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Schongau: Neue Wohnbebauung an Marktoberdorfer Straße braucht Schallschutzwand

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Von: Astrid Neumann

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Schallschutz Marktoberdorfer Zugspitzstraße Schongau
Das brachliegende Areal an der Zugspitzstraße Ecke Marktoberdorfer Straße soll bebaut werden. Dafür wird eine rund drei Meter hohe Schallschutzwand nötig. © Schorer

Schongau – Die Pläne auf dem brachliegenden Grundstück am Kreisverkehr an der Ecke Markt­oberdorfer Straße und Zugspitzstraße ein Café zu errichten hatte vor vier Jahren zu Anwohnerprotesten geführt. Nun soll Wohnbebauung entstehen, die eine rund drei Meter hohe Schallschutzwand erforderlich macht. Das hat auch schon im Bauausschuss für Kritik gesorgt.

Auf dem brachliegenden Grundstück ist ein Gebäude mit drei Vollgeschossen plus Staffelgeschoss geplant. Im Erdgeschoss soll Gewerbe untergebracht werden, der Rest als Wohnungen dienen. Den Belastungen durch Schallimmissionen von Verkehr und Gewerbe soll über eine Laubengangerschließung und die Verlängerung des bestehenden Lärmschutzwalles begegnet werden, erklärte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich. Ein Schallschutzgutachten wurde bereits im Vorfeld erstellt.

Dafür vorgesehen sei die Verlängerung der Reihe der Garagen sowie eben ein 3,30 Meter hoher Lärmschutzwall entlang der Marktoberdorfer sowie der Zugspitzstraße. Geplant ist außerdem eine Tiefgarage sowie die Ausstattung von mindesten 25 Prozent der Dachfläche mit Solaranlagen.

Nicht mit Kritik zurück hielt sich Bettina Buresch (Grüne): „Die Garagenanlage ist sowas von vorgestern.“ Das Ensemble selbst bezeichnete sie als „ein einziges Gemurkse, klotzig und uninspiriert“, das schlimmste sei für sie aber die Schallschutzmauer. Zudem kritisierte sie die „unnötige Flächenversiegelung und dürftige Grüngestaltung“ auf dem Areal.

Ilona Böse (SPD) fand die Planung zwar „nicht super attraktiv“, aber die Brache dort sei auch nicht schöner. Das Ihle-Café sei damals eben verhindert worden, bedauerte sie. Sie sprach sich dafür aus, mehr als nur 25 Prozent der Dachfläche mit Photovoltaik auszustatten, und für begrünte Nebenanlagen. „Wir müssen das jetzt auch einfordern.“

Die Optik der Schallschutzwand beschäftigte sowohl Kornelia Funke (CSU) als auch Winfried Schaur (UWV). Hier sollte ein konkreter Vorschlag gemacht werden, der auch zu begrünen ist, so der Wunsch Schaurs. „Wir wollen da sicherlich nicht die zweite Berliner Mauer“, machte auch Bürgermeister Falk Sluyterman deutlich.

Der Bauausschuss stimmte dem Bebauungsplanentwurf mit einer Gegenstimme zu, allerdings geknüpft an gewisse Bedingungen. Zum einen sollen 100 Prozent der Dachfläche mit Photovoltaik ausgestattet und wo möglich auch vertikale Wandbegrünung umgesetzt werden. Die Flächen, die nicht als Fahrspur dienen, sollen gepflastert werden, um eine bessere Versickerung zu gewährleisten.

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