CSU präsentiert Bürgermeisterkandidat 

Ein Schongauer für Schongau

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Keine Kampfabstimmung: Da Stadträtin Kornelia Funke verzichtet, steht Robert Stöhr (li.) schon vor der Hauptversammlung als CSU-Kandidat für den Bürgermeisterposten in Schongau fest – zur Freude des CSU-Ortsvorsitzenden Michael Eberle.

Schongau – Eine kleine Überraschung war die Präsentation des Kandidaten der CSU für die kommende Bürgermeisterwahl dann schon. Nachdem die SPD bereits im März Falk Sluyterman van Langeweyde als ihren Bürgermeisterkandidaten vorstellte, zieht die CSU jetzt nach und schickt ebenfalls ein lokalpolitisch weitestgehend unbeschriebenes Blatt ins Rennen.

Robert Stöhr heißt der 34 Jahre junge Mann, der nächstes Jahr gegen Sluyterman antreten wird. Damit ist klar: Stadträtin Kornelia Funke, die ebenfalls im Gespräch war, wird sich nicht als Bürgermeisterkandidaten auf der CSU-Hauptversammlung am 20. Juni zur Wahl stellen. Ihre familiäre Situation habe sich geändert, begründete Funke ihre Entscheidung. „Ich bin Oma geworden und werde als Babysitter gebraucht. Einem zeitintensiven Amt wie dem des Bürgermeisters kann ich daher nicht nachgehen.“ Ihre Funktion als Stadträtin sowie Mitgliedschaft in diversen Vereinen möchte sie aber weiterhin ausüben, ließ Funke wissen. 

Ein Handicap ist dies laut CSU-Fraktionsvorsitzenden Michael Eberle jedoch nicht. Er kenne Stöhr schon länger – aus dessen Zeit als aktives Mitglied in der Pfarrei Verklärung Christi, bei der Feuerwehr und der Jungen Union. Mit seiner erfrischenden Art könne Stöhr dazu beitragen, die CSU von ihrem „Langweiler-Image“ weg zu bringen, hieß es aus dem Kreis der Vorstandschaft. 

Stöhr ist Jahrgang 1979, in Schongau geboren und aufgewachsen und bezeichnet die Stadt als seinen persönlichen Lebensmittelpunkt. „Das hat sich auch nicht geändert, als ich nach meinem Abitur am Welfen-Gymnasium und anschließendem Zivildienst in der Herzogsägmühle nach München ging um Informatik, Wirtschaftswissenschaften, Mathe-matik und katholische Religionslehre zu studieren“, sagte Stöhr. 

Lange Zeit sei er gependelt, da er die Lebensqualität in Schongau nicht missen wollte. 2010 absolvierte Stöhr sein Staatsexamen, wurde 2011 verbeamtet und trat vor Kurzem eine Stelle als Gymnasiallehrer für Mathematik und Religion in Dillingen an der Donau an. „Neben meinem Studium war ich nebenberuflich als selbständiger Programmierer tätig, unter anderem für den Technologiekonzern Infineon. Darum hat mein Studium wohl auch etwas länger gedauert,“ ergänzte Stöhr schmunzelnd. 

Das bedeute aber auch, dass er sowohl eine wirtschaftliche sowie – als Lehrer und ehemaliger Zivi – eine humanistische Perspektive mitbringe, fügte Stöhr mit Blick auf seine Kandidatur hinzu. Eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrsnetzes, kulturelle Investitionen und den Umweltschutz begreife er demnach genauso als seine Aufgabe wie die Förderung der ansässigen Betriebe. 

Dass es ihm an Profilschärfe fehlen könnte, sieht Stöhr nicht als Problem. Genauso wenig wie die Entfernung zwischen seinem Arbeitsort Dillingen – dort wohnt er momentan unter der Woche – und Schongau. Zumal Stöhr in der CSU Schongau kein völlig Unbekannter ist. Seit 17 Jahren engagiert er sich parteipolitisch. Unter anderem war er Vorsitzender der Schongauer JU. Als „Kandidat von außen“ sehe er außerdem mit anderem Blick auf Schongaus Potential, zu einer attraktiveren Stadt zu werden. „Und für die Vorbereitung auf die Kandidatur bieten die Schulferien genügend Zeit“, sagt Stöhr selbstbewusst.

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