Stadtrat zieht Reißleine

Keine Bewerbung für kleine Landesgartenschau

Schongau – Das Ende ist da, bevor die Geschichte so recht begonnen hat: Die Stadt Schongau verzichtet auf eine Bewerbung für die Ausrichtung der kleinen Landesgartenschau „Natur in der Stadt“ 2021. Schuld trägt vor allem die unsichere Finanzierung.

Ursula Hochrein musste es bereits geahnt haben, dass ihr Vortrag nichts mehr ändern würde. Denn just bevor die Landschaftsarchitektin am Ratstisch Platz nahm, um den Stadträten die von ihrem Büro erstellte Machbarkeitsstudie einer kleine Landesgartenschau in Schongau vorzustellen, hatte Kämmerer Werner Hefele die wenig erfreuliche Finanzsituation der Stadt präsentiert. Auf der mehrere Seiten langen Liste der unfinanzierten Projekte fand sich auch die kleine Landesgartenschau, die dort mit rund sechs Millionen Euro zu den Schwergewichten zählte. 

Doch Hochrein ließ sich nichts anmerken, sondern nahm die Räte noch einmal mit auf eine virtuelle Reise durch die Lechstadt im Jahr 2021. Sie wies auf die Chancen für derzeit wenig ansehnliche Bereiche wie dem Bahnhof oder den Volksfestplatz hin und betonte die Signalwirkung einer derartigen Schau für die Stadt. Die Münchnerin schlug sich wacker, was sich auch dadurch zeigte, dass sich viele Räte durchaus angetan von ihren Vorschlägen zeigten. 

„Es würde Laune machen, das umzusetzen“, sagte etwa Stephan Hild (UWV). Martin Max sah „große Möglichkeiten, Schongau zu entwickeln“, und Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl lobte das Projekt als Möglichkeit, die Attraktivität der Stadt zu steigern. Doch bei der Finanzierung endete die Begeisterung schnell. Angesichts der enormen Belastungen, die auf die Stadt zukämen, sei die Schau nicht darstellbar, urteilten Hild und Nina Konstantin (ALS) unisono. 

Michael Eberle (CSU) sprach von einem schönen und einem verantwortungsvollen Weg. So verlockend ersterer sei, „wenn wir uns jetzt in solch ein Wagnis stürzen, können wir die nächsten Jahre nichts mehr gestalten“, machte er klar. Bettina Buresch (ALS) konnte die ablehnende Haltung indes nicht verstehen. „Wir haben ein so großes Potential, das brachliegt. Die Gartenschau ist die Chance für eine Initialzündung“, unterstrich sie. 

Am Ende nutzte alles nichts. Mit 14:9 Stimmen (nur die SPD und Buresch votierten dafür) sprach sich das Gremium gegen eine Bewerbung der Lechstadt aus.

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