Schongauer Feuerwehr

Segen für neuen Logistik-Lkw

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Nach der Segnung und Besichtigung in der Halle wurde er auf den Hof gefahren: der Versorgungs-Lkw der Schongauer Feuerwehr. Hinten die Drehleiter (aus dem Jahr 2006).

Schongau – Sieben schwere und vier leichte Fahrzeuge stehen in der Halle der Schongauer Feuerwehr an der Bahnhofstraße. Das neueste darunter ist der Versorgungs-Lkw – 290 PS stark, mit Allrad-Antrieb, beladen bis zu 16 Tonnen schwer und 225 000 Euro teuer in der Anschaffung. Zu sechs Einsätzen sind die Maschinisten mit diesem großen Lastwagen in den letzten zwei Monaten schon ausgerückt, wie Kommandant Werner Berchtold informiert. Pfarrerin Lydie Nicoly Menezes (evang. Gemeinde) und Pfarrer Norbert Marxer (katholische PG Schongau) spendeten dem Logistik-Lkw am Samstag bei einer Feier in der Fahrzeughalle den kirchlichen Segen.

Schwungvoll stieg Pfarrerin Lydie Nicoly Menezes die Stufen der Metallleiter hinauf, um mit schwarzem Filzstift einen Vers aus dem Paulusbrief an die Römer auf die Innenseite der Tür zum Laderaum zu schreiben: „Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrliche im Gebet“. Zuvor sagte sie bei der Feier, auch Frauen und Männer der Feuerwehren können sich in schwierigen Situationen an den Herrgott wenden – und wenn es manchmal nur der Seufzer „O Gott“ am Einsatzort sei.

„Wir brauchen das richtige Material“, betonte der Chef der Feuerwehren im Landkreis Weilheim-Schongau, Kreisbrandrat Rüdiger Sobotta, auf der Feier in der Fahrzeughalle. Die Einsätze könnten sich heutzutage schnell wandeln in allen Wehren – vom Brand über die Verletztenbergung bei einem Verkehrsunfall bis zur Hochwasserkatastrophe. Für eine Stützpunkt-Feuerwehr wie in Schongau kann das laut Sobotta bedeuten, dass alle drei bis vier Jahre eines der Fahrzeuge ersetzt werden müsse, wenn es in die Jahre komme. Erst 2014 war für die Schongauer Wehr ein neues Tanklöschfahrzeug beschafft worden, das noch teurer war als nun der Versorgungs-Lkw.

Segen fürs neue Einsatzfahrzeug - die Bilder

Die Kosten für den Versorgungs-Lkw betragen 225 000 Euro. Dabei erhält die Stadt über die Regierung von Oberbayern einen Zuschuss von 37 000 Euro. Bürgermeister Falk Sluyterman sagte, wenn es im Stadtrat um eine Angelegenheit der Freiwilligen Feuerwehr ginge, herrsche „meist sehr schnell Einigkeit darüber, was zu tun ist“. Die Verantwortlichen in der Kommunalpolitik würden die Schlagkraft der Wehr anerkennen und den Beitrag dazu leisten, damit diese erhalten bleibe.

Sluyterman sieht den Grund für die „fraktionsübergreifende Einigkeit“ darin, dass die von den Vertretern der Feuerwehr an den Stadtrat herangetragenen Vorschläge „stets sachlich begründet und fachlich gut ausgearbeitet seien. „Nie werden übertriebene Forderungen gestellt“.

Lob von der Mannschaft

Kommandant Werner Berch­told berichtete, dass er „bisher nur Lob aus den Reihen der Mannschaft“ bekommen habe, was den neuen Versorgungs-Lkw in der Praxis angehe. Je nach Einsatz würde dieses Fahrzeug über eine Ladebühne, die eineinhalb Tonnen hebe, mit Rollwagen bestückt. Die Zusammenstellung des transportierten Materials sei im Falle eines Hochwassereinsatzes eine andere als bei einem Brand mit Atemschutzgeräten oder bei einem Verkehrsunfall mit der Rettungsspreize. Die Beladung erfolge immer „individuell“.

Der Chef der Schongauer Wehr hob auch hervor, dass bei dem Fahrzeug ein Notstromaggregat mit an Bord sei. Der Lkw sei auch dafür geeignet, dass sich Atemschutzgeräteträger umziehen können. Zudem sei mit zwei Bänken und einem Tisch für eine Sitzgelegenheit gesorgt. Verworfen habe man wegen der Kosten und der eingeschränkten Beweglichkeit die Variante, einen Versorgungs-Lkw mit Ladekran anzuschaffen.

Berchtold und Albert Huber, der hauptamtliche Gerätewart und Maschinisten-Ausbilder, schilderten, dass es in der Schongauer Wehr bei einer Gesamtzahl von gut 80 Aktiven aktuell 25 Männer und eine Frau gebe, die als Maschinisten im Einsatz seien. Davon hätten 22 den Lkw-Führerschein, der auch zum Lenken des neuen Versorgungs-Lkw notwendig sei. Voraussetzung sei eine gründliche Einweisung am Fahrzeug.

Der bisherige Lkw war 26 Jahre alt und zuletzt stark reparaturanfällig. Er ist für knapp 4000 Euro an einen Händler in Bayerisch-Schwaben verkauft worden verkauft worden.

Johannes Jais

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