CSU-Starkbierfest feiert 20-jähriges Jubiläum

Schockerberg mal drei

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Michael Eberle (li.) und Luitpold Braun jun. bei ihrem Singspiel-Auftritt im vergangenen Jahr. In welche Rollen sie diesmal schlüpfen ist noch ein gut gehütetes Geheimnis.

Schongau – Was für die Münchner der Nockherberg ist für die Schongauer der Schockerberg: Seit 20 Jahren nimmt der CSU-Ortsverein bei seinem Starkbierfest die lokale Politik und das Weltgeschehen mit spitzer Zunge aufs Korn. Zum runden Jubiläum geht das Kult-Event in die Verlängerung. Derbleckt wird heuer an drei statt zwei Tagen – am 24., 25. und 26. März.

Wenn es darum geht, die Anfänge und die Entwicklung des Schockerbergs zu ergründen, ist Michael Eberle der richtige Ansprechpartner. Der CSU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat war dabei, als das Starkbierfest vor 20 Jahren seine Premiere feierte. Und Eberle zählt noch heute zu den treibenden Kräften hinter und vor den Kulissen des Schockerbergs.

Doch selbst er muss angesichts der langen Zeit erst einmal überlegen, wie der Ortsverein vor zwei Jahrzehnten zu seinem Kult-Event gekommen war, das heute aus dem jährlichen Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken ist. Das große Vorbild sei natürlich der Nockherberg gewesen, was sich unschwer am Namen erkennen lasse, blickt Eberle zurück. Und einen Starkbieranstich, den habe es bis dato in Schongau nicht gegeben – die Idee für den Schockerberg war geboren. Doch eine Starkbiersause ohne Programm wäre wohl eine ziemlich müde Angelegenheit geworden, weshalb Helmut Schmidbauer in die Rolle des Fastenpredigers schlüpfte, um der Lokalpolitik die Leviten zu lesen. Die JU steuerte die Gesangseinlagen bei.

Damals konnte freilich niemand ahnen, dass aus den kleinen Anfängen später einmal eine viereinhalbstündige Show werden würde, die regelmäßig an zwei Abenden 600 Besucher begeistert. Darauf sei man natürlich stolz, sagt Eberle, umso mehr, als die Schongauer Christsozialen den Schockerberg nach wie vor aus den eigenen Reihen stemmen – vom mittlerweile zur Tradition gewordenen Gastspiel der Hohenfurcher Feuerwehrkapelle einmal abgesehen.

Ansturm auf die Karten

Voll besetzt wird das Jakob-Pfeiffer-Haus auch heuer beim Jubiläum sein und das ausnahmsweise gleich an drei Tagen. Denn wegen des besonderen Anlasses hängt die CSU zusätzlich zum Freitag- und Samstagabend (je 19 Uhr) am Sonntagnachmittag eine weitere Vorstellung (16) dran. Die Nachfrage ist wie erwartet groß. Eigentlich startet der offizielle Vorverkauf erst am Samstag, 4. März, (14 Uhr im CSU-Fraktionsbüro im Münzgebäude), doch weil der Ortsverein seinen Mitgliedern heuer zum ersten Mal ein Vorkaufsrecht einräumte, ist die Samstags-Vorstellung bereits ausverkauft, für den Freitag gebe es nur noch Restkarten, weiß Eberle.

Der Aufwand, den die CSU für ihr Starkbierfest betreibt, hat es in sich. Bereits im vergangenen September mussten die Termine festgezurrt werden. Nachdem sowohl die Hohenfurcher Feuerwehrkapelle als auch die Stadtkapelle für alle drei Veranstaltungen zugesagt hatten, starteten im November die Vorbereitungen für das traditionelle Singspiel. „Da geht‘s ums Thema und wer welche Szenen schreibt“, verrät Eberle. „Über Weihnachten wird dann gedichtet.“ 

Die Regie liegt wieder in den Händen von Luitpold Braun junior, längst haben die Proben begonnen. Vieles sei noch im Fluss, oft entstünden die besten Ideen während des gemeinsamen Übens. Auf welche Themen sich die Zuschauer beim Singspiel heuer freuen dürfen, das will der CSU-Chef verständlicherweise noch nicht verraten. Nur so viel: Es werde eher um die Bundes- als die Lokalpolitik gehen. Dass außerdem ein gewisser Donald Trump seinen Auftritt haben könnte, will Eberle zumindest nicht dementieren.

Der Schockerberg wäre allerdings kein echter Schockerberg, käme das lokale Geschehen überhaupt nicht zur Sprache. Aufs Korn nehmen wird es Robert Kassebaum, der nach seinem gelungenen Debüt 2016 erneut den Fastenprediger Oculus gibt. Auch Markus Wühr, der beim letzten Mal als Luis aus Südtirol dem Publikum einheizte, ist erneut mit von der Partie. In welcher Rolle, weiß bislang nicht einmal der CSU-Chef. Und natürlich darf Reime-Künstlerin Marianne Porsche-Rohrer ebenfalls nicht im Aufgebot fehlen.

Auch der Bundesverkehrsminister kommt

Fest steht zudem: Unter den Gästen wird sich auch heuer wieder jede Menge lokale Politprominenz tummeln. Für sie ist der Schockerberg längst zum Pflichttermin geworden. Neben dem Ersten und Zweiten Bürgermeister der Stadt Schongau, hätten auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Landtagsabgeordneter Harald Kühn ihr Kommen bereits zugesagt, verrät Eberle. Er gehe zudem davon aus, dass sich auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt das Starkbierfest nicht entgehen lässt. Ob der CSU-Politiker ebenfalls den ein oder anderen Seitenhieb erdulden muss, wird sich zeigen.

Christoph Peters

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