Ein kaiserlicher Feiertag

Teilneubau der Staufer-Grundschule erfährt feierliche Einweihung

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Architekt Franz Balda (Mitte) übergab symbolisch den Schlüssel der Grundschule an Rektorin Ulla Heitmeier und Bürgermeister Falk Sluyterman.

Schongau – Freitag war ein Feiertag in der Staufer-Grundschule Schongau. Nach einem Umzug der Schüler durch die Stadt erfolgte die offizielle Einweihung des Teilneubaus in der Aula. Mit viel Musik, Theater und Gebet beging die Schulgemeinschaft das feierliche Ereignis. Und auch der namensgebende Staufer-Kaiser Friedrich II. und Künstler Cobi Reiser schauten vorbei.

Wie es sich für einen richtigen Feiertag gehört, hatten die Schüler am Freitag natürlich schul­frei. Der stimmungsvolle Umzug durch die Altstadt am Vormittag gehörte ebenso dazu wie festliche Kleidung und Gebete. Auf eines wollte Rektorin Ulla Heitmeier jedoch lieber verzichten: lange Reden. Stattdessen übernahm Viertklässlerin Michelle Bartmann die Befragung der Ehrengäste.

Bürgermeister Falk Sluyterman und Kreiskämmerer Norbert Merk entlockte die Viertklässlerin so einige Erinnerungen an die eigene Schulzeit. Das Stadtoberhaupt erinnerte sich, dass er selbst nach acht Jahren in einem alten Schulgebäude in ein neues Haus umgezogen war. Auch damals habe es einen feierlichen Einzug in die neue Schule gegeben. „Ich wäre auch froh gewesen, in eine so tolle neue Schule zu ziehen“, so Sluyterman.

Der Kreiskämmerer blickte auf seine Schulzeit in Peiting in einer Klasse mit 40 Buben und einer liebevollen Lehrerin zurück. Vor allem aber auch die Gerüche „vom Metzger, Bäcker und der Landwirtschaft“, die in die Räume wehten, erinnern ihn an diese Zeit.

Einen Kaiser wie Friedrich II. gibt es heute freilich nicht mehr. Dafür aber die Regierung. So bat Rektorin Heitmeier „Kaiserin“ Anneliese Willfahrt, Abteilungsdirektorin Schulen bei der Regierung von Oberbayern, sowie die „Fürstinnen“ Ingrid Hartmann-Kugelmann und Kerstin Krückel vom Schulamt aufs Podium. Sie lobten das neue Gebäude und die Pionierarbeit, die oftmals von der Schongauer Grundschule ausgehe, wie Schulamtsdirektorin Hartmann-Kugelmann betonte. Die Deutschklasse sowie die neue gebundene Ganztagsschule seien bisher einzigartig im Landkreis.

„Herr Balda, immer ganz entspannt, hat Lernhäuser für uns geplant. Herr Dietrich, Stadtbaumeister, Architekt, baut eine Mensa, wo‘s uns schmeckt“, rappten die Schüler. Das wichtigste sei, dass ein schönes Gebäude entstanden sei, welches nachhaltig und langlebig ist, antwortete Stadtbaumeister Sebastian Dietrich auf die Frage von Moderatorin Michelle. Und Archtiekt Franz Balda sagte, es sei tatsächlich die schönste Schule, die er bisher bauen durfte – und ja, dazu gehörten auch die blauen WCs, obwohl sich ja hier die Geister scheiden würden, so der Architekt.

Dann war es soweit: Staufer-Kaiser Friedrich schaute mit seinem gesamten Hofstaat – dargestellt von der AG Schulspiel – bei der Eröffnung vorbei. Und auch Cobi Reiser war mit von der Partie. „Kunst bewahren, das ist doch für uns deutlich klar. Kunst bewahren, ist das nicht wunderbar“, sang die Schülerschaft dazu. Nicht fehlen durfte hier natürlich Irmgard Schreiber-Buhl – mit roter Perücke und Brille dargestellt –, die für die Erhaltung der Wanduhr und der Tierbilder Reisers gekämpft hatte. „Ich habe Ihnen bestimmt das ein oder andere graue Haar und schlaflose Nacht bereitet – Ihre Frau möge mir verzeihen“, so die Schreiber-Buhl-mimende Schülerin zu Bürgermeister Sluyterman, was für den ein oder anderen Lacher im Publikum sorgte.

Nach dem geistlichen Segen durch die Pfarrer Norbert Marxer und Jost Herrmann sowie dem Imam Erdogan Bulut aus Marktoberdorf, blickte Rektorin Ulla Heitmeier auf ihre Zeit an der Grundschule Schongau zurück. Unwahrscheinlich dankbar sei sie für die elf Jahre in Schongau. Die Eröffnung des Teilneubaus bezeichnete Heitmeier als das Sahnehäubchen, welches sie nun mit in die Pension nehme. Nachfolgerin Ute Meub war ebenfalls anwesend und betonte, sie freue sich auf die Zukunft in Schongau.

Heitmeier hingegen sagte, sie müsse nun erst einmal einen neuen Lebensrhythmus finden. „Viel Zeit mit meinem Mann, meinen Enkeln und Reisen“, dürfte ihr sicherlich dabei helfen.

Astrid Neumann

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