Schaumberger-Anwesen: Unten Backshop, oben Wohnungen

Schaumberger Anwesen Ramsauer Straße in Peiting
+
Große Lettern erinnern noch an den Namen des früheren Besitzers des Autohauses an.

Peiting – Wo bis Anfang der neunziger Jahre Karossen der Marke BMW verkauft wurden und wo sich früher mitten im Ort eine Tankstelle befand, gibt es konkrete Pläne für die Nutzung des Schaumberger-Anwesens. Dort soll im Erdgeschoss – neben dem Pizzaservice – ein Backshop mit Café einziehen. Im Obergeschoss sollen vier Wohnungen entstehen.

Das Autohaus Schaumberger ist längst Geschichte in Peiting. Aber es ist ein Stück Peitinger Geschichte. Das weiß Gottlob Rosenauer nur zu gut. Der 84-jährige Peitinger war ehemals Werkstattmeister beim BMW-Händler – zunächst in Peiting und später, als das Autohaus in Landsberg eröffnet wurde, auch noch mehr als ein Jahrzehnt in der Lechstadt.

Seine ehemalige Chefin Helena Schaumberger verstarb vor mehreren Jahren in Landsberg. Hans Schaumberger, der den Betrieb in Peiting führte, wurde über 90 Jahre; sein Todestag ist der 6. Januar 2020.

Erbe des lange Zeit leerstehenden und heruntergekommen Immobilie mitten in Peiting ist der Sohn Johannes Schaumberger, der in Landsberg zu Hause ist. Er hat nun einen Antrag eingereicht. Demnach soll im Schaumberger Anwesen zwischen Azamstraße und Ramsauer Straße so umgebaut werden, dass unten Platz für einen Backshop mit Verkaufsraum und Café geschaffen wird.

Im ersten Stockwerk und im Dachgeschoss sind vier Wohnungen vorgesehen, wie Marktbaumeister Fabian Kreitl neulich berichtete, als der Bau- und Umweltausschuss sich mit dem Antrag befasste. Zu den Wohnungen soll eine Außentreppe nach oben führen.

Der Bauausschuss genehmigte das Vorhaben mit 6:3 Stimmen. Die Gestaltung ist Ansichtssache. Z.B. wird das Geländer über der früher überdachten Tankstelle verglast. Dort soll ein großer Balkon für die Wohnungen des Obergeschosses geschaffen werden.

Gemeinderat Herbert Salzmann wünschte sich, dass Architektin Petra Asanger-Strobl, die bei Sanierungen im Ortskern Ansprechpartnerin ist, nochmals zu einem Gespräch hinzugezogen wird. Michael Deibler vertritt diese Auffassung: „Aus meiner Sicht gehört der gesamte Bereich überplant.“ Das Schaumberger-Anwesen befände sich in hervorragender Lage; in diesem Quartiert sollte man mehr draus machen als Wohnungen und eine Bäckerei. Deibler plädierte für ein Vertagen des Bauantrags.

Die Mehrheit im Bauausschuss sah das freilich anders. Norbert Merk mahnte zur Vorsicht. Man solle nicht den Eindruck erwecken, lenkend eingreifen zu wollen. Franz Seidel meinte dazu: „Wichtig ist, dass was passiert.“

Bürgermeister Peter Ostenrieder sagte, man könne die Bitte zu einem Gespräch mit der Architektin für Ortskernsanierung ja dem Bauherrn nahelegen – gleichsam ergänzend zum positiven Bescheid. Dazu antwortete Herbert Salzmann allerdings: „Wenn die Räte zustimmen, warum sollte der Bauherr dann nochmals zu einem Gespräch mit der Architektin suchen. Es sollte abgeklärt werden, ob das Vorhaben eilig wäre. Sonst könne man den Punkt vertagen, so Salzmann.

Marktbaumeister Kreitl schilderte gegenüber dem Kreisboten, dass es sehr wohl ein Gespräch mit der Sanierungsarchitektin gab. Er räumte freilich ein, dass keine direkte Absprache zwischen Bauherr und Architektin Asanger-Strobl erfolgte. Sie sei vielmehr vom Marktbauamt gefragt bzw. gehört worden.

Johannes Jais

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Absage des Schongauer Weihnachtsmarkts
Absage des Schongauer Weihnachtsmarkts
Neue Auszubildende in der Steingadener Verwaltung vorgestellt
Neue Auszubildende in der Steingadener Verwaltung vorgestellt
Langhammer’s Lackiererei im Schongauer Osten
Langhammer’s Lackiererei im Schongauer Osten
Eisenschmid Ofenbau – Peitinger Traditionsunternehmen besteht seit mehr als 20 Jahren
Eisenschmid Ofenbau – Peitinger Traditionsunternehmen besteht seit mehr als 20 Jahren

Kommentare