Lernhilfe sucht Verstärkung

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Das Lernhilfe-Team um Angelika Krause (li.), Reinhard Mücke und Brigitte Kirchner (re.) hofft auf Verstärkung. Auch Grundschulleiterin Ursula Heitmeier drückt die Daumen.

Schongau – Rektorin Ursula Heitmeier bezeichnet sie als „meine Engel“, was viel sagt über den Stellenwert, den die ehrenamtlichen Betreuer der Lernhilfe an der Schongauer Grundschule genießen. Tatsächlich wäre ohne das freiwillige Engagement in den vergangenen 40 Jahren wohl so manche Schulkarriere anders verlaufen. Das Problem: Es fehlt an Ehrenamtlichen, um den Bedarf an Betreuung zu decken.

2017 ist ein besonderes Jahr für die Lernhilfe. Sie feiert heuer ihr 40-jähriges Bestehen. Und sie ist wichtiger denn je. Es sind vor allem Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund, die von der ehrenamtlichen Arbeit profitieren. Ihr Anteil liegt an der Schongauer Grundschule bei stolzen 34 Prozent – offiziell. Inoffiziell stellt er sich wohl sogar noch höher dar, denn die Statistik erfasst nicht alle Fälle. Das größte Problem dieser Kinder ist die Sprache. Für viele ist Deutsch nicht die Muttersprache, oft fällt es ihnen schwer, dem Unterricht zu folgen. Hinzu kommt: Oft sprechen auch die Eltern kein Deutsch, können ihre Kindern deshalb kaum unterstützen, wenn es etwa um Fragen zur Hausaufgabe geht. „Den Kindern fehlt es nicht an Intelligenz, sondern am sprachlichen Verständnis“, sagt Angelika Krause.

Hier setzt die Lernhilfe-Leiterin mit ihrem Team an. Drei Mal die Woche bieten die Ehrenamtlichen nachmittags eine Hausaufgabenbetreuung an. Eineinhalb Stunden wird individuell auf die Kinder eingegangen, gemeinsam gelernt und Erlerntes vertieft. Die Betreuer schlüpfen dabei eher in die Rolle von Oma und Opa als in die von Mutter und Vater.

Team geschrumpft

Neun Schüler der dritten und vierten Klasse werden derzeit auf diese Weise gefördert, der Bedarf jedoch ist mindestens doppelt so hoch. Das Problem: Es fehlt an Betreuern, um die Zahl der Plätze erhöhen zu können. „Viele der Kinder sprechen so wenig Deutsch, dass sie eine Einzelbetreuung brauchen“, sagt Krause, was viel Personal binde. Das Team aber ist in den vergangenen Jahren immer weiter geschrumpft. Aktuell engagieren sich nur noch dreizehn Ehrenamtliche für die Lernhilfe. Das führte soweit, dass man im vergangenen Jahr mangels Mitgliedern den Verein auflöste. Krause ist deshalb händeringend auf der Suche nach Verstärkung. „Es reicht uns schon, wenn jemand an einem Nachmittag pro Woche aushelfen kann.“

Auch Ursula Heitmeier hofft, dass sich alsbald weitere Freiwillige melden, welche die Lernhilfe unterstützen wollen. „Die Einrichtung ist eine enorme Hilfe für unsere Schule“, betont die Rektorin: „Und die Kinder genießen, dass jemand nur für sie da ist und viel Geduld mitbringt.“

Wer sich vorstellen kann, sich für die Lernhilfe zu engagieren, kann sich per E-Mail an Angelika Krause (ag.krause@web.de) wenden. 

chpe

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