In der neu geschaffenen autofreien Zone am Schongauer Marienplatz – 40 Jahre nach Weilheim

Fußgänger haben jetzt Vorrang

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Geben den Segen dazu: Pfarrer Hartmut Stamm von der evangelischen Gemeinde und  Diakon Hans Steinhilber. Rechts Bürgermeister Falk Sluyterman.

Schongau – Weilheim hat seit 40 Jahren eine, jetzt hat auch die zweite Stadt, die dem Landkreis ihren Namen gibt, eine: In Schongau wurde am Wochenende die Fußgängerzone ihrer Bestimmung übergeben. Am Marienplatz, oft als „gute Stube“ bezeichnet, haben damit Fußgänger Vorfahrt beziehungsweise – verkehrsrechtlich gesagt – Vorrang.

Schon am Vormittag wurde der rote Teppich ausgerollt. Nicht für die Prominenz. Sondern für die Akteure einer Modenschau, in der bunte, luftige Sommerkleidung für Kinder und Erwachsene bis hin zur Strandmode präsentiert wurde. Nachmittags folgte die ökumenische Segnung, die Pfarrer Hartmut Stamm von der evangelischen Gemeinde und Diakon Hans Steinhilber von der katholischen Pfarreiengemeinschaft vornahmen. Die Gruppe „Schongau belebt“ mit Vorstand Beatrice Amberg und ihrer Stellvertreterin Daniela Puzzovio wartete mit einem Schongau-Quiz auf. Danach konnten die mehreren hundert Leute auf dem Marienplatz den satten Bigband-Sound mit Bläsern der Stadtkapelle genießen oder sich angenehm unterhalten, ehe ein Schauer niederging.

Zur offiziellen Eröffnung, die von Standortförderin Yvonne Voigt organisiert wurde und bei der sich auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß sowie Schongaus Polizeichef Herbert Kieweg blicken ließen, erinnerte Bürgermeister Falk Sluyterman daran, dass der Weg zur Fußgängerzone „lang und steinig“ war. Jetzt gelte es, nach vorne zu blicken. Bei allen Kontroversen der Vergangenheit sei er der Überzeugung, dass es keinen Verlierer oder Sieger gebe, sehr wohl aber „einen Gewinner“.

Damit meinte er die Aufenthaltsqualität in Schongaus „guter Stube“. Nun sei die Zeit vorbei, da täglich bis zu 4 000 Autos den Marienplatz durchquert haben. Die städtebauliche Aufwertung – unter anderem mit überdachten Sitzgruppen, Bänken und einem kurzen Wasserlauf vom Marienbrunnen zu einem neuen Becken, was mancher als Stolperfalle bewertet –, sei erst die Grundlage für die Fußgängerzone. Die Umgestaltung hat 320 000 Euro gekostet, wobei es einen Zuschuss aus dem Topf der Städtebauförderung gibt. Bürgermeister Sluyterman appellierte an die Schongauer und Bewohner benachbarter Gemeinden, den Weg in die Altstadt zu finden.

Von Johannes Jais

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