Kündigung zum Jahresende

Schongauer City-Manager wirft das Handtuch

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Kurzes Gastpeiel: Nach gut einem Jahr gibt Martin Sokya seinen Job als City-Manager schon wieder auf.

Schongau – Die Nachricht kommt überraschend. Schongaus City-Manager Martin Soyka hat seinen eigentlich noch bis Oktober 2015 laufenden Vertrag vorzeitig zum Jahresende gekündigt. Grün-de für seine Entscheidung will der 36-Jährige nicht nennen. Wie es mit der Stelle, die die Stadt erst vor gut einem Jahr geschaffen hat, weitergeht, ist noch offen.

Am Telefon ist Soyka kurz angebunden. Warum er nach gut einem Jahr im Amt die Kündigung eingereicht hat, darauf will er nicht näher eingehen. Nur so viel: „Es war keine ad-hoc-Entscheidung“, erklärt der 36-Jährige und fügt dann doch noch hinzu, dass Rahmenbedingungen und Strukturen durchaus eine Rolle dabei gespielt hätten. Am Dienstag hat Soyka seinen letzten Arbeitstag. Seinen neuen Arbeitgeber, den er bereits gefunden hat, will er nicht verraten.

Irgendwo scheint es also gehakt zu haben zwischen dem City-Manager und den Entscheidungsträgern. Vor gut einem Jahr war Soyka noch als Heilsbringer gefeiert worden, als einer, der den Abwärtstrend in der Schongauer Altstadt endlich aufhalten werde. „Die öffentliche Erwartungshaltung war unglaublich“, hatte der City-Manager rückblickend im Interview mit dem KREISBOTEN im September festgestellt. 

Ohne Budget und mit einem scheidenden Bürgermeister als Vorgesetzten waren die Rahmenbedingungen, unter denen Soyka antrat, zudem alles andere als optimal. Das hat sich nach der Kommunalwahl geändert, doch in der Öffentlichkeit trat der City-Manager weiter kaum in Erscheinung, arbeitete lieber hinter den Kulissen, was ihm viel Kritik – auch von Stadträten – einbrachte.

Dass Soyka jetzt den Schlussstrich zog, kam für Bürgermeister Falk Sluyterman dennoch überraschend. Er sei mit dessen Arbeit durchaus zufrieden gewesen, betont der Rathauschef. So habe Soyka unter anderem etliche Gespräche mit Investoren für die Altstadt geführt und Basisarbeit erledigt, die bislang noch keiner gemacht habe. „Kurzfristige Erfolge kann man da meines Erachtens nicht erwarten.“ 

Er habe ihm unlängst sogar zugesichert, sich für eine Verlängerung seines unbefristeten Vertrags einzusetzen. „Aber er hat anscheinend keine Perspektive mehr gesehen.“ Kurz wird der Bürgermeister konkreter. Im persönlichen Gespräch habe Soyka unter anderem fehlende Grundvoraussetzungen für die Ansiedlung von Geschäften wie Fußgänger- oder City-Zone kritisiert, erklärt Sluyterman. 

Wie geht es nun weiter? Für den Bürgermeister ist klar, dass die Stelle des City-Managers nicht lange unbesetzt bleiben sollte. „Wir brauchen jemanden, der für die Altstadt kämpft, einen Kümmerer.“ Sluyterman kann sich jedoch vorstellen, den Posten künftig in der allgemeinen Verwaltung anzusiedeln und nicht mehr als Stabsstelle. „Wir werden jetzt einen Vorschlag ausarbeiten und demnächst im Stadtrat präsentieren.“

Christoph Peters

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