Mit dem "Funke-Anstich"

Schongauer CSU probiert den Schockerbock

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So sieht der neu kreierte „Funke-Anstich“ aus. Kornelia hat den Dreh raus, zum Erstaunen von Michael Eberle und Paul Huber.

Schongau – Eine neue Ära des Schockerbock Bier-Anzapfens hat begonnen. Man spricht seit Donnerstagabend vom „Funke-Anstich“, einer ganz besonderen Version, bei der man weder Schlegel noch Hämmerchen braucht. Die Kornelia hat den Dreh raus. Die Fraktionsvorsitzende der CSU drückt einfach den Zapfhahn mit zarter weiblicher Brachialgewalt in das Spundloch – und der Käs ist gegessen. Anzapfen ohne zu klopfen und ohne einen Tropfen zu verlieren. Eben Funke-Anstich.

Es läuft wie am Schnürchen. Der Gerstensaft fließt in die bereitgestellten Glaskrüge. Wäre Michael Eberle nicht Richter geworden, hätte er als Schankkellner eine Bombenfigur abgegeben. Dunkelbraun das Bier, schon fast ins Schwarze gehend. Cremig weiß der Schaum oben drauf. Daneben die Gäste in voller Erwartung. Die Nasen ganz vorne, wie könnte es anders sein, die von Paul Huber und Peter Blüml. Gut, Peter und Paul gehören ja irgendwie zusammen. Eberle versteht sein Handwerk, wie am Fließband füllt er die Krüge. Die Erwartungen der Gäste sind hoch.

Fast wie Medizin

Der erste Schluck oder gar Zug muss warten. Auch für den Markus Wühr, der schon sehr ungeduldig den Krug in den Händen dreht. Dabei hält ihn Wühr immer wieder gegen das Licht der Deckenbeleuchtung, um sich wenigstens am Farbton des Bieres zu ergötzen. Gelassener nimmt es Marianne Porsche-Rohrer. Sie zählt die Sorte der Starkbiere eher in Richtung Medizin. Und da kommt es ja bekannterweise auf die Dosierung an. Ihre gewählte Dosis im ersten Durchgang knapp unter dem Eichstrich. Marianne wartet mit charmantem Lächeln auf die Bekanntgabe der Zusammensetzung der Tinktur.

Die gibt an diesem Abend Oliver Kellermann ab. Stellvertretend für den bewährten Braumeister Markus Langer, der aus dem fernen Kirgisistan seine Grüße per Fax schickt. Die Stammwürze gibt der Braumeister mit 17,2 Prozent an, über den Alkoholgehalt schweigt er sich aus. „Den könnt Ihr gleich selbst ermitteln“, schiebt Kellermann ein, der ebenfalls schon seinen gefüllten Krug in greifbarer Nähe hat. Und weiter: „Der Braumeister hat sich für eine dunkle Malzmischung entschieden, als Hopfensorten hat er ‚Hallertauer Perle‘ und ‚Hallertauer Saphir‘ gewählt“, erklärt Kellermann. Und dann noch die Beschreibung des Geschmacks: „Nicht zu schwerer, verhältnismäßig schlanker dunkler Bock mit schokoladigen Noten und dezenter, honigartiger Süße.“ Und auf die Partei bezogen noch ein Nachbrenner: „Die Farbe ist nicht ganz so dunkel wie im letzten Jahr, die Staatsregierung ist ja auch nicht mehr so tiefschwarz wie sie schon mal war.“

Mit "Rauschgarantie"

Genug Beschreibungen. Das Volk will‘s selbst probieren. Kellermann gibt den Ring frei. Jetzt einer der wenigen Momente, an denen fast völlige Stille herrscht. Der Gerstensaft sucht sich seinen Weg durch die Kehlen. Bei dem einen langsam und gleichmäßig, bei dem anderen sind sehr intensive Züge zu beobachten. Markus Wühr gehört zu den anderen. Blüml findet als erster die Sprache wieder. „Sehr süffig, und ....Rauschgarantie. Im letzten Jahr habe ich drei Halbe gebraucht um auf Touren zu kommen, heuer langen zwei.“ Soviel zum Alkoholgehalt. Dieser wird von Porsche-Rohrer mit „apothekenmäßig 1A“ ausgezeichnet. Und Toni Negele lässt nach der zweiten Halben verlauten, dass dieses Getränk die Krankenkassen fördern müssten.

Und Markus Wühr? Der versucht‘s mit dem Erzählen von Witzen. Nach der ersten Halben lacht Eberle. Nach der zweiten Halben lacht Wühr, nach der dritten Halben lachen beide, aber nicht mehr über den Witz. Super Bierprobe, der Schockerberg kann kommen.

hh

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