Lieber Wohnbebauung

Vorerst kein neues Café fürs Forchet

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Das Grundstück an der Zugspitzstraße (rechts im Bild) wird vorerst nicht bebaut.

Schongau – Die Bewohner im Forchet müssen erstmal auf ein neues Café verzichten. Der Bauausschuss hat den Antrag auf Vorbescheid bezüglich dem Neubau eines Bäcker-Cafés in der Zugspitzstraße nämlich nun abgelehnt. Grund dafür war für die meisten Ausschussmitglieder, dass man sich in diesem Areal mehr Wohnraum wünsche.

Das Grundstück an der Zugspitzstraße, um das es in der Diskussion im Bauausschuss am vergangenen Dienstag ging, liegt direkt am Kreisverkehr. Bereits 2013 habe es eine Bauvoranfrage einer Schreinerei mit Ausstellungs-, Verkaufs- und Wohnräumen gegeben, so Bauamtsmitarbeiter Michael Wölfle. In diesem Fall wäre ohnehin eine Änderung des Bebauungsplanes vorgesehen. Da es sich dort um ein Misch­gebiet handele, sei die aktuelle Anfrage auf Neubau eines Bäcker-Cafés – laut Wölfle handelt es sich um die Landbäckerei Ihle – zulässig, sagte der Bauamtsmitarbeiter im Gremium. Allerdings würden einige Befreiungen notwendig.

So weit sollte es jedoch nicht kommen. Weil Michael Wölfle wohl bereits mit Einwänden rechnete, wies er zu Beginn noch einmal darauf hin, dass das Landrats­amt bestätigt habe, dass es sich hier um ein Mischgebiet handele, bevor er das Vorhaben im Detail vorstellte. Es sollte ein zweigeschossiges Gebäude mit einer Fläche von insgesamt rund 640 Quadratmetern entstehen. Da das Bauvorhaben die Baugrenze überschreite, sei hier eine Befreiung notwendig. Außerdem wäre eine solche auch bezüglich der Dachneigung, der Dachform und der Dacheindeckung erforderlich geworden. „Diese Befreiungen können aus Sicht der Verwaltung mitgetragen werden“, führte Wölfle aus.

Doch die knappe Mehrheit des Gremiums (5:4 Stimmen) sah das anders. Dabei ging es allerdings weniger um die Befreiungen vom Bebauungsplan, als vielmehr um die Art der Nutzung. Für Michael Eberle (CSU) stand fest: „Wir haben dort genug Supermärkte und Bäckereien“, Wohnbebauung sei wichtiger. Immerhin habe man das beim Grundstück weiter stadt­einwärts an der Marktoberdorfer Straße – zwischen den Meisenhöfen und der Arbeitsagentur – auch berücksichtigt, indem man dort einen Supermarkt zugunsten von Wohnbebauung ablehnte (der Kreisbote berichtete). Parteikollegin Kornelia Funke (CSU) lag die Planung ebenfalls „im Magen“.

ALS-Frakionsvorsitzende Nina Konstantin wollte wissen, um welche Art Café es sich handele. „Ist das denn dann auch sonntags geöffnet oder nur so ein Steh­imbiss?“ Derlei Infos wären wichtige Entscheidungskriterien. Hier griffen Bürgermeister Falk Sluyterman sowie Stadtbaumeister Sebastian Dietrich ein: Solcherlei Fragen hätten nichts mit dem Baurecht zu tun. Den Platz nicht optimal genutzt sah Bettina Buresch (ALS). Ihrer Meinung nach könnte man vorne zur Straße hin ein Café realisieren und im hinteren Teil Wohnbebauung vorsehen.

Dass dort überhaupt Wohnbebauung möglich wäre, stellte Martin Schwarz (SPD) in Frage: „An allen vier Ecken ist dort Gewerbe, da will doch keiner wohnen!“ Dem konnte Stephan Hild (UWV) nur beipflichten. Als Wohnfleck sei das Grundstück sehr unattraktiv, so der UWV-Fraktionsvorsitzende, zudem herrsche am Kreisel „Verkehr hoch drei“.

Michael Eberle wollte das nicht gelten lassen. Vorne habe man den Supermarkt abgelehnt, jetzt müssten hier die gleichen Regeln gelten: „Für Schongau ist das Café kein großer Wurf“, so der CSU-Mann. „Es ist immerhin ein Wurf“, entgegnete Schwarz, „wir können aber auch weiterhin vier Wochen im Jahr dort Christbäume verkaufen.“ 

asn

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