Präzedenzfall Hecke

Schongauer Bauausschuss lehnt Sichtschutzwand in der Sonnenstraße ab

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Die laut Verwaltung überdimensionierte Thuja-Hecke kommt weg. Ersatz soll aus heimischem Gehölz bestehen und maximal zwei Meter hoch sein.

Schongau – Eine alte Thuja-Hecke in der Sonnenstraße soll weg. Stattdessen würde der Hausherr gerne eine Sichtschutzwand errichten. Das gefiel dem Bauausschuss jedoch nicht, er lehnte die Wand mit 4:4 Stimmen ab. Der Hauseigentümer wird nun wieder eine Hecke pflanzen müssen und das, obwohl ein Nachbar bereits eine ähnliche Sichtschutzwand errichtet hat – ohne Genehmigung.

„Damit haben wir wieder einen Präzedenzfall geschaffen“, fasste Bürgermeister Falk Sluyterman die Entscheidung in der Sitzung am Dienstag zusammen. Wie geht man nun mit dem Nachbarn und seinem Schwarzbau um? Dass das Landratsamt diesbezüglich einschreiten wird, halte er für unwahrscheinlich, machte Bauamtsmitarbeiter Bernd Liebermann deutlich.

Aber von vorne: Eine überdimensionierte rund 2,25 Meter hohe und etwa zwei Meter breite, teilweise bereits abgestorbene, Thuja-Hecke soll beseitigt und stattdessen eine Sichtschutzwand errichtet werden. Diese besteht aus Fertigteilelementen und soll eine Höhe von zwei Metern erhalten. Im Bebauungsplan ist jedoch festgesetzt, dass Einfriedungen als lebende Hecken in Höhe von einem Meter auszuführen sind. Für das Bauvorhaben wäre daher eine Befreiung erforderlich. Die verweigerte der Bauausschuss aber.

Eine zwei Meter hohe Sichtschutzwand halte sie ebenfalls für überdimensioniert, so die Aussage von Bettina Buresch (ALS/Grüne). Schön sei das auch für die Nutzer – die Hecke grenzt an einen Garagenhof – nicht. Sie schlug eine andere Hecke oder Begrünung vor. Dem schloss sich auch Ilona Böse (SPD) an.

Stadtbaumeister Sebastian Dietrich empfahl als Kompromiss eine Hecke aus heimischem Gehölz, die eine Höhe von bis zu zwei Metern aufweisen darf. „Weder schön, noch notwendig“, befand Stephan Hild (UWV). Überall gehe man an grünen Wänden entlang. Er schlug eine Höhe von 1,50 Meter vor, wachsen würde die Hecke ja ohnehin.

Das Gremium folgte am Ende dem Kompromissvorschlag Dietrichs. Einstimmig legte es fest, dass eine maximal zwei Meter hohe Hecke aus heimischem Gehölz gepflanzt werden soll. Was mit dem benachbarten Schwarzbau passiert, ist offen. 

asn

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