5 Fragen an die 2 Bürgermeisterkandidaten

Schongau vor der Stichwahl: Wer hat die besseren Argumente?

+
Wer zieht ins Schongauer Rathaus ein? Am Sonntag entscheidet die Bürgermeister-Stichwahl.

Schongau - Die Bürgermeister-Stichwahl findet am kommenden Sonntag aufgrund der Corona-Krise unter erschwerten Bedingungen statt: Nur die Briefwahl ist möglich. Bis spätestens Sonntag, 29. März, 18 Uhr müssen die Wahlbriefe in den jeweiligen Rathäusern eingegangen sein. Wer noch nicht gewählt hat, für den stellen sich die beiden Kandidaten hier noch einmal vor: Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD) und Herausforderer Hans Rehbehn (CSU). Wer ist Ihr Favorit?

Falk Sluyterman • SPD: Erster Wahlgang: 48,9 %, Erster Bürgermeister, 50 Jahre

Welche Ausgangsbasis schafft das Ergebnis vom 15. März für Sie mit Blick auf die Stichwahl am 29. März? „Eine Stichwahl ist stets eine komplett neue Wahl. Es zählt jede einzelne Stimme!“

Der Wahlkampf seitdem war erschwert. Wie haben Sie darauf reagiert? „Ich habe am 18.03. den Wahlkampf eingestellt. Für mich fühlt es sich verkehrt an, in diesen schwierigen Zeiten die Bürgerschaft mit Wahlkampfthemen zu behelligen. Zudem bin ich mit der Bewältigung der Corona-Krise jetzt rund um die Uhr gefordert.“

Die Urnenwahl ergab ein Kräfteverhältnis von 52,1 zu 33,9 zugunsten Falk Sluytermans, bei der Briefwahl stand es 47,2 zu 38,6. Welche Rolle spielt es, dass die Stimmen am 29. März ausschließlich per Brief abgegeben werden können? „Ich hoffe, dass diejenigen, die mir ihre Stimme an der Urne gegeben haben, dies nunmehr in der Briefwahl auch tun.“

Mit welchen Inhalten punkten Sie bei den Wählern der bereits ausgeschiedenen Bürgermeisterkandidaten? „Mit Klima- und Umweltschutz sowie mit dem Eintreten für unsere kleine Fußgängerzone. Aber: Durch die Corona-Krise haben sich die Inhalte geändert. Die noch nicht absehbaren Folgen der Krise gilt es vorrangig zu bewältigen. Die Parteizugehörigkeit darf keine Rolle spielen, wenn es um das Wohl unserer Stadt geht.“

Die Wahlbeteiligung in Schongau mit 53,7 Prozent hätte am 15. März höher sein können. Bitte richten Sie kurz einige Worte an die damaligen Nicht-Wähler. „In Zeiten wie diesen ist es wichtig, dass unsere Stadt in bewährten Händen bleibt. Das ist wichtig für uns alle – deshalb nutzen Sie die Stichwahl! Bitte schenken Sie mir Ihr Vertrauen.“

 

 

 

Hans Rehbehn • CSU: Erster Wahlgang: 37,0 %, Sprecher Landratsamt, 59 Jahre

Welche Ausgangsbasis schafft das Ergebnis vom 15. März für Sie mit Blick auf die Stichwahl am 29. März? „Das Erreichen der Stichwahl allein ist für mich schon ein riesengroßer Erfolg. Mit meinem Ergebnis aus dem ersten Wahlgang und den Wählern, die Herrn Sluyterman nicht gewählt haben, scheint es eine gute Ausgangsposition zu sein. Das heißt aber, dass alle wieder wählen gehen müssen. Da aber eine Stichwahl immer etwas Besonderes ist, werden die Karten für den 29.03. neu gemischt. Zudem hat die Stichwahl ihre eigenen Gesetze, wer mit wem und wer für wen, deshalb steht es aus meiner Sicht 0 : 0. Das Ergebnis ist in alle Richtungen offen. Ich glaube, es wird ein eindeutiges Ergebnis geben. So knapp wie vor sechs Jahren wird es nicht werden.“

Der Wahlkampf seitdem war erschwert. Wie haben Sie darauf reagiert? 

„Mein Wahlkampf war am 05.03.2020 mit dem Beginn der Corona-Krise beendet. Die neuen Plakate für die Stichwahl waren bereits fertig und hängen jetzt aus. Für den weiteren Wahlkampf hatte ich für jeden Haushalt eine persönliche Karte drucken lassen. Aufgrund der aktuellen Lage habe ich auf eine Verteilung verzichtet. Im Online-Wahlkampf habe ich noch einige kleine Posts getätigt. Viele Bürgerinnen und Bürger haben mit dem heutigen Tag schon gewählt, einige stehen noch vor der Entscheidung und einige werden gar nicht wählen. Es bleibt also abzuwarten, wie das Ergebnis ausfällt.“

Die Urnenwahl ergab ein Kräfteverhältnis von 52,1 zu 33,9 zugunsten Falk Sluytermans, bei der Briefwahl stand es 47,2 zu 38,6. Welche Rolle spielt es, dass die Stimmen am 29. März ausschließlich per Brief abgegeben werden können? „Die Briefwahl hat ihre eigenen Gesetze. Ich glaube, es spielt keine große Rolle ob Briefwahl oder Urnenwahl. Ich hoffe nur, dass durch die ‚Briefwahl für alle‘ die Wahlbeteiligung höher ist, als beim ersten Wahlgang. 53,7 % der Schongauer Wählerinnen und Wähler waren erschreckend wenig. Das muss sich ändern, denn es geht um den Bürgermeister von Schongau.“

Mit welchen Inhalten punkten Sie bei den Wählern der bereits ausgeschiedenen Bürgermeisterkandidaten? „Es geht um die SACHE um Sie, um uns, das ist mein Slogan. Ich stehe für eine unabhängige, transparente und bürgernahe Politik. Mit folgenden Inhalten möchte ich punkten: Soziale und fachliche Kompetenz; Innovationsbereitschaft und Weitblick; Dynamik, Ausdauer und Engagement; Offene, faire und konstruktive Zusammenarbeit mit Bürgerschaft, Stadtrat und Verwaltung; Neutrale und transparente Entscheidungsfindung; Menschlichkeit, Fairness und Gradlinigkeit; Identifikation mit der Stadt und der Region. Zusammen mit den Bürgerinnen und Bürger, mit dem Stadtrat und der Stadtverwaltung will ich über Partei- und Ortsgrenzen hinweg unsere Zukunft gemeinsam gestalten.“

Die Wahlbeteiligung in Schongau mit 53,7 Prozent hätte am 15. März höher sein können. Bitte richten Sie kurz einige Worte an die damaligen Nicht-Wähler. „Schongau braucht mehr Bürgernähe und Menschlichkeit: Helfen auch Sie dabei! Liebe Nichtwähler, mit Ihrer Entscheidung nicht zu wählen, sagen Sie automatisch „JA“ zu der jetzigen Stadtpolitik, obwohl viele Bürger damit schon lange nicht mehr einverstanden sind. Schongau braucht Aufschwung, neue Ideen und frischen Wind! Nur bei den Kommunalwahlen können Sie den Politikern zeigen, dass Sie an Ihrer Stadt und deren Entwicklung interessiert sind. Deshalb: Gehen Sie zur Wahl und wählen Sie den Kandidaten, der Ihre Interessen am besten vertreten kann und machen Sie ihr Kreuz an der richtigen Stelle.“

Auch interessant

Meistgelesen

Neuer Geh- und Radweg führt über Mühlkanalbrücke
Neuer Geh- und Radweg führt über Mühlkanalbrücke
Feuer am Kleidercontainer
Feuer am Kleidercontainer
Schläge am Schwanenweiher
Schläge am Schwanenweiher
Riegel für Spekulation mit Peitinger Grundstücken
Riegel für Spekulation mit Peitinger Grundstücken

Kommentare