»Großes Wunschpaket«

Sonderfonds-Bewerbung ohne »Eismärchen« am Marienplatz

Eismärchen Penzberg
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In Penzberg ist das „Eismärchen“ seit vielen Jahren ein Erfolg. In Schongau soll es Vergleichbares jedoch nicht geben.
  • Astrid Neumann
    VonAstrid Neumann
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Schongau – Gleich mit mehreren Projekten wird sich die Stadt Schongau für den Sonderfonds „Innenstädte beleben“ bewerben. Grundsätzlich führte das zu positiven Reaktionen im Stadtrat. Beim Thema „Winterbelebung“ waren sich die Stadträte allerdings nicht einig.

Im Rahmen der Städtebauförderung hat das Bauministerium den Sonderfonds mit insgesamt 100 Millionen Euro für alle Städte und Gemeinden Bayerns ab 2.000 Einwohner aufgelegt. Gefördert werden können kurzfristige Maßnahmen im Innenstadtbereich wie städtebauliche Konzepte zur Weiterentwicklung der Innenstädte, Projektfonds für kleinere investive und nichtinvestive Maßnahmen, die vorübergehende Anmietung leerstehender Räumlichkeiten durch die Gemeinde, Maßnahmen zur Restrukturierung von Einzelhandelsgroßimmobilien, bauliche Investitionen für temporäre Zwischennutzungen oder kommunale Förderprogramme für Erdgeschossnutzungen, aber auch langfristige baulich-investive Maßnahmen zur Belebung der Innenstädte, erklärte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich. „Es werden sich viele bewerben“, vermutet er.

Im Vorfeld hatten die Stadtratsfraktionen bereits per Videoschaltung verschiedene Projekte diskutiert und ausgewählt. „Wir werden uns mit Einzelbausteinen für den Sonderfonds bewerben“, fasste Dietrich die Beratung zusammen.

Bewerben will sich die Stadt mit vier Projekten. Dazu gehört die Sanierung des Sonnengrabens, welche rund 800.000 bis 1 Million Euro kosten wird. Auch mit der ohnehin bereits geplanten Erweiterung des Stadtrundgangs mit Einbeziehung des Serenadenhofes will die Lechstadt ins Rennen gehen (rund 65.000 Euro). Zwar habe sich die Situation der Leerstände in der Innenstadt deutlich gebessert, doch auch für die Anmietung solcher Leerstände wird die Stadt eine Förderung beantragen – beispielsweise für Start-Ups oder Co-Working-Spaces, so Dietrich. Diesen drei Punkten stimmte das Gremium einstimmig zu.

Keine Eisbahn

Uneinig waren sich die Stadträte allerdings beim Thema „Winterbelebung am Marienplatz“. Neben Pop-Up-Stores, wie es sie im vergangenen Winter bereits gab, und einem Lichtkonzept nannte der Stadtbaumeister auch eine mögliche Kunsteisbahn. „Da habe ich so meine Probleme“, meinte Michael Eberle (CSU) zu der Eisbahn. Er verwies auf die mögliche Konkurrenz für das Eisstadion. Bei einem guten Disco-Lauf seien da 200 Leute im Stadion, die dann vielleicht lieber auf die Eisfläche in der Innenstadt gehen.

Bürgermeister Falk Sluyterman verwies darauf, dass die Konkurrenz ja nur temporär über einen relativ kurzen Zeitraum bestünde. Ganz anders sah das Susanne Tischner (UWV). Sie war der Meinung, das Eisstadion bzw. die Eislaufabteilung könnte die Fläche in der Stadt ja sogar fürs eigene Marketing nutzen.

Eberle wollte über die Eisfläche trotzdem gesondert abstimmen. Denkbar knapp mit 9:10 Stimmen lehnte der Stadtrat die Eisbahn ab. Sie wird nun aus dem Bewerbungspaket „Winterbelebung Marienplatz“ herausgenommen.

»Gesondert diskutieren«

Zu einer weiteren Diskussion kam es im Bezug auf die Anmietung von Leerständen. Eberle war dafür, die Tourist Info aus dem Rathaus rauszunehmen und an prominenterer Stelle zu platzieren – „barrierefrei und zentral“. Wenn man die Tourist Info aus dem Rathaus raus nehme, dann könnte sie sich eher einen Standort am Bahnhof vorstellen, so Bettina Buresch (Grüne).

Es sei fraglich, ob die Tourist Info überhaupt gefördert werden könnte, gab Bürgermeister Falk Sluyterman zu bedenken. Mittelfristig müsse hier ein neuer Standort gefunden werden. „Das sollten wir aber gesondert diskutieren“, so das Stadtoberhaupt.

Die übrigen Maßnahmen-Vorschläge kamen bei den Stadträten gut an. Bei einigen müsse man nun die Kosten noch konkretisieren, so der Stadtbaumeister. Bewerbungsfrist ist der 10. Juni. „Das Wunschpaket ist groß“, meinte Ilona Böse (SPD). Aus ihrer Sicht mache es durchaus Sinn, Dinge zu nehmen, die bereits in der Vorplanung sind. „Vielleicht klappt‘s ja“, so Böse. Gut fand auch Kornelia Funke (CSU), dass man sich mit kleinen Bausteinen bewirbt. „Wir sollten alle Möglichkeiten ausschöpfen“, befand sie.

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