Stellenausschreibung:

Schongau: Ein City-Manager soll’s richten

Schongau – Nun ist es beschlossen: Schongau bekommt einen  City-Manager und Wirtschaftsförderer. Nicht alle Stadträte zeigten sich davon allerdings begeistert.

Wir leben und arbeiten dort, wo andere Urlaub machen“, schreibt Schongaus Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl (SPD) stolz auf der Internet-Seite der Lechstadt. Aus diesem Grund sei der Wirtschaftsstandort Schongau eine „besondere Attraktivität“. Diese Anziehungskraft, stellt Gerbl weiter fest, mache Schongau auch zur „zentralen Einkaufsstadt in unserer Region, deren Sogwirkung weit in benachbarte Landkreise reicht“. Vor allem in der CSU scheint man sich da nicht mehr so sicher zu sein. Schon seit längerem macht sich die Stadtrats-Fraktion für die Einstellung eines City-Managers und Wirtschaftsförderers stark. In der jüngsten Sitzung des Gremiums hatte das Bestreben nun Erfolg. Mit 16:6 Stimmen votierte der Stadtrat für die Ausschreibung einer solchen Stelle. 

Der CSU-Fraktionsvorsitzende Michael Eberle erinnerte daran, dass seine Partei schon vor über einem Jahr das Thema erstmals auf die Tagesordnung gebracht hatte. „Damals haben wir keine Mehrheit gefunden und dadurch viel Zeit verloren.“ An den Beweggründen habe sich seither nichts geändert. „Die Probleme wie etwa die Belebung der Altstadt oder ein neues Parkraum-Konzept stellen sich immer noch. Wir sind deshalb froh, dass der Weg jetzt beschritten werden soll.“ Hinter den Kulissen hatte die CSU fleißig daran gearbeitet, dass es nun zur Abstimmung im Stadtrat kam. Wie Hauptamtsleiter Bernd Liebermann berichtete, hatte sich seit Anfang des Jahres eine Gruppe aktiver Bürger, Geschäftsleute, Unternehmensvertreter sowie mehrerer Stadträten mit dem Thema Stadtentwicklung befasst. Die in ihren Sitzungen erarbeitenden Ziele teilte die Initiative schließlich Mitte Juni in einem Brief Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl mit, der wiederum die Entscheidung über eine mögliche Citymanager-Stelle nun auf die Tagesordnung nahm.

Ohne Gegenwind blieb der Antrag der CSU freilich nicht. Robert Bohrer (SPD) äußerte Zweifel daran, dass es für einen City-Manager und Wirtschaftsförderer, der sich nur um die Belange der Stadt Schongau kümmere, einer Ganztagsstelle bedürfe. Gleichzeitig zeigte sich der SPD-Fraktionschef verwirrt darüber, dass vom ehemals angedachten, gemeinsa-men Vorgehen mit Peiting und Altenstadt nichts mehr zu sehen sei. „Das sind zwei Baustellen klärte ihn der 2. Bürgermeister Paul Huber (CSU) auf. Die Zusammenarbeit mit den beiden Gemeinden habe man in der vergan-genen Sitzung, bei der Bohrer entschuldigt gefehlt habe, bereits beschlossen. „Jetzt geht es allein um Schongau.“

Doch auch Nina Konstantin (ALS) hatte Bedenken. „Wir hatten in den vergangenen Jahren schon viele Konzepte hier im Stadtrat vorliegen, doch sie sind alle in der Schublade verschwunden. Was soll sich daran durch einen City-Manager ändern?“ Ins gleiche Horn stieß auch Ilona Böse (SPD). „Wir hatten hier kompetente Leute, die etwa die Fußgängerzone am Marienplatz vorgeschlagen haben. Passiert ist nichts. Wenn wir im Gremium nicht bereit sind, Verbesserungsvorschläge anzunehmen, geben wir nur viel Geld aus und es ändert sich nichts.“

Peter Blüml (CSU) blickte dagegen lieber nach vorn. „Wir müssen etwas tun, damit wir nicht abgehängt werden.“ An Arbeit werde es nicht mangeln, versicherte er. Und falls doch, könne man nach zwei Jahren immer noch die Reißleine ziehen, schließlich sei die Stelle  befristet. Unterstützung erhielt er von Stephan Hild (UWV): „Wir sind im Vergleich zu umliegenden Städten ins Hintertreffen geraten. Das müssen wir aufholen.“ Ausgerechnet sein Parteikollege Roland Heger hegte Zweifel, ob man mit einer befristeteten Stelle einen fähigen Manager finde. Dass dieser dann bei der Stadt angestellt sein würde, stieß wiederum Bohrer auf, dem eine Vereinslösung, wie sie in Weilheim praktiziert wird, viel sympathischer war. Dem erteilte Blüml jedoch eine Absage: „Da droht immer die Gefahr von Interessenskonflikten.“ Letztendlich setzte sich die CSU mit ihrem Vorschlag durch. 

Damit war die Diskussion noch nicht am Ende. Als Bernd Liebermann die geplante Stellenanzeige samt geschätzten Kosten von 12000 Euro präsentierte, stockte Bohrer der Atem. „Das ist ein Haufen Geld.“ Er schlug vor, die Anzeige auf das nötigste zu begrenzen und für weitere Informationen auf die Internetseite zu verweisen. Am Ende einigten sich die Räte auf einen Kompromiss und stimmten einem Budget von 8000 Euro zu.

chpe


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