Schongau mit anderen Augen

"Wieder etwas Kultur einhauchen"

+
Schongau von einer ganz anderen Seite.

Schongau – Er möchte sich in keine Ecke drängen lassen, er liebt es, Emotionen und Gefühle bildlich auszudrücken. Dafür hat er seine Kamera und viele Ideen in seinem Kopf. 

Tobi Fuhrmann ist 29 Jahre alt und lebt in Schongau. Da er seine Stadt gerne mag, zeigt er sie von einer ganz anderen Seite. Demnächst möchte der talentierte Fotograf sein Fotodesign-Studium starten und sein eigenes Studio eröffnen.

Das Talent und den Blick für wunderschöne Aufnahmen und Eindrücke im richtigen Moment festzuhalten wurde ihm in die Wiege gelegt. Sein Opa hieß Theodor Bosch und war ein bekannter Maler im Schongauer Raum. Seine Mutter Angelika Fuhrmann war eine bekannte Fotografin, die unter anderem für die Süddeutsche Zeitung und den Münchner Merkur gearbeitete hat, bis sie an Krebs starb. „Ich habe einfach das Gefühl, dass ich ihre Arbeit weiterführen muss. Außerdem macht mir das Fotografieren sehr viel Spaß“, erzählte er bei einem Spezi in der Wirtschaft am Hohen Peißenberg. Angefangen hat alles bei einer Gruppe auf Facebook. Jede Woche wurde ein neues Thema gepostet und die 20 Mitglieder der Gruppe mussten dann innerhalb einiger Tage ihr Bild auf die Gruppenseite hochladen. „Da konnte man sehr schön sehen, wie 20 Personen ein Thema auf verschiedenste Art und Weise interpretiert haben. Das ist für mich das Spannende an der Kunst“, erzählte er.

Von seiner Mutter hat Tobi auch einen Teil die Ausrüstung, die an sich ja mehrere Tausend Euro kosten würde. Sein großer Schatz ist eine „alte“ Leica, die Königsklasse der Kameras, wie er sagte. Eigentlich ist der 29-Jährige gelernter IT-Systemelektroniker. Er arbeitete bis vor kurzem noch in einer Firma in München. Er arbeitete 65 Stunden die Woche und Tobi wurde es irgendwann einfach zu viel. „Ich hatte zwar einen guten Job dort und gutes Geld verdient. Aber Geld ist eben nicht alles im Leben“, findet er. Er wollte aussteigen und hatte einen Grund: Das Fotografieren. Also dachte er sich, wenn nicht jetzt, wann dann? Tobi besucht die BOS in Kaufbeuren und lernt fleißig, damit er im Herbst auf die FH kann. Über Wasser hält er sich mit Aufträgen von lokalen Zeitungen und Portraits, die er für Freunde macht. Ende Februar will er sein Gewerbe „FOTOFUHRMANN“ anmelden und auch richtig als Fotograf durchstarten.

Sehr gerne packt Tobi nachts seine Kamera in den Rucksack und macht sich auf die Suche nach Motiven. Die Stadt Schongau zeigt der junge Fotograf aus einer ganz anderen Perspektive. Vor seine Linse kommen auch die Ecken der Stadt, die vielleicht auf den ersten Blick nicht so schön sind - er versteht es aber sehr gut, diese ins richtige Licht zu rücken. So macht er seine Motive interessant und dabei kommt er auf die verrücktesten Ideen. Knicklichter hat Tobi gerne dabei, um die kleinen Flüsse und Bäche im Landkreis ein bisschen bunter aussehen zu lassen. Er hat keine Lieblingsmotive, erzählte er. Er verbringt gerne seine Zeit in der Natur - die Berge haben es ihm aber besonders angetan.

Tobi lebt gerne in Schongau und daher möchte er der Stadt wieder „ein bisschen Kultur einhauchen“. Er will eine Ausstellung mit weiteren Künstlern aus der Gegend organisieren.. „Wer mitmachen möchte und etwas auf die Beine stellen mag, kann sich gerne an mich wenden.“ Kontakt einfach über „TFotografie“ bei Facebook aufnehmen oder per E-Mail info@fotofuhrmann.de. Die Homepage wird gerade gebastelt. Die Erfüllung für Tobi wäre es, wenn er vom Fotografieren leben könnte. „Ich bin noch nicht dort angekommen, wo ich weiß, da kann ich mit meinem Talent hin“, sagte der 29-Jährige.

Von Alma Jazbec

Auch interessant

Meistgelesen

Neuer Förderverein unterstützt Krankenhäuser im Landkreis
Neuer Förderverein unterstützt Krankenhäuser im Landkreis
Nachwuchs des Bezirksverbands Oberland spielt auf
Nachwuchs des Bezirksverbands Oberland spielt auf
"Wildschweinbestände drastisch reduzieren"
"Wildschweinbestände drastisch reduzieren"
Das Pizzakarton-Problem
Das Pizzakarton-Problem

Kommentare