermeister Thomas Dorsch optimistisch ist: „Der Tenor auch im neu zusammengesetzten Gemeinderat ist positiv. Ich denke da wird sich keiner verschließen. Wir wollen ja einen Mehrwert für den Ort schaffen“, so der Rathauschef. 

Das Schächen-Projekt bietet der Gemeinde nicht nur die Chance, ein bislang fehlendes, städtebauliches Zentrum zu schaffen, sondern auch eine Möglichkeit, die Gewerbestruktur am Ort zu stärken. Sollte der Gemeinderat wie erwartet für den Bau des neuen Schächen votieren, soll alles ganz schnell gehen: „Unser Ziel ist es, das neue Gebäude bis nach den Sommerferien 2015 bezugsfertig zu haben“, so Neumann.

Bernhard Jepsen

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