Schongau bald im Dunkeln? – Gremium berät über Vorschläge von Stadtrat Hild

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ANTON JUNGWIRTH; Schongau – Gleich drei Anregungen von Stadtrat Stephan Hild (UWV) mit dem Ziel, der katastrophalen Haushaltslage Besserung zu bescheren, beschäftigte das Gremium. Hild fragte an, ob die Straßenbeleuchtung reduziert werden könne, ob auf der Fläche der früheren Müllhalde die Installierung einer Fotovoltaikanlage möglich sei und ob der Verkauf städtischer Gebäude eine Option zur Haushaltskonsolidierung sei. Wird Schongau bald im Dunkeln liegen? Oder wird nur noch jede zweite Laterne in Betrieb sein? Hierauf hatte Alexander Joseph von der Stadtverwaltung eine klare Antwort: Nein. „Es gibt hier nicht nur Sicherheitsbedenken, denn Untersuchungen haben ergeben, dass die Kriminalitätsrate bei schlechter Beleuchtung um das Achtfache ansteigt, sondern auch technische Probleme“, verdeutlichte der städtische Mitarbeiter. Denn die Überlegung, lediglich nur noch jede zweite Lampe leuchten zu lassen, sei technisch nicht umsetzbar. Auf versicherungstechnische Aspekte, die ein Abschalten schlichtweg ausschließen, verwies Joseph außerdem. Auch der Verkauf städtischer Gebäude wäre eine Option, so Hild. Sein Vorschlag: Das seit dem Auszug der Polizei brach liegende Münzgebäude und ein städtisches Gebäude in der Lidl-straße. „Von dem Verkauf von Gebäuden in der Altstadt rate ich grundsätzlich ab“, warnte Stadtbaumeister Ulrich Knecht. Stattdessen habe die Stadtverwaltung einen Gebäudekomplex außerhalb der Altstadtmauern ins Auge gefasst, berichtete der Stadtbaumeister. Rund 500000 Euro könnten durch einen Verkauf in den Stadtsäckel gespült werden, rechnete dieser vor. Um welches Gebäude es sich allerdings handelt, wollte Knecht nicht verraten. Dies sei Bestandteil der nichtöffentlichen Sitzung, so Knecht. Auf großes Interesse bei den Räten stieß Hilds Anfrage, ob nicht auf der Fläche der ehemaligen Mülldeponie im Schongauer Westen eine Fotovoltaikanlage gebaut werden könne. Walter Frömmrich von der Stadtverwaltung wusste Details: „Die Fläche hat eine Größe von 3,3 Hektar. Aus Sichtschutzgründen müsste diese aber an den Rändern mit Sträuchern eingepflanzt werden, was das mit Solarmodulen bebaubare Areal auf 2,5 Hektar reduzieren würde.“ Über die Kosten konnte Stadtkämmerer Werner Hefele Auskunft geben. Rund 3,2 Millionen Euro betragen die Investitionskosten. Demgegenüber steht ein Ertrag von 28,75 Cent je Kilowattstunde, was bei einer solchen Anlage einen Ertrag von knapp 300000 Euro erbringt. Rechnet man nun den finanziellen Aufwand pro Jahr gegen, bleibt ein Überschuss von 64000 Euro. „Allerdings müsste dieser wiederum versteuert werden, so dass der Stadt unter dem Strich 47000 Euro blieben“, klärte Hefele auf. Vertreter aller Fraktionen fanden Gefallen an dem Gedankenspiel – schließlich können somit auf längere Zeit, man spricht von rund 20 Jahren, sichere Einkünfte erwirtschaftet werden. Bedenken wurden allerdings in Richtung einer anderen Nutzung des Geländes laut. Doch die konnte Walter Frömmrich entkräften: „Eine Untersuchung hat ergeben, dass der Untergrund für eine Bebauung zu weich ist“, sagte dieser. Einstimmig sprach sich der Stadtrat dafür aus, die Stadtverwaltung möge die Nutzung durch eine Fotovoltaikanlage vertieft prüfen.

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